Erkelenz - Spannende Geschichten aus dem Alltags-Wahnsinn

Spannende Geschichten aus dem Alltags-Wahnsinn

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
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Hat Geschichten parat, die sich kein Drehbuchautor besser ausdenken könnte: Jörg Nießen. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Eine Premiere feierte die Veranstaltungsreihe Leseburg bei ihrer elften Auflage. Denn erstmals wurde zum Vorlesevergnügen ins Kö-Café geladen. Rund 40 Zuhörer waren der Einladung gefolgt und ließen sich von den „Sauereien“ unterhalten, die Autor Jörg Nießen aus seinem Berufsleben als Rettungssanitäter und Feuerwehrmann in Köln zu berichten hatte.

Mit seinem Erstlingswerk „Schauen Sie sich mal diese Sauerei an“ hatte es Nießen auf Anhieb in die Bestsellerlisten geschafft und mit „Die Sauerei geht weiter“ ein nicht minder erfolgreiches Buch nachgelegt. Bei der Leseburg eröffnete er seinen Vortrag mit der eher derben Geschichte um Jupp, den renitenten Kölner Handwerker, den auch eine blutende Kopfwunde („Ratsch am Kappes“) nicht vom reichlich genossenen Feierabendbier abhalten kann. Klar, dass er und sein fiktiver Kollege „Hein“ alle Mühe hatten, den blutenden Mann zur Notaufnahme zu bringen.

In der nächsten Geschichte ging es um die ebenso esoterische wie liebestolle Veronika, die den Notruf 112 anscheinend mit einer Telefonpartnervermittlung verwechselte und gerne durch verstaubte Traumfänger sprach, um negative Energien abzuwehren.

In seinen Geschichten weiß Nießen den Wahnsinn des Alltags trefflich zu beschreiben. Er präsentiert Menschen und ihre Besonderheiten, die sich kein Drehbuchautor besser ausdenken könnte. Trotzdem stellt er die Figuren nicht bloß. Stellenweise schwingt sogar ehrliche Sympathie für den einen oder anderen Freak mit, dessen Marotten das Publikum belustigen.

Zu lachen gab es ordentlich was im Kö-Café. Denn Nießen versteht es, seine Geschichten geistreich zu kommentieren, wenn es nötig erscheint. Dabei nehmen einige der Geschichten durchaus tragische Wendungen wie die des temperamentvollen Tangopaares, das ihn als Sanitäter und Feuerwehrmann gleichermaßen auf Trab hielt. So bizarr und lustig die Erzählung war, so traurig endete sie. Denn beide nahmen sich innerhalb weniger Tage nacheinander das Leben.

Dann ging es wieder kernig weiter, zum Beispiel mit der kulinarischen Flusskreuzfahrt, die verdauungsbedingt beendet werden musste.

Nach fast drei sehr humorvollen und menschlichen Stunden waren Autor, Veranstalter und Publikum gleichermaßen zufrieden.

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