„Solidarité afrique“: Wenn das Essen auch ein Stück Heimat bedeutet

Von: anna
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Auf afrikanisches Essen freuten sich die Besucher des Neujahrsfestes von „Solidarité afrique“, das Francoise Alhorn (2.v.r.) initiiert hat. Foto: anna

Heinsberg. Eine eigene Dekoration brauchte die Räumlichkeit im alten Wasserwerk in Oberbruch nicht, als sich hier, am Vereinssitz des Oberbrucher Hilfsvereins „Wir für Ruanda“, ein ganz anderer, noch sehr junger Verein zu seinem ersten Neujahrsfest traf. „Solidarité afrique“ heißt der neue Verein, dessen Initiatorin Francoise Alhorn ist. Die 42-Jährige stammt von der Elfenbeinküste in Westafrika. Seit zehn Jahren lebt sie in Deutschland, seit 2007 in Wassenberg.

„Das ist ein Geschenk des Himmels“, strahlte sie beim Blick in die hohen Vitrinen mit den zahlreichen Mitbringseln aus Afrika. Dazu erklang moderne, afrikanische Musik. Viele Freunde waren gekommen, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem niederländischen Roermond. Und alle freuten sich auf ein typisch afrikanisches Essen mit Reis, Gemüse, Hühnchen und gebratenem Fisch.

Jeder ihrer afrikanischen Landsleute habe hier seine Familie, „und wir sehen uns eigentlich nicht so oft“, berichtete Francoise Alhorn am Rande des kleinen Festes von ihren ersten Gedanken, hier einen Verein zu gründen. Er soll künftig Treffpunkt sein für all die Menschen, die aus Afrika stammen und in der Heinsberger Region mittlerweile eine neue Heimat gefunden haben. „Wir wollen uns einmal im Monat treffen, dann sind wir nicht so alleine hier“, erklärte sie den Wunsch nach regelmäßigen Kontakten zu Mitmenschen, die ebenfalls aus Afrika stammen.

Zugleich wolle sie den aus Afrika stammenden Menschen, die vielleicht noch nicht so lange hier seien, auch bei Problemen helfen, ergänzte sie und meinte damit weniger eine finanzielle Unterstützung als vielmehr eine moralische. „Viele sind hier und wissen doch noch nicht so richtig, wo sie hin sollen.“

Mittlerweile hat der Verein, den der Heinsberger Integrationsbeauftragte Wolfgang Paulus bei seiner Gründung begleitet hat, eine fertige Satzung. 15 Mitglieder zählt er und Francoise Alhorn ist seine designierte Vorsitzende. Was dem Verein noch dringend fehlt, ist ein Raum, in dem er sich regelmäßig einmal im Monat am Sonntagnachmittag treffen kann. Bisher fänden die Treffen abwechselnd in verschiedenen Familien statt, was aber keine Dauerlösung sei, so Francoise Alhorn. Glücklich wären sie und ihre afrikanischen Freunde, wenn ihnen ein Raum zur Verfügung gestellt werden könnte, der zu einem bekannten Treffpunkt werden könnte. Wer helfen kann, sollte sich an Wolfgang Paulus im Heinsberger Rathaus wenden, Telefon 02452/14-164.

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