Heinsberg-Dremmen - Spannend, geheimnisvoll, lustig: Reise in die Welt der Bücher

Spannend, geheimnisvoll, lustig: Reise in die Welt der Bücher

Von: Anna Petra Thomas
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Vorleser ziehen ihre jungen Zuhörer in ihren Bann: Pfarrer Bernhard Steffes brachte den Kindern die Geschichte von Pinocchio näher. Fotos (2): Anna-Petra Thomas Foto: Anna-Petra Thomas
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Vorleser Winfried Houben lernt seine Zuhörer in der Pausenhalle kennen, danach steigt er in seine Geschichte ein.

Heinsberg-Dremmen. Drachen, ein kleiner Wassermann und Pinocchio: 24 Vorleser nehmen die Kinder der Marienschule mit auf eine Reise in die Welt der Bücher.

Während sich die Kinder mit der nötigen Fantasie in die Geschichten hineinversetzen, bedeutet der Vorlesetag für Marlis Minkenberg erst einmal viel Organisationsarbeit: „Herr Korth, Sie gehen in die Turnhalle“, sagt sie und drückt dem Vorsitzenden des Fördervereins seinen „Laufzettel“ für den Vormittag in die Hand. Mit dem nächsten Zettel ist sie schon wieder unterwegs zu einem anderen Vorleser.

Die Schulleiterin der Dremmener Marienschule hat so viel zu organisieren, weil anlässlich des bundesweiten Vorlesetages nicht wie sonst üblich ein Vorleser in ihre Schule zu Gast ist. Es sind 24.

Als im vergangenen Jahr Bürgermeister Wolfgang Dieder anlässlich des Vorlesetages in der Schule gewesen war und den Kindern vorgelesen habe, sei die Idee entstanden, aus dem Vorlesetag einen ganz besonderen Tag für die Schule zu machen, erzählt sie.

„Lesen heißt auf Wolken liegen oder wie ein Vogel fliegen. Such‘ Dir aus, was Dir gefällt, schau von oben in die Welt“, singen die Kinder dann zunächst für alle Vorleser in der kleinen Aula der Schule und werden dabei von drei Schülerinnen mit der Flöte begleitet. Vorlesen sei wichtig, sagt Minkenberg den großen und kleinen Zuhörern, denn es wecke den Wunsch, auch selbst lesen zu wollen. „Und Lesen ist der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen“, fügt sie hinzu.

Dass Lesen auch außerhalb dieses offiziellen Tages einen besonderen Stellenwert hat in der Marienschule, zeigt die Beteiligung der Mentoren des Vereins „Mentor – Die Leselernhelfer“ am Vorlesetag. Insgesamt 20 Kinder kämen an ihrer Schule in den Genuss einer Einzelförderung im Lesen, lobt Minkenberg die gute Kooperation mit dem Verein.

Natürlich machen auch die Lehrerinnen mit, die Schulsekretärin, die Vorsitzende der Schulpflegschaft und der Vorsitzende des Fördervereins, der Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers, der stellvertretende Bürgermeister Albert Heitzer und Pfarrer Bernhard Steffes, der sich das Buch mit der Geschichte von Pinocchio ausgesucht hat.

Mit dabei ist auch Winfried Houben, Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Kinder hat er nicht mehr auf der Schule. „Aber ich bin beim Martinsfest angesprochen worden, weil noch ein Vorleser fehlte“, erzählt er. „Da habe ich mir einen Tag Urlaub genommen. Das ist es mir wert, um dabei zu sein“, sagt er.

Dank der 24 Vorleser stehen für die Kinder zum Vorlesetag auch 24 unterschiedliche Bücher zur Wahl, angefangen von bekannten Klassikern bis hin zu moderner Kinderliteratur. „Spannend, geheimnisvoll und gefährlich oder lustig, frech und spitzbübisch – jedes Buch hat seinen besonderen Reiz“, sagt Minkenberg.

Und dann startet die erste Vorleserunde. Alle Kinder versammeln sich in der Pausenhalle mit ihrem Vorleser vor einem kleinen Plakat, das ihr ausgewähltes Buch und auf der Liste darunter ihre Namen zeigt. Von dort geht es in die Leseecken. Nach einer halben Stunde wechseln die Kinder zu einem zweiten Buch und dem dazugehörigen Vorleser. Jedes Kind kommt so am Vorlesetag in der Marienschule eine ganze Stunde lang in den Genuss, etwas vorgelesen zu bekommen.

Am Ende sind alle zufrieden, Schulleiterin, Lehrerinnen, Vorleser und Schüler. Auch Uwe Korth vom Förderverein. „Es gibt zu wenig Aktivität“, bemängelt er und fordert: „Man muss sich einfach einbringen in die Gemeinschaft.“ Er habe seiner Tochter Juni (8) übrigens schon immer vorgelesen. „Jeden Abend“, erzählt er. Jetzt liest sie schon selbst. Und doch ist es beim Vorlesen jeden Abend geblieben. „Jeder liest eine Seite, abwechselnd“, sagt er. „Gerade lesen wir eine Hundegeschichte. Meine Tochter liebt Hunde.“

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