Heinsberg - SPD, Grüne und FW läuten zweite Runde beim Kunstrasenplatz ein

SPD, Grüne und FW läuten zweite Runde beim Kunstrasenplatz ein

Von: Rainer Herwartz
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Der neue Kunstrasenplatz an der Städtischen Realschule soll gleich hinter der Bushaltestelle gebaut werden. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Nein, so leicht wollen sich SPD, Grüne und Freie Wähler (FW) nun doch nicht geschlagen geben. Nachdem sie in der letzten Sitzung des Rates per Mehrheitsbeschluss quasi zum Schweigen verdammt worden waren, läuten sie nun die nächste Runde ein.

Die drei Fraktionen bitten den Landrat als Kommunalaufsichtsbehörde, doch einmal zu prüfen, ob es bei dem einsamen Mehrheitsbeschluss der CDU, einen Kunstrasenplatz an der Realschule im Klevchen errichten zu wollen, überhaupt mit rechten Dingen zugegangen ist.

Die CDU hatte durch einen Antrag zur Geschäftsordnung mit Stimmenmehrheit von 25 zu 15 die Diskussion beendet und das Projekt im Anschluss durchgewinkt. Manche Fragen waren jedoch unbeantwortet geblieben, so zum Beispiel die nach den Kosten und der Finanzierbarkeit oder ob es nicht vielleicht eine bessere Alternative als Standort gegeben hätte.

Planung bemängelt

In der Stellungnahme von SPD, Grünen und Freien Wählern heißt es unter anderem: „Durch die Verabschiedung dieses Beschlusses ist gegen die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit in eklatanter Weise verstoßen worden. Es muss des Weiteren festgestellt werden, dass auch keinerlei Fachplanung oder vorbereitende Untersuchungen bezüglich der Frage der Durchführbarkeit, Planbarkeit und Erforderlichkeit durchgeführt worden sind.“

Auch sei ein Bedürfnis nach einem Kunstrasenplatz nicht ermittelt worden. Eine Standortauswahl habe ebenfalls nicht stattgefunden. „Gemäß den Ausführungen des Fraktionsvorsitzenden der CDU ist ausschließlich ein Kunstrasenplatz geplant. Dieser soll über eine Flutlichtanlage verfügen. Es sind keinerlei flankierende Baumaßnahmen, wie beispielsweise eine Sprunggrube oder aber eine Laufbahn geplant. Hieraus ergibt sich zunächst einmal, dass ein Bedürfnis der Realschule zur Errichtung eines solchen Kunstrasenplatzes nicht erkennbar ist.“

Bedürfnis ermitteln

Es sei „sicherlich überlegenswert, dass möglicherweise im Stadtgebiet ein Kunstrasenplatz errichtet wird, auf welchem dann mehrere Vereine trainieren können“, schreiben die Fraktionen. „Um hier jedoch den optimalen Platz zu ermitteln, hätte zuvor ein entsprechendes Bedürfnis bei den einzelnen Vereinen ermittelt werden müssen, um dann räumlich einen entsprechenden Platz, welcher für die Vereine möglichst gleichmäßig zu erreichen ist, festzulegen. Auch dies ist unterblieben.“ Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, „dass vorliegend eine willkürliche Auswahl des Standortes erfolgt ist“.

Erschwerend komme hinzu, dass bezüglich der Frage der Kosten des Kunstrasenplatzes keinerlei Grundlagen vorhanden seien. Weder gebe es Kostenvoranschläge noch irgendwelche Untersuchungen, ob an der angegebenen Stelle ein solcher Kunstrasenplatz überhaupt errichtet werden könne, oder aber hier möglicherweise aufgrund des torfigen Untergrundes ganz erhebliche Mehrkosten entstünden, „wie sie bereits im Rahmen der Sanierung der Tartanbahn des Sportplatzes des Kreisgymnasiums ermittelt worden sind“.

Vor dem Hintergrund der örtlichen Nähe müsse davon ausgegangen werden, dass auch an der geplanten Stelle entsprechende Bodenverhältnisse gegeben seien, „so dass erhebliche Mehrkosten entstehen werden“.

Durch den verabschiedeten Ratsbeschluss werde zudem gegen die beschlossene Nachhaltigkeitssatzung verstoßen. Fazit: der Ratsbeschluss entbehre jeder Grundlage, sei willkürlich erfolgt, daher zu beanstanden und aufzuheben, glauben die Unterzeichner des Schreibens an den Landrat. Ob dieser das auch so sieht, wird sich zeigen.

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