SPD geht andere Wege beim Wahlkampf

Von: Anna Petra Thomas
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Neue Ideen: Iris Bernhardt stellte bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Heinsberg neue Wahlkampfmethoden vor. Foto: anna

Heinsberg-Grebben. „Der Schulz-Effekt ist auch im Ortsverein Heinsberg angekommen.“ Das betonte Vorsitzender Dr. Hans Josef Voßenkaul bei seiner Begrüßung zur Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins in der Gaststätte Haus Nobis in Grebben.

Auf Nachfrage erklärte er, dass dem Ortsverein seit der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz zehn neue Mitglieder beigetreten seien. Insgesamt habe der Ortsverein jetzt rund 90 Mitglieder. Es handelte sich also um einen Mitgliederzuwachs von mehr als zehn Prozent.

Einfach nur Kulis verteilen?

Iris Bernhardt, die ein entsprechendes Seminar besucht hatte, stellte den anwesenden Mitgliedern zunächst neue Wahlkampf-Methoden vor. Wichtig sei heute nicht mehr, an Wahlkampf-Ständen einfach nur Kulis zu verteilen, sondern vielmehr Inhalte zu transportieren. Es gelte, auf der Straße einen Wahlkampf der Dialoge zu machen und dorthin zu gehen, wo Menschen im Alltag unterwegs seien, etwa in Supermärkte oder Betriebe.

„Wichtig ist, dass man mit den Menschen spricht, dass man ihre Sprache spricht“, erklärte Iris Bernhardt. Empfohlen würden dazu andere Methoden, etwa die, am Straßenrand einfach einen großen Pappwürfel aufs eigene Autodach zu stellen, große Haftnotizen außen aufs Auto zu kleben oder eine große Bodenzeitung zu basteln.

Damit der Wahlkampf bei den Menschen ankomme, müssten alle Werbemittel „emotional und hochkommunikativ sein“, so Iris Bernhardt. Das gelte auch für den Kugelschreiber, den man etwa zusammen mit einem Zettel verteilen könne, der eine Botschaft enthalte.

„Ich werde mir so einen Karton basteln“, lobte Schriftführer Jochen Lintzen die neuen Vorschläge. Wichtig sei, sich über alte Wahlkampf-Methoden Gedanken zu machen und den eigenen Horizont zu erweitern. Neben den Kartons fürs Auto wollen die Heinsberger SPD-Mitglieder im Wahlkampf in Heinsberg jetzt auch die Bodenzeitung umsetzen. „Einfach mal machen“, lautet ihre Devise.

„Unsinnige“ Pkw-Maut

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Norbert Spinrath sprach als Gast des Abends zum Thema Innere Sicherheit und erläuterte den Zuhörern mit Blick auf die Grenzlage, dass es im Hinblick auf die Strafverfolgung ganz erhebliche Rechtsunterschiede zwischen den Niederlanden und Deutschland gebe. „Eindeutig zu wenig Polizei“, war zudem eine seiner Kernaussagen. Weiter ging er auf die Pkw-Maut, ein „völlig unsinniges Gesetz“, und auf das Thema Tihange ein.

„Ich trete an, um Heinsberg in NRW zu vertreten und nicht umgekehrt“, betonte Christoph Grundmann, der SPD-Landtagskandidat im Südkreis.

Weitere Themen waren für ihn das Industriegebiet Lindern, der soziale Wohnungsbau, die Infrastruktur mit den Schwerpunkten Kita und Arbeitsplätze für Frauen. Vorschläge hatte er auch für die Umnutzung von Schwimmbädern als Sportflächen oder für den ÖPNV mit kleineren Fahrzeugen im Linienverkehr.

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