Sozialer Dienst in Gambia statt Brasilien

Von: Günter Passage
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Stella Prott aus Tenholt hat sich auch schon mit den vegetarischen Eigenheiten ihrer „Wahlheimat“ Gambia vertraut gemacht. Es wächst dort alles etwas üppiger als hierzulande – wenn Regen fällt. Foto: Passage

Erkelenz. Eigentlich hieß das Ziel von Stella Prott Brasilien. Bereits seit Jahren in der „Eine Welt AG“ des Erkelenzer Cusanus Gymnasiums aktiv, war der Weg ins größte Land Südamerikas bereits geebnet. Die 19-jährige sollte während eines Jahres in Brasilien soziale Aufgaben im Jugendbereich übernehmen.

Doch neue Gesetze bezüglich des brasilianischen Aufenthaltsrechts ließen die Träume des jungen Mädchens, das seit sieben Jahren mit ihren Eltern in Tenholt wohnt, wie Seifenblasen zerplatzen.

Aber Stella Prott lebte ihren Traum von einem sozialen Engagement irgendwo in Übersee weiter. Über das Internet gelangte sie ans Institut für offene, dialogische und interkulturelle Begegnungen (IODIB) in Oldenburg. Diese weltweit tätige Organisation vermittelt junge Menschen, die als Volontäre bis zu einem Jahr auf freiwilliger Basis in einem Land der „Dritten Welt“ ihren sozialen Dienst verrichten. Stella reichte ihre Bewerbungsunterlagen ein und wurde für ein Projekt im westafrikanischen Gambia angenommen.

Während eines einwöchigen Lehrgangs wurde sie in Oldenburg mit den Aufgaben konfrontiert, die in absehbarer Zeit von ihr zu bewältigen sind. Allerdings war sie auch vorher darüber informiert, dass sie die Kosten dieser Unternehmung selber zu tragen hat: „Neben den Reisekosten muss ich den Aufenthalt in einer dortigen Gastfamilie selbst finanzieren. Das allerdings war für mich kein Grund, auf diese neuen Erfahrungen die ich dort sammeln kann, zu verzichten“, hofft die Heranwachsende neben ihren bevorstehenden Aufgaben eine neue Kultur zu erleben und natürlich Lebenserfahrungen zu sammeln.

Nach den Regeln des Islam

Insgesamt wird sie dabei neun Monate im Hause einer islamischen Familie leben, zu der sie über das Internet rege Kontakte pflegt. „Neben den dortigen Lebensgewohnheiten muss ich während meines Aufenthaltes in Gambia auch nach den Regeln des Islam leben und mich ebenso entsprechend kleiden“, fügt die 19-Jährige an.

Die künftige Aufgabe von Stella Prott, die kürzlich am Cusanus-Gymnasium ihr Abitur abgelegt hat, besteht darin, an einer weiterführenden Schule mit Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren Projektarbeit zu betreiben.

Eigene Ideen realisieren

„Ich möchte bei der schulischen und beruflichen Ausbildung der gambischen Jugend eigene Ideen entwickeln und realisieren“, wagt sie einen Blick in die Zukunft. Als Entwicklungshelferin sieht sich Stella Prott allerdings nicht: „Ich will bewusst einen Bruch in meinem Lebenslauf nach dem Abi“, stellt Stella Prott mit Hinweis auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung fest.

Der Reise nach West-Afrika , verbunden mit dem neun Monate dauernden Aufenthalt in Gambia, steht nun nicht mehr im Wege. Auch wenn ihrer Familie, mit Vater Christian, Mutter Elke und dem 13-jährigen Bruder Aaron der Abschied nicht leicht fallen wird, sind sich alle sicher, dass sie die bevorstehenden Aufgaben hoch motiviert angehen wird.

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