SMS? E-Mails? Von wegen: Postcrosser!

Von: Christina Handschuhmacher
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Aachen. Hier folgt der Grundtext.Henestibusto toremqu oditentia et vid quae periate venihil iquam, sincidest audis dis molore pro omnimus exerchil ipsant et hilit quiaspe verro dis dolorest, net, quos velit officiumqui dendisci offic tesed eumet escia
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Von Christina Handschuhmacher Heinsberg.

Waldfeucht. Lena Schmitz reist gerne und viel. Und für die Zeit, die sie zwischendurch zu Hause verbringt, hat sie nun eine kostengünstige Methode gefunden, sich ein Stück von der großen weiten Welt in ihr Zuhause in Waldfeucht-Obspringen zu holen.

Lena Schmitz ist Postcrosserin. Während bei anderen Menschen der Briefkasteninhalt zu 95 Prozent aus Rechnungen und Werbung besteht, freut sich Lena mindestens einmal pro Woche über farbenfrohe Grüße von fremden Menschen aus aller Welt.

„Für mich spielt dabei auch der Überraschungseffekt eine Rolle. Wer hat die Karte geschrieben? Wo wohnt er? Was steht auf der Karte drauf?“, erzählt Lena. „Dabei lernt man die Welt und die verschiedenen Kulturen ja auch ein Stück weit kennen.“

440.000 Postcrossing-Nutzer

Egal, ob Kanada, Russland oder Finnland – auch der weltweite Postkartentausch funktioniert nicht ohne Internet. Das Prinzip von Postcrossing ist simpel: Nach der Registrierung auf der Postcrossing-Homepage erhält man die Adresse eines anderen Mitglieds. Jeder Postkarte wird dabei eine Identifikationsnummer (ID) zugewiesen, damit sie sich eindeutig zuordnen lässt.

Damit das Postcrossing-Prinzip funktioniert, muss die jeweilige ID auf der Karte notiert werden. Ist die Postkarte beim Empfänger angekommen, registriert dieser die ID der Karte auf der Postcrossing-Internetseite, quasi als Beleg dafür, dass der andere tatsächlich eine Karte auf den Weg gebracht hat. Nun erhält ein anderer Postcrosser die Adresse desjenigen, der gerade eine Postkarte verschickt hat. Und so geht es immer weiter...

So altmodisch diese Form der Kommunikation in Zeiten von Facebook, WhatsApp und Co. auch anmuten mag – sie hat viele Fans. Derzeit sind knapp 440.000 Menschen aus 218 Ländern bei dem Online-Portal registriert. Die meisten von ihnen stammen aus Russland, den USA, China und Taiwan. Deutschland folgt auf Platz fünf – beim Verschicken von Postkarten führen die Deutschen allerdings die Rangliste an.

Erfinder von Postcrossing ist der gebürtige Portugiese Paulo Magalhães, der das Projekt 2005 gegründet hat. Aus dem Hobby zu Studienzeiten wurde schnell ein Vollzeitjob für den heute 32-Jährigen. „Postcrossing.com war angedacht als kleine Webseite, aber es hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen“, schreibt Magalhães auf seiner Homepage.

Das nicht ganz unbescheidene Ziel des studierten Informatikers: Menschen auf der ganzen Welt über Postcrossing miteinander verbinden – unabhängig von Alter, Geschlecht, Wohnort, Glaube oder Nationalität. Und die Zahlen sprechen für ihn und seine Vision: Über 19 Millionen Postkarten sind laut Magalhães bereits mit Hilfe des Portals versendet worden und haben dabei auf ihrem Weg zweieinhalb Millionen Mal die Erde umrundet.

Melanie Spee hat bereits 120 Karten über Postcrossing verschickt. Heute ist Karte Nummer 121 in Produktion. Aber was schreibt man einem völlig fremden Menschen, dessen Adresse man mittels eines Algorithmus zugeteilt bekommen hat? Hier hilft ein Blick in das Profil weiter, sagt Melanie Spee. „Dort finden sich oft Anknüpfungspunkte. Auch bei der Auswahl der passenden Postkarte.“

Denn die 39-Jährige verschickt nicht wahllos irgendwelche Karten. „Ich schaue immer, ob ich eine Übereinstimmung finde – wenn jemand sich zum Beispiel für Katzen interessiert, bekommt er möglichst eine Karte mit Katzenmotiv.“

Seit etwa einem Jahr ist Melanie Spee nun Postcrosserin. Alle Postkarten aus dieser Zeit hat sie aufbewahrt und in ein Album eingeklebt. Ihre Lieblingskarte zeigt eine bunte Häuserreihe und hat aus Neufundland ihren Weg nach Wegberg-Beeck gefunden. Aber auch viele andere Karten haben Melanie Spee ein Lächeln auf die Lippen gezaubert – Karten mit ausgefallenen Motiven wie einem alten Playmobil-Männchen oder eben Landschaften, nette Sprüche.

In ihrem Profil kann Melanie Spee den Eingang und das Versenden jeder Karte nachverfolgen. Auf einer großen Weltkugel kann die kaufmännische Angestellte sehen, welche Karte den weitesten Weg zurückgelegt hat – 14.010 Kilometer zu Wendy nach Perth in Australien – und wie lange die Postkarte unterwegs war – 21 Tage.

Zurück zu Lena Schmitz: Die macht sich heute mit einer Postkarte auf zum Briefkasten. Diesmal hat das System eine 40-Jährige aus Zeeland für sie ausgewählt. Denn klar ist: Nur wer selbst fleißig schreibt, erhält auch Karten zurück. Und sicherlich werden dann auch in Lenas Briefkasten schon morgen oder übermorgen die nächsten Grüße aus aller Welt landen.

http://www.postcrossing.com

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