Sparvorschläge: Geht in Wegberg bald das Licht aus?

Von: Monika Baltes
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Wenig erhellend: Der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Vergaben konnte sich in puncto Straßenbeleuchtung nicht zu einer Entscheidung über Sparmaßnahmen durchringen. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Geht in Wegberg das Licht aus oder erstrahlt es heller denn je? Mit dieser spannenden Frage beschäftigte sich der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Vergaben in der ersten Sitzung des Jahres 2016 im Wegberger Ratssaal. Die Reduzierung der Straßenbeleuchtungszeiten ist eine der Maßnahmen im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes (HSK). Zwei Vorschläge unterbreitete die Verwaltung im Ausschuss.

Zum einen die Abschaltung der aktuell 3560 Leuchten in der Zeit von 1 bis 5 Uhr. Etwa 65 000 Euro könnten so jährlich eingespart werden, allerdings sind Investitionen von rund 79 000 Euro für neue Schaltschränke und Verkehrszeichen erforderlich. Erst ab dem zweiten Jahr würde die Stadt Wegberg von den Einsparungen profitieren.

Vorschlag zwei sah unter Verzicht auf die Abschaltung die zeitlich forcierte Umrüstung der 1351 Quecksilberdampflampen in LED-Beleuchtung vor. Die jährliche Ersparnis beträgt dann 53 300 Euro, die Investitionskosten belaufen sich auf immense 752 440 Euro, wovon 175 000 als Anliegerbeiträge erhoben werden könnten, die der Bürger zahlt. Die reinen Kosten für die Stadt Wegberg würden sich demnach in frühestens zehn Jahren, also 2026, amortisieren. Die vielbeschworene „schwarze Null“ des HSK ist aber eine Zielvorgabe für 2024.

Über die Vorschläge wurde nicht abgestimmt, weil der Technische Beigeordnete der Stadt, Rudolf Fabry, zu Beginn der Diskussion das Zauberwort nannte: „Fördermittel“. Für finanzschwache Kommunen gibt es die Möglichkeit, Fördermittel in Höhe von bis zu 50 Prozent für die Umstellung auf LED-Lampen zu beantragen. Haken an der Sache: Die Leuchten müssen im Eigentum der Kommunen sein. Das ist in Wegberg nicht der Fall. Die Stadt Wegberg könnte, so Fabry, rund ein Drittel der Quecksilberdampflampen (etwa 500 Stück) erwerben, 1000 Lampen würden also nicht gefördert.

Grundsätzlich sahen alle Fraktionen Ängste in der Bevölkerung bei Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung, auch in Gangelt sei der Versuch kläglich gescheitert. Mit weiteren Vorschlägen wie „Beleuchtung später ein- und früher ausschalten“ oder „nur jede zweite Lampe überhaupt anschalten“ wurde das Thema ohne Entscheidung in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Der trifft sich am 21. Januar zu einer Sondersitzung.

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