Wassenberg - Sommerakademie: Bedeutendes Gemälde ist Inspiration für ein Hörspiel

Sommerakademie: Bedeutendes Gemälde ist Inspiration für ein Hörspiel

Von: anna
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Irmgard Stieding, Ulrich Land, Eva Maria Brudermanns, Verena Jeschke, Martin Dalz, Peter Hillerer und Ursula Kurzweg (von links) lasen aus ihrem Hörspiel, bevor sie es zum ersten Mal in voller Länge hörten. Foto: anna

Wassenberg. Im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer der Sommerakademie für kreatives Schreiben mit ihrem Hörspiel die Wassenberger Burg zum Fliegen gebracht. Phantasievoll begaben sie sich auch dieses Mal wieder in die Geschichte, widmeten sich dabei aber ebenso kreativ tatsächlicher, historischer Begebenheiten.

Unterstützt wurden sie dabei erneut von dem in Freiburg lebenden Schriftsteller, Journalisten und Hörspielautor Ulrich Land. Er leitete die Sommerakademie, die von der Wassenberger Bücherkiste gemeinsam mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg angeboten wird.

Koordiniert wurde die Akademie, die dieses Mal in der Galerie Noack durchgeführt wurde, erneut von Irmgard Stieding, die aber auch selbst im Stück die Rolle der Renate übernahm. Inspirieren zu ihrer eigenen Geschichte ließen sich die insgesamt sieben Teilnehmer der Akademie vom Gemälde „Nighthawks“ des amerikanischen Malers Edward Hopper, das im Jahr 1942 als 150 cm breites und knapp 85 cm hohes Ölgemälde entstand. Es gilt als bedeutendstes Werk Hoppers und definitiv als eines der herausragenden Werke der US-amerikanischen Malerei überhaupt. Zu sehen ist auf dem Bild ein amerikanisches Restaurant der 1940er-Jahre, in dem Menschen an einer Theke sitzen und in das man dank einer großen Glasfront von außen gut hineinschauen kann.

In genau diese Menschen und noch drei mehr haben sich die Teilnehmer der Akademie verwandelt, die Szenerie allerdings in das Jahr 1953 datiert und nach Düsseldorf verlagert. Hier sitzt in einem Lokal nun die rothaarige Frau aus dem Bild als Renate, die schwanger ist, nicht weiterweiß und sich an einer Tasse Muckefuck, einem kaffeeähnlichen Getränk, festhält. Dabei die beiden Männer Herbert (Martin Dalz aus Wassenberg, zugleich zuständig für die Technik) und Bruno (Peter Hillerer aus Aachen), das junge Mädchen Hilde (Eva Maria Brudermanns aus Hückelhoven), die Bedienung Ingrid (Verena Jeschke aus Myhl), der Wachtmeister (Ulrich Land) und die aus Ostpreußen vertriebene Lene (Ursula Kurzweg aus Wassenberg).

Die Menschen im Restaurant geben ihre Geschichte und ihre Gefühle in dieser Situation preis. Der Heiratsschwindler Herbert will Renate eine gewisse Adresse geben, um die Sache mit dem Kind zu erledigen. Bruno erzählt von den Problemen mit seinem neuen Chef in der Miederwarenfabrik. Und als der Wachtmeister zwecks Kontrolle kommt, wird die junge Hilde einfach in die Obhut von Lene übergeben und zu deren Nichte erklärt. Dazwischen liest Land immer wieder Meldungen aus Politik und Wirtschaft, Neuigkeiten aus dem Sport oder Nachrichten aus dem Ausland vor, die dieses Hörspiel fest in der frühen Nachkriegszeit verorten.

Das Premierenpublikum in der Galerie Noack war begeistert von dieser rund 45-minütigen, neuen Geschichte, die den zum Gemälde passenden Titel „Nachtfalter“ trägt.

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