Erkelenz - Sie tanzen für eine Welt ohne Gewalt: Flashmob in der Innenstadt

Sie tanzen für eine Welt ohne Gewalt: Flashmob in der Innenstadt

Von: Helmut Wichlatz
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„Erhebt Euch. Befreit Euch. Tanzt“ lautet das Motto der Bewegung „One Billion rising“. Weltweit tanzten gestern Frauen (und Männer) wie hier in der Erkelenzer Innenstadt und demonstrierten damit gegen Gewalt. Foto: hewi

Erkelenz. „Das ist mein Körper, mein Körper ist heilig“, heißt es in dem Lied, das am Sonntag auf dem Markt zu hören war. Zu den Rhythmen des Liedes und unterstützt von den Djembe-Freunden tanzten rund 80 Teilnehmerinnen dem Regen zum Trotz beim ersten Tanz-Flashmob, zu dem der Verein Erkelenzer Frauen Aktion (Efa) aufgerufen hatte.

Der Valentinstag war dabei bewusst gewählt. Denn seit 2013 ruft die Bewegung One Billion Rising („eine Milliarde erheben sich“) an diesem Tag weltweit zu Aktionen auf, um auf Gewalt gegen Frauen und Kinder aufmerksam zu machen. Rund eine Milliarde Frauen und Kinder auf der Welt sind schon Opfer körperlicher und seelischer Gewalt geworden.

„Darauf wollen wir aufmerksam machen“, erklärte Annette Peters vom Efa-Vorstand. Seit April hatten sie sich auf den Flashmob vorbereitet und unter Anleitung von Ute Eschweiler trainiert. Die Choreographie stammt von der New Yorker Künstlerin Eve Ensler und entstand als Antwort auf die Vergewaltigungsfälle in Indien, die aufgrund ihrer Brutalität weltweit Schlagzeilen machten. „Angesichts der Vorfälle in Köln und anderswo ist das Thema Gewalt gegen Frauen aktueller denn je“, betonte Peters.

Mit der Tanzaktion wolle man vor allem ein Zeichen setzen und zum Nachdenken anregen. Denn auch wenn derzeit die „antanzenden Nordafrikaner“ in aller Munde sind, sei Gewalt gegen Frauen kein Problem, das „anderswo stattfindet“, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters. Auch in hiesigen Breitengraden werde statistisch jede zehnte Frau und jedes dritte Kind mindestens einmal Opfer körperlicher Gewalt. „Das ist ein kulturenübergreifendes Thema und kommt nicht erst mit den Flüchtlingen zu uns“, betonte sie. Trotzdem sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um deutlich hervorzuheben, dass „jeder hier denselben Schutz verdient“.

Am Verein Efa schätze sie vor allem, dass er politisch und trotzdem unabhängig sei. Nur so könne der Gedanke auch in breite Teile der Bevölkerung getragen werden.

Auch wenn das Wetter nicht gerade einladend war für den angemeldeten Flashmob, waren es letztendlich doch über hundert Zuschauer auf dem Erkelenzer Markt, vor denen die Frauen tanzten. Einige ließen sich in der zweiten Runde auch zum Mitmachen überreden.

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