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Skurrile D-Mark-Funde in Kamin und Garten

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
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Bei den Banken noch immer gerne gesehen: Auch zwölf Jahre nach der Währungsumstellung werden alte D-Mark-Scheine und D-Mark-Münzen noch regelmäßig in Euro umgetauscht.

Erkelenz. Frank Deckers hat so manche Anekdötchen auf Lager. Dem Hauptkassierer der Raiffeisenbank Heinsberg ist auch zwölf Jahre nach der Währungsumstellung regelmäßig zum Schmunzeln zumute, wenn urplötzlich Kunden der Bank alte D-Mark-Scheine und -Münzen zum Umtausch aus ihren Taschen hervorholen.

„Da erlebt und hört man die skurrilsten Geschichten“, sagt er. Dass vergrabene Geldscheine bei der Gartenarbeit aufgetaucht sind, gehört da eher noch zur unspektakulären Sorte. „Einer unserer Kunden war in seinem offenen Kamin plötzlich auf eine stolze Anzahl alter D-Mark-Scheine gestoßen. Zum Glück waren sie noch nicht ganz verbrannt“, lacht er. Auch bei der Renovierung der neuen Wohnung seien schon alte Banknoten aufgetaucht, die der Vorgänger mit viel Mühe in die Wand eingemauert hatte, erzählt er.

An kreativen Verstecken, in denen sich die alten Münzen und Scheine der Deutschen Mark bis heute noch befinden, mangelt es sicher nicht. Fest steht aber: Es bedarf schon einer ausführlichen Suche nach dem alten Geld, um den noch ausstehenden Betrag jemals komplett auffindbar zu machen. Laut Angaben der Deutschen Bundesbank sind schätzungsweise rund 13 Milliarden D-Mark noch im Umlauf: Die Deutsche Mark ist also weitaus mehr verbreitet, als man das von einer Währung erwarten würde, die bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ausgedient hat.

„Bis heute kommen regelmäßig Kunden zu uns, um die alte Währung in Euro umzutauschen“, sagt Klaus-Dieter Kroll, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Heinsberg. Zwischen 20.000 und 30.000 D-Mark zählen die Kassierer jährlich an den Schaltern – das sind immerhin rund 80 DM pro Tag. In der Regel handele es sich um Beträge zwischen 5 und 1000 Mark, sagt Klaus-Dieter Kroll. „Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass wir größere Summen entgegennehmen. Die stammen dann meist aus Erbfällen oder tauchten bei Umzügen auf. Beim Aufräumen des Kellers wurden dann plötzlich alte Scheine gefunden.“

Von ähnlichen Geschichten wissen auch die Verantwortlichen der Kreissparkasse Heinsberg mit Sitz in Erkelenz zu berichten. „Die Fälle, bei denen große Summen an D-Mark umgetauscht werden, kommen bei uns immer seltener vor. Besonders in den ersten Jahren nach der Währungsumstellung wurde bei uns natürlich äußerst viel umgetauscht“, sagt Thomas Aymans, Sprecher der Kreissparkasse.

Keine Frist gesetzt

Während in Ländern wie Finnland, Frankreich oder Italien die alte Währung nicht mehr in Euro umgetauscht werden kann, besteht in Deutschland keine Umtauschfrist. Eine zeitliche Begrenzung ist derzeit auch nicht vorgesehen.

Wer noch alte Münzen und Scheine findet und diese umtauschen möchte, müsse jedoch darauf achten, dass mindestens 50 Prozent der Münze oder des Scheins noch erkenntlich sind, betont Aymans. Ein Umtausch könne sonst nicht erfolgen.

Bei beschädigten oder gar verschimmelten Banknoten und Münzen besteht allerdings die Möglichkeit, diese mit einem Erstattungsantrag an die Deutsche Bundesbank in Mainz zu senden. Der Antrag kann vom Kunden selber oder auch von seiner Hausbank gestellt werden.

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