Erkelenz - Solartankstelle soll Elektromobilität fördern

Solartankstelle soll Elektromobilität fördern

Von: Helmut Wichlatz
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Ralf Bußberg, Gerald Zirbes, Ansgar Lurweg und Peter Jansen (v.l.n.r.) testen die Tankstelle. Foto: H. Wichlatz

Erkelenz. Mit den Themen Klimaschutz und erneuerbarer Energie rennt man in Erkelenz offene Türen ein. Die Stadt hat sich auf den Weg gemacht und will ein Vorbild für Klimaschutz sein. Derzeit wird ein Konzept erstellt, das die Weichen für eine grüne Zukunft stellen soll.

Da kam Bürgermeister Peter Jansen der Termin bei der Erkelenzer Firma Econ SolarWind natürlich gelegen. Die beiden Inhaber Ralf Bußberg und Gerald Zirbes hatten zur Eröffnung ihrer Tankstelle am Firmensitz auf der Gewerbestraße Süd eingeladen. Und damit machen sich die beiden Ingenieure, die seit elf Jahren im Photovoltaik-Geschäft erfolgreich sind, zumindest im Kreis zum Vorreiter – mit der ersten Solartankstelle für Elektroautos.

„Viel geredet, nichts gesagt“

„Die Elektromobilität steht in den Startlöchern. In der Politik wird derzeit viel darüber geredet, aber nichts gesagt“, betonte Zirbes mit Blick auf den zurückliegenden E-Mobilitätsgipfel in Berlin. Er und sein Kollege Bußberg sind überzeugt, dass sich die Elektromobilität durchsetzen wird. Sie verweisen auf das Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Die Besitzer von Elektroautos in Erkelenz kenne man zumeist namentlich, erklärte Jansen. Er war mit seinem technischen Beigeordneten Ansgar Lurweg im beliebtesten Dienstwagen der Stadtverwaltung, dem E-Smart gekommen. Angesichts der derzeitigen Situation durch den Braunkohletagebau habe Erkelenz ein besonderes Interesse an Wind und Sonne als Energielieferanten.

Die Sonne spielt bei der Solartankstelle natürlich eine besondere Rolle. Denn der grüne Strom für das E-Auto wird gleich auf dem Dach des Firmensitzes gewonnen – quasi backfrisch in die Batterie. Für den Fall, dass die Leistung der Solartankstelle nicht ausreicht, haben Zirbes und Bußberg vorgesorgt. Dann wird aus der Steckdose beigetankt, „und zwar Strom der Naturstrom AG“, wie Bußberg unterstrich. Somit sei sichergestellt, dass das E-Auto auch wirklich spürbar zur Emissionsverbesserung beitrage. Elektroautos, die mit herkömmlich produziertem Strom aufgeladen werden, liegen in den Emissionswerten gleichauf mit einem sauberen Diesel, betonte er.

Ein Manko ist derzeit sicher die Ladezeit, die bis zu zwei Stunden betragen kann. Zur Verfügung stehen zwei Ladestationen vom Typ 2 (3-phasig mit 16 Ampere) mit einer Ladeleistung von jeweils 11 Kilowattstunden. Wenn man Kunde der Solartankstelle wird, ist die erste Tankladung kostenlos. Dann wird zu 30 Cent pro Kilowattstunde abgerechnet. Sobald man die Ladekarte mit Chip hat, kann man zu jeder Tageszeit ans Ökonetz. Die Kosten für rund 200 Kilometer liegen somit bei unter sieben Euro.

Ladezeiten sinnvoll nutzen

Kostenneutral wird es, wenn man das Elektroauto an der heimischen Steckdose mit Strom auflädt, den die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach produziert hat. Über diese und ähnliche Möglichkeiten diskutierten die beiden Ingenieure in offenen Veranstaltungen, etwa um „saubere Elektromobilität“. Von der sind beide Firmengründer überzeugt. Ihre „Firmenflotte“ besteht aus zwei E-Fahrzeugen. „Die Reichweite von rund 200 Kilometern reicht für alle anliegenden Fahrten in der Stadt und Umgebung“, erklärte Zirbes. Und selbst, wenn ein Elektroauto an der Steckdose hängt und ans Stromnetz angeschlossen ist, leistet es noch etwas Nützliches. Denn dann ist das Stromnetz um die Kapazität der Batterie des Elektroautos erweitert.

Die Wartezeit bei der Solartankstelle kann man auch sinnvoll nutzen. „Wir werden den Kunden kostenlose Leih-Fahrräder zur Verfügung stellen, damit sie in der Ladezeit Einkäufe oder einen kleinen Ausflug machen können“, so Zirbes. Das sollte doch ein verlockendes Angebot sein, schließlich ist Erkelenz eine fahrradfreundliche Stadt.

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