Sogar eine alte Ente fährt jetzt auf Strom

Von: Helmut Wichlatz
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Ihre rund 900 Grußkarten für die UNO hatten die Europaschüler in Erkelenz am Montag auf große Plakate geklebt. Foto: Wichlatz
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Mit einer umgebauten Elektro-Ente unterwegs waren Konrad Wangard und Elisabeth Göll aus Freiburg.

Erkelenz. Teilnehmer der „Wave Trophy“ werden an der Erkelenzer Europaschule mit Spannung erwartet. Sie sind auch in Heinsberg und Hückelhoven zu Gast.

Ungewöhnlichen Besuch gab es am Montag zur ersten Unterrichtsstunde bei der Europaschule. Obwohl normalerweise Autos auf dem Schulhof nicht so gerne gesehen werden, wurde diesmal nicht nur ein Auge zugedrückt. Vielmehr wurden die Teilnehmer der „Wave Trophy“ mit Spannung erwartet. Denn die größte E-Mobil-Rallye der Welt legte mit rund 80 Teams und einem Begleittross auf ihrem Weg von Bremerhaven nach Basel auch im Kreis Heinsberg Zwischenstopps ein. Neben der Europaschule konnten sich auch das Heinsberger und das Hückelhovener Gymnasium über den „flüsterleisen“ Besuch freuen.

Die Autos, die kurz nach acht auf den Schulhof am Schulring gerollt kamen, waren nämlich nur hübsch anzusehen. Röhrende Motorgeräusche und den Geruch von Benzin in der Luft hatte die Karawane mit Teilnehmern aus ganz Europa nicht zu bieten. Dass Elektroautos auch optisch was hermachen können, zeigten die teilnehmenden Tüftler zum Beispiel mit den auf Elektroantrieb umgebauten Kultautos Citroen 2CV, Fiat 500 oder Karmann Ghia.

Der Besuch geht auf die Initiative der Lehrerin Stephanie Busch zurück, deren Gatte Normann selbst aktiv an der Rallye teilnimmt. Bei Schulleiter Willi Schmitz traf sie auf ein offenes Ohr für ihr Anliegen. „Das ist die beste Art, Auto zu fahren“, erklärte er, während er mit Bürgermeister Peter Jansen und rund 200 Schülern auf die Ankunft der Elektro-Karawane wartete. Der Besuch der „Wave Trophy“ wurde gleich zum Anlass genommen, um einen schulweiten Projekttag zum Thema Klimaschutz durchzuführen.

Rallye-Organisator Philipp Walser stellte die teilnehmenden Teams und ihre Fahrzeuge einzeln vor. Bei den elektromobilen Fahrzeugen handelte es sich teilweise um Eigenbauten der Tüftler. „Mit der Rallye wollen wir vor allem zeigen, dass E-Autos durchaus alltagstauglich sind“, erklärte er. Und wegweisend nachhaltig. Denn die Teilnehmer mussten sich verpflichten, ausschließlich Strom zu verwenden, der nachhaltig erzeugt wurde, also aus Wind, Sonne oder Wasser.

Aufmerksamkeit zogen die Autos auf sich, die auch wie Autos aussahen, die man kennt. Zum Beispiel der 2CV, mit dem Konrad Wangard und Elisabeth Göll aus Freiburg an der Trophy teilnehmen.

Auch Bürgermeister Jansen ist ein Fan der E-Mobile. Längst hat die Verwaltung auch zwei „Stromer“ im Einsatz, einen Smart und einen BMWi. Trotzdem sieht er noch einen langen Weg bis hin zum erklärten Ziel der Bundesregierung, wonach in vier Jahren rund eine Million E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen. „Das kann nur gelingen, wenn einheitliche Normen geschaffen werden, die zum Beispiel ein Aufladen erleichtern und beschleunigen“, erklärte er.

Trotzdem sei gerade die Schule der beste Ort, um für die Idee von der umweltfreundlichen Mobilität zu werben, denn „hier beginnt das Umdenken“.

Vom Kreis Heinsberg aus ging es schließlich in drei Gruppen nach Köln, von dort aus weiter nach Mannheim. Dort werden die E-Mobile über Nacht ans Kabel gehängt, damit die Elektro-Rallye ohne Unterbrechungen fortgesetzt werden kann.

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