Aachen - Solidarität, die Spaß macht: 72-Stunden-Aktion beendet

Solidarität, die Spaß macht: 72-Stunden-Aktion beendet

Von: kna/zva
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Jugendliches Engagement an vielen Stellen der Stadt: Im Café Plattform kochten Schüler für Obdachlose. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit bunten Abschlussfeiern in sieben Bundesländern und 14 Bistümern ist am Sonntagnachmittag die größte katholische Jugendsozialaktion Deutschlands zu Ende gegangen.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der die 72-Stunden-Aktion von Donnerstag an organisierte, zog eine positive Bilanz. Das Motto hieß „Uns schickt der Himmel”.

Nach BDKJ- Angaben halfen im Bistum Aachen 7500 Kinder und Jugendliche in rund 200 Projekten mit. „Wir haben demonstriert, dass Solidarität Spaß macht”, sagte BDKJ-Vorsitzender Dirk Tänzler am Sonntag in Düsseldorf. Er sprach von einem dauerhaften Gewinn für Kinder, Jugendliche und die gesamte Gesellschaft. „Jugend ist mehr als Komasaufen und Killerspiele.”

Die Bandbreite der Projekte reichte von Aktionen für Senioren in Altenheimen oder dem Organisieren interkultureller Feste bis zum Aufforsten von Waldstücken oder dem Anlegen von Biotopen. Bundesweit wurden mit geschätzten 25.000 Litern Farbe Wände verschönert und beispielsweise bei der Gestaltung von Kinderspielplätzen mehr als zwei Millionen Liter Rindenmulch und Tausende Tonnen Kies, Schotter und Erde bewegt.

Einige Aktionen fanden im Ausland statt; so organisierte ein Partnerverband der Rottenburg-Stuttgarter Christlichen Arbeiterjugend die Renovierung eines Kindergartens in Uganda. In Jerusalem engagierten sich Jugendliche beim Umbau eines Stadtteilzentrums. Das Thüringer Kolping-Werk nutzte seine Auslandspartnerschaft mit Rumänien, um dort bei der Renovierung einer Berufsvorbereitungsstelle anzupacken. Die Wurzeln der Aktion, die nach 2005 zum zweiten Mal in großem überregionalen Rahmen stattfand, liegen in mehreren kleineren Regional-Initiativen.

1993 organisierte die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) in Oldenburg erstmals eine ähnliche Sozialaktion. 1998 bündelte der BDKJ mehrere lokale Initiativen. Noch ist nicht entschieden, wann und in welcher Form es eine weitere bundesweite 72-Stunden-Aktion geben wird.

Wir hatten die Aktion laufend mit aktuellen Infos und Hilferufen begleitet.

Geilenkirchen, 10. Mai, 13 Uhr

„Das ist der Wahnsinn, unsere Erwartungen wurden übertroffen”, schwärmte Mit-Organisatorin Birgit Gerhards von der erfolgreichen „Chili con Carne-Aktion” aus Anlass der Sozialaktion „72 Stunden, uns schickt der Himmel”. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Geilenkirchen hatte die Katholische Grundschule Brucknerstraße die „längste Tafel Geilenkirchens” ausgerufen. Auf dem Schulhof der KGS saßen am Samstag tatsächlich auf einer Länge von 48 Metern Hunderte Menschen an den Tischen und aßen Chili con Carne. Die eingeplanten 500 Portionen waren nach etwas mehr als einer Stunde verputzt. Dies nicht zu einem Festpreis, die Gäste wurden um eine freiwillige Spende gebeten.

Bis dahin hatten sechs Mitarbeiterinnen des Jugendamtes wie auch die gleiche Anzahl Lehrer und zehn Eltern mit Unterstützung der teilnehmenden 35 Kinder der Klassen 3c und 4b insgesamt 54 Kilogramm Bohnen, 30 Kilogramm Paprika, 29 Kilogramm Mais, 25 Kilogramm Zwiebeln und 28 Kilogramm Hackfleisch zum Mittagessen verarbeitet. Zudem befanden sich auch die von Bäckereien gesponserten 130 Baguettes bereits in den Mägen der Menschen auf dem Schulhof. Schnell sorgten die Helfer für Nachschub aus einem Supermarkt und konnten so weitere 100 Portionen Chili con Carne zubereiten. „Wir ziehen es durch, haben wir uns geschworen - denn wer nicht wagt, hat längst verloren”, hatten die Kinder zu Beginn auf dem Schulhof gemeinsam gesungen. Der Erlös aus der Aktion der KGS kommt dem Projekt „Grundschulkind in Not” zugute.

Aachen, 9. Mai, 9 Uhr

Die KJG Walheim (Büffelherde) sucht dringend für den Bau einer Boulebahn hinter dem Jakob Büchel Haus einen kleinen Bagger. Bitte melden bei der KJG Walheim oder dem Koordinierungskreis Aachen Stadt unter 0241/4790132!

Aachen, 8. Mai, 21 Uhr

Viele Hände gegen Aids: Bewaffnet mit mehreren Tuben Farbe und vielen weißen Bannern sind acht KSLler unterwegs, um Handabdrücke und Unterschriften für das Schutzengelprojekt zu sammeln. „Am Samstag verhüllen wir dann gemeinsam mit den Pfadfindern mit allen Bannern das Ponttor”, erzählt Florian. Der 18-Jährige findet es wichtig, dass das Thema Aids mehr Aufmerksamkeit bekommt. „In den Ländern der Dritten Welt ist Aids ja ein viel größeres Problem als bei uns”, sagt er. Wie sie am Samstag all die Banner am Ponttor befestigen sollen, weiß er noch nicht - aber er ist sich sicher, dass sie das hinkriegen werden. „Da lassen wir uns schon ganz spontan was einfallen”.

Aachen, 8. Mai, 19 Uhr

Den Besuchern des Café Plattform bietet sich ein ungewohntes Bild, als sie zur Mittagszeit einen Blick in die Küche werfen: Eine muntere Truppe junger Menschen werkelt in dem viel zu kleinen Raum. Ayaz Murad formt kleine Frikadellen, Marie Bekanda rollt mit dem Nudelholz Fladenbrote aus und Grace Elolo Bekanda kommt mit dem Abwasch kaum hinterher. Auch die anderen haben alle Hände voll zu tun.

Anlässlich der 72-Stunden-Aktion haben sich die Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule dafür entschieden, im Café Plattform für die wohnungslosen Menschen zu kochen und mit ihnen zu essen. Sie schenken den Wohnungslosen Zeit und bescheren ihnen einen außergewöhnlichen Tag. Damit wollen sie die Welt ein bisschen schöner machen - und genau das ist das Ziel der deutschlandweiten Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.

Aber auch die Jugendlichen nehmen viel mit. „Wir haben heute die Gelegenheit, obdachlose Menschen näher kennenzulernen”, erzählt David Kalonij Kabongo. „Vielleicht hilft uns das, sie besser zu verstehen und unsere Vorurteile abzubauen.”

Nicht nur in der Küche des Café Plattform wird fleißig gearbeitet. Getreu dem Motto „uns schickt der Himmel” gibt es am Freitag Aktionen in ganz Aachen. In Lichtenbusch sind viele Kinder zum Freizeitgelände gekommen, um dort aktiv zu werden. Unter der Anleitung einiger Jungs, die schon seit Jahren in der Bleiberger Fabrik aktiv sind, machen sie sich an die Verschönerung ihrer Hütte.

Das kleine Holzhaus ist Treffpunkt für die Jugend der Siedlung. „Leider kommen hier manchmal Leute hin, die unsere Hütte dann so doof besprühen”, ärgert sich die neunjährige Mona. Bis auf den Fußboden ist die Hütte schon grundiert, und jetzt können die Kinder mit der Verschönerung beginnen. Mit Handschuhen und Mundschutz ausgerüstet, fangen die kleinen Künstler zu sprayen an. Benni Iyassu (21) und sein Bruder Nemron (19) zeigen ihnen, wie das geht. Einige Kinder sprühen ihren Namen auf die Holzbretter, andere verzieren die Hütte mit bunten Blumen. Und damit auch in Zukunft jeder sehen kann, aus welchem Anlass die Hütte verschönert wurde, haben die Profi-Sprayer das 72-Stunden-Logo auf die Wände gesprüht.

„Es ist toll, wie die Jugendlichen uns hier helfen”, findet Luca (11). Wie alle Kinder hat auch er schulfrei bekommen, um bei der Aktion mitzumachen. Jetzt freuen sich die Kinder schon darauf, in der neugestalteten Hütte zu spielen. „Hoffentlich malt da jetzt keiner drüber”, seufzt Mona. Und dann macht sie sich wieder an die Arbeit, um ihre Welt ein bisschen schöner und bunter zu machen.

Granterath, 8. Mai, 17.20 Uhr

Der Rocksong Schlaflos in „Granterath” wurde von Mitgliedern der KJG-Jugendgruppe der Pfarre St. Michael in Granterath getextet und mit Musik versehen. Darin heißt es unter anderem, dass das Maß voll ist und man nicht mehr zusehen will.

Grund dieses „Aufschreies” ist der Verkehr auf der B 57. Die Straße von und zur Autobahn führt in das Gewerbegebiet Hückelhoven-Baal und hier donnern ständig schwere und schwerste Lkw mit Gütern hin und her. Im Rahmen der Aktion 72 Stunden - Uns schickt der Himmel, haben sich die Jungen und Mädchen aus Granterath einen Tag lang von 4 Uhr bis 17 Uhr an einem Seitenweg postiert und zählten die Vorbeifahrenden Kraftfahrzeuge, getrennt nach Klein-, Großlastern und anderen Fahrzeugen.

Und die haben, obwohl an der Zählstelle noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h besteht, einen ganz schönen Zahn drauf, wie festzustellen war. Das Ergebnis der Auswertung nach Fahrzeugtypen und Uhrzeiten wird noch bekanntgegeben. Beteiligt an der Aktion waren 17 Mitglieder zwischen 13 und 17 Jahren aus St. Michael, die von der Pfarrleitung Dagmar Lemmen betreut wurde. (bast)

Düren, 8. Mai, 17.19 Uhr

Evivo-Spieler schulen Kinder in Erster Hilfe: Die Volleyballer haben die Patenschaft des 72-Stunden-Projektes im Kreis Düren übernommen. Sehr zur Freude von Pfarrer Daniel Wenzel, der die Aktion an der Rur betreut.

Der Beitrag der Volleyballer: Sie bieten den Jugendlichen, die sich im Roncalli-Haus in Düren treffen, einen Kursus an, in dem die Grundlagen für lebensrettende Soforthilfemaßnahmen vermittelt werden. Die Zusammenarbeit ist nachhaltig angelegt. Beide Seiten haben bereits vereinbart, den Kurs noch einmal so aufzulegen, dass er auch für die Führerscheinprüfung verwendet werden kann. Dann wird Mannschaftsarzt Dr. Hans Göntgen die Jugendlichen schulen. Am Kurs ist als Arzt auch Evivo-Spieler Malte Holschen beteiligt.

Aachen, 8. Mai, 17 Uhr

Die DJK-Sportjugend macht müde 72-Stunden-Engel wieder munter: „Zuerst wollten wir in der Liebfrauen-Schule eine Aktion durchführen, weil die Nonnen uns immer unterstützen. Dann gab es dort bereits drei Projekte. Irgendwer schlug vor, Waffeln zu backen. Jetzt fahren wir mit dem Verpflegungswagen zu allen Gruppen.” Die dreiköpfige DJK-Jugendleitung findet es cool, zu motivieren und - natürlich - auf allen Baustellen vorbeizuschauen, während zuhause die Eltern Brötchen schmieren.

Pünktlich zur Kaffeezeit fahren Lena Jansen, Benjamin Schmitz und Natalie Göbbels in Rollef vor. Der Laderaum der Großraumlimosine ist pickepacke voll mit Stärkungen für die schaffende Bevölkerung: Belegte Brötchen, Gurken, Tomaten, Obst, Saft, Wasser, selbstgemachter Kuchen... Rechts flattert beim Verpflegungsmobil das Aktionsbanner. An der linken Seitentür sind die Logos der Spender & Sponsoren aufgeklebt.

Seit sieben Uhr sind sie die drei unterwegs. Schwierig waren die Gespräche bei den großen Bäckereien, weil die Verkäuferinnen immer den Chef fragen musste, erzählt Lena. Auf dem Burtscheider Markt bekamen wir dagegen sofort Obst und Gemüse geschenkt. Als freundlichster Händler lobten die Drei die Früchtehalle in AC-Brand, wo sofort eine große Bananenkiste mit Obst vollgepackt wurde.„Richtig vom Feinsten”, begeistert sich Benjamin.

Während das Mobil auf seiner Route durch Aachen Stadt & Land weiterfährt, schmieren und backen die Eltern zu Hause die übernächste Verpflegungsrationen. Schließlich ist am Samstag auch noch ein Hochleistungsarbeitstag. Für das mobile DJK-Motivationsteam beginnt der Samstag - das ist bereits jetzt klar - auf dem Markplatz in Brand.

Aachen, 8. Mai, 16 Uhr

Auch in der Nordeifel packen zehn Gruppen kräftig an: Drei Gruppen der Klasse 6 des Franziskus-Gymnasiums Vossenack, die Mädchen der 9a von St. Ursula, die Schützenjugend aus Imgenbroich, Dedenborn und aus dem gesamten bezirksverband Monschau, das Kalterherberg Jugendraum-Team und die Pfarrjugendgruppen aus Mützenich und Roetgen sind noch bis Samstagabend unterwegs und aktiv für verschiedenste gute Zwecke, von Naturpflege über Begegnungen mit Behinderten bis hin zur Errichtung einer Skulptur für ein friedliches Zusammenleben.

Eine der zehn Eifeler Gruppen waren die sechs Gymnasiastinnen Katharina Döpp (Simmerath), Marina Frings und Aline Reiermann (beide Schmidt), Ann-Christin Schleupner (Huppenbroich), Anna König (Rollesbroich) und Pia Falter (Lammersdorf), die seit Donnerstag den Garten am Seniorenheim Seliger Gerhard in Simmerath verschönert haben.

Aachen, 8. Mai, 15 Uhr

Der Stamm Venwegen der PSG benötigt Blumen zur Bepflanzung der Außenanlage der ehemaligen Grundschule Venwegen. Bitte einfach vorbeikommen, oder anrufen! Kontakt: 0241-9542611, b.richter@psg-venwegen.de

Aachen, 8. Mai, 15 Uhr

Der BDKJ-Brand baut vor dem Pfarrzentrum ein Atrium und muss noch eine Menge an U-Steinen versetzen. Hierzu wird dringend eine Greifzange für U-Steine benötigt! Kontakt: 0241-521965, 72Stunden@bdkj-brand.de

Aachen, 8. Mai, 12 Uhr

Die KSJ-Pius sucht für die Verschönerung des Innenhofes der Jugendbildungsstätte Rolleferberg in Aachen eine schöne, altmodische Parkbank, eine mobile Lagerfeuerstelle, zwei massive Holzbänke, zwei Strandkörbe, zwei schöne altmodische und funktionierende Straßenlaternen sowie eine mobile Lagerfeuerstelle. Gedacht ist an die untere Hälfte eines großen Gastanks. Andere gute Vorschläge werden auch gerne angenommen. Helfer und Sponsoren werden auf dem Projekterinnerungsschild verewigt ;o) Ansprechpartner ist die KSJ-Pius. Tel: 0241/446324

Aachen, 8. Mai, 11.55 Uhr

Die DJK Sportjugend Aachen möchte die tatkräftigen Aktionsgruppen stärken - und braucht dafür jede Menge Brötchen, Aufschnitt in allen Varianten und natürlich Butter. Außerdem Getränke und Pappbecher. Also liebe Bäcker, Supermärkte und Metzger, spendet ein bisschen, dann kommt schon einiges zusammen! Und die Aktionsgruppen können satt und zufrieden weiter machen.... Kontakt: 0176-64281562, l.jansen@djk-sportjugend-aachen.de

Aachen, 8. Mai, 8 Uhr

Die Gruppe BDKJ-Brand sucht dringend einen 12-Tonnen-Kipplaster (oder auch 7,5 Tonnen, wenn das nicht klappt) für zwei Fahrten von Geilenkirchen nach Brand am Freitagmorgen, bei denen Kies und Sand transportiert werden müssen. Die Gruppe hat die Aufgabe bekommen, den Innenhof eines Jugendheims zu renovieren. (11 Uhr: Der BDKJ hat einen Kipplaster bekommen.)

Heinsberg, 7. Mai, 17.07 Uhr

Mehr als 500 Kinder und Jugendliche konnte der regionale Koordinierungskreis zur Auftaktveranstaltung im Waldfeuchter Bürgertreff begrüßen. Moderator Thomas Wenkert hieß zudem Regionaldekan Winfried Müller als Paten und Landrat Stephan Pusch als Schirmherrn der Aktivitäten im Kreis willkommen. Gäste der Veranstaltung waren auch die BDKJ-Diözesanvorsitzende Irene Porsch und Sebastian Hemmerde, Jugendoffizier der Bundeswehr in Geilenkirchen.

„Das hier ist doch ein ganz anderes Bild von Jugend”, blickte Pusch von der Bühne herab auf die vielen Kinder und Jugendlichen. Die Aktion sei die beste Werbung, die die Jugend für sich selbst machen könne, betonte er. „Ich hoffe, ihr habt selbst auch viel Freude bei eurer Aktion und dass eure Gemeinschaft dadurch gestärkt wird. Möge euch der Himmel schicken!”

Auch der Regionaldekan zeigte sich überwältigt von der Vielzahl junger Menschen, die schon beim Auftakt in Waldfeucht zugegen waren. „Ich bin stolz, natürlich auch, dass so viele Messdiener dabei sind”, sagte Müller. „Hier zeigt sich, dass die Jugend lebendig ist und unsere Zukunft mitgestaltet.” Dank sagte er allen Sponsoren, die sich in die Aktion eingebracht haben.

Auf der Bühne stellten die einzelnen Gruppen sich kurz vor und erläuterten in kurzen Interviews Einzelheiten zu ihren Aktionen. Dort erhielten sie vom regionalen Jugendbeauftragten Reiner Lövenich auch ihre Aktions-T-Shirts sowie ein weiteres Paket, das unter anderem eine Fahne und eine Kerze für die Gruppe sowie die Eintrittsbändchen für die Abschlussveranstaltung am Sonntag im Aachener Eurogress enthielt.

Die Ministranten der Gemeinschaft der Gemeinden Hückelhoven sowie die Katholische Landjugend Erkelenz hatten sich ohne eigene Aktion gemeldet und die Überraschungsvariante gewählt. Sie wurden vor Ort mit Projekten beauftragt. So müssen die Hückelhovener Messdiener bis Sonntag für die Tagesgruppe in Hilfarth ein Terrassendach bauen und Stühle streichen, darüber hinaus am Korbmachermuseum die Außenanlagen herrichten. Die Katholische Landjugend Erkelenz hat den Auftrag, am Haus St. Georg in Wegberg die Spielgeräte ab- und an anderer Stelle wieder neu aufzubauen.

Zum Unterhaltungsprogramm bei der Auftaktveranstaltung trugen die KGS Geilenkirchen mit dem Aktionslied, die Junge Kirche Geilenkirchen mit dem Song „Uns schickt der Himmel” und die KJG Granterath mit dem Lied „Schlaflos in Granterath” bei. Die Iltis-Jugend Unterbruch präsentierte einen Tanz. Zudem engagierten sich die Bands „First Stage” und „Radiant”.

Aachen, 7. Mai, 17.07 Uhr

Die Kurzversion der ganzen Geschichte könnte wie folgt aussehen: Barbara Wieners bepflanzt ein Beet mit Blumen und möchte damit die Welt verbessern. Erstaunlich, dass die 16-jährige Schülerin davon überzeugt ist, dieses Ziel auch erreichen zu können. Noch erstaunlicher ist aber, dass die Chancen dafür alles andere als schlecht stehen.

Denn Barbara Wieners ist nur eine der zahlreichen Teilnehmer beim Projekt „72 Stunden - uns schickt der Himmel”. Wie viele es sind, dass kann noch nicht mal die Citykirche veranschaulichen, wo der offizielle Startschuss zur großen Sozialaktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend fallen wird. Obwohl es einige hundert sein dürften, die sich dort versammelt haben. Aber die Dimensionen des Projekts gehen weit darüber hinaus. 2278 Teilnehmer in 79 Gruppen haben sich allein in Stadt und Kreis Aachen angemeldet. Etwa 7500 Jugendliche machen im Bistum Aachen mit, rund 100.000 sind es bundesweit.

Den Jugendtreff verschönern

Deswegen ist Barbara Wieners überzeugt, dass sie die Welt ein bisschen besser machen kann. Weil sie die ambitionierte Aufgabe nicht alleine schultern muss. Und natürlich macht sie mehr, als ein paar Blumen Pflanzen. Gemeinsam mit 40 weiteren Mitgliedern ihrer Pfadfinder-Gruppe aus Venwegen möchte sie den Jugendtreff in der alten Grundschule wieder auf Vordermann bringen. „Und da gibt es einiges zu tun”, sagt Barbara. Die Jugendlichen müssen Material besorgen, wollen streichen, den alten Schulhof aufräumen und, genau, Blumen pflanzen. „Und ich bin optimistisch, dass wir das in 72 Stunden schaffen”, sagt die Schülerin.

Denn das ist die gemeinsame Bedingung für alle Projekte. Sie gilt für die Kinder des Vinzenzheims, die einen bunten Nachmittag für Senioren veranstalten, genau wie für die Messdiener aus Richterich und Horbach, die einen Flohmarkt zu Gunsten eines Dritte-Welt-Projekts organisieren. Und auch den Schülern des Pius-Gymnasiums bleibt für ihr Projekt nicht mehr als 72 Stunden Zeit. Dabei wissen sie noch gar nicht, was für ein Projekt sie bearbeiten werden. Sie haben sich für die „Get-it-Variante” entschieden. Was sie machen sollen, erfahren sie kurz nach dem Startschuss.

Der fällt in wenigen Sekunden. Turmspringer Johannes Donay zählt den Countdown herunter, er hat die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. Und weil es so gut zum Motto der Initiative passt, zählt er nicht von zehn, sondern von 72 abwärts. Deswegen dauert der Countdown ziemlich lange. Aber die Jugendlichen zeigen Ausdauer, erst bei den letzten Zahlen steigern sie ihre Lautstärke aufs Maximum.

Generell beweisen die jungen Menschen in der Citykirche all die Attribute, die ihnen so gern zugeschrieben werden. Sie sind laut, euphorisch, ausgelassen. Weniger oft ist in Zusammenhang mit Heranwachsenden die Rede von Verantwortungsbewusstsein, Fleiß und freiwilligem Einsatz. Aber genau das zeichnet die Teilnehmer der 72-Stunden-Aktion aus. Deswegen wird Barbara Wieners Blumen pflanzen gehen.

Stolberg, 7. Mai, 17.07 Uhr

Auf dem Rathausvorplatz hält Miguel Vila-Palacios schlendert überrascht inne. Eine Traube junger Menschen prägt das Bild, Musik erfüllt die Luft. „Also, das ist so...”, erklärt Jörg Beißel, als Leiter der KOT St. Josef einer der Mitverantwortlichen, dem verblüfften Passanten, was hier eigentlich los ist. „72 Stunden” ist los - und das kann man getrost wörtlich nehmen.

Alle neun Stolberger Kinder- und Jugendgruppen, die sich an der bundesweit größten Sozialaktion beteiligen, nehmen feierlich ihre Projekte entgegen. In Form eines Kartons, der allerlei Hilfreiches birgt, wenn es für die jungen Kupferstädter Ehrenamtler in den nächsten drei Tagen bis zum Sonntag darum geht, gemeinnützige Arbeit zu verrichten.

„Es ist schon ein besonderes Ereignis und ein mutiger Schritt, wenn man sieht, wie Jugendliche sich gemeinsam für andere engagieren”, lobt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler die verschiedenen Initiativen, von denen einige heute, andere wiederum Samstag ihren Anfang nehmen. „Wenn ich irgendetwas tun kann - Malefizsteine wegräumen, Wege ebnen -, dann lasst es mich wissen”, fährt Stolbergs Erster Bürger und Pate einiger 72-Stunden-Projekte fort.

Ein Team nach dem anderen nimmt jene besondere Boxen, die „Action-Kits” für Action-Kids, in Empfang und bereitet sich noch einmal auf das Mammutprojekt vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) vor. Und Miguel Vila-Palacios ist mittlerweile voll im Bilde. „Das ist eine tolle Aktion. Es ist wichtig, junge Menschen in soziales Engagement einzubinden”, ist der Passant nicht nur über das bunte Treiben erstaunt, sondern auch über die Bereitwilligkeit.

Viel Materielles ist übrigens nicht in der Box - ein paar Telefonnummern, einige Armbändchen, eine CD mit dem Titel-Song. Was zählt ist, was die jungen Menschen in den nächsten drei Tagen daraus machen.

Venwegen, 7. Mai, 16.52 Uhr

Noch ist die Materialliste des PSG Stamm Venwegen viel zu lang: Wer kann helfen, dass sie kürzer wird???

Materialliste

25m (5x1,5mm) Kabel
25m (3x1,5mm) Kabel
1 x Wechselschalter (Aufputz)
5 x Steckdose (Aufputz)
1 Paket Nagelschlellen
1 Paket Kabelklemmen
2 Feuchtraum-Leuchtstoffröhren-Lampen
OBO Schellen
eventuell Stahlregale für den Speicher
diverse Nägel und Spaxschrauben
8 x 1,21m Splitterschutzfolie für Fenster im Gruppenraum
Bauern-Abdeckfolie
OSB Platten
Niedrigdruck Amatur für die Küche im Gruppenraum
Untertischgerät
3 x Türbürsten (für außen und hoch)
diverse Pflänzchen und so für das vom Unkraut überwucherte Beet vorm Pavillon
3 x Wandfarbe bzw. Fassadenfarbe

Tel: 02408-5365, Adresse: 52064 Aachen, E-Mail: b.richter@psg-venwegen.de

Aktionsgruppe: PSG Stamm Venwegen

Süsterseel, 7. Mai, 14.12 Uhr

Um den Barfußpfad in Süsterseel zu realisieren, benötigt die Süsterseel Connection einiges an Material: von Randsteinen über Werkzeuge und Füllmaterial. Dafür ziehen die Kinder und Jugendlichen am Freitag und Samstag durch den Ort und darüber hinaus und besorgen das, was benötigt wird.

Bitte unterstützen sie, egal ob Privatperson oder Firma, die Kinder und Jugendlichen bei der Beschaffung des Materials und versuchen sie zu helfen, wo sie können! Vielen, vielen Dank hierfür!

Tel: 0178/7120059

Adresse: 52538 Selfkant Süsterseel

Aktionsgruppe: Süsterseel Connection
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