Sie ist immer da, wenn Flüchtlingen die Worte fehlen

Von: anna
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Aida Pätzold (links) im Gespräch mit einem Ehepaar. Sie verdeutlicht den Flüchtlingen im Café International von Amos die Möglichkeiten, Sprachkurse in Deutsch zu besuchen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. Der Oberbrucher Verein Amos, der sich nicht nur für arme und arbeitslose Menschen in der Region, sondern auch für die hier ankommenden und lebenden Flüchtlinge engagiert, hat jetzt sein Team für die Flüchtlingsarbeit weiter verstärken können: Für 20 Stunden pro Woche arbeitet hier seit kurzem Aida Pätzold aus Erkelenz als fest angestellte Beraterin für die Flüchtlinge in der Region.

Mithilfe von 5000 Euro aus der Aktion „Menschen helfen Menschen“ unserer Zeitung und weiteren finanziellen Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds konnte der Verein diese neue Halbtagsstelle zunächst für zwei Jahre einrichten.

Aida Pätzold ist 50 Jahre alt und Mutter von fünf erwachsenen Kindern. Sie spricht Deutsch, Arabisch, Französisch und die persische Sprache Fãrsi. Sie ist immer da, wo die Menschen den Kontakt zu Amos suchen, zum Beispiel bei den Ausgaben der Tafel oder im Café International, das der Verein einmal im Monat in Oberbruch anbietet. Und sie unterstützt auch den Flüchtlingsseelsorger der Region, der hier sein Büro hat, bei Übersetzungen. Ebenso engagiert sie sich in den Flüchtlingshelfer-Workshops.

Die neue Mitarbeiterin von Amos stammt aus Marokko, besuchte dort in Casablanca eine jüdische Schule und wollte in ihrer Jugend eigentlich nie in die Bundesrepublik, wie sie sagt. „Ich wollte damals in die DDR, unbedingt“, betont sie. Ihren späteren Ehemann traf sie zunächst in Frankreich und heiratete dann später in der Schweiz. Gearbeitet hat sie zuvor bereits im Verkauf und im Reinigungswesen. Über das Angebot, bei Amos nicht nur ehrenamtlich, sondern fest angestellt arbeiten zu können, habe sie sich sehr gefreut, erklärt sie.

Frauen liegen ihr am Herzen

Am Herzen liegen Aida Pätzold vor allem die Frauen in den Flüchtlingsfamilien, die sich oft gar nicht trauen würden, aus der zugewiesenen Wohnung herauszugehen, wie sie erfahren hat. Sie berichtet von einer Frau, die bereits zwei Monate in Oberbruch lebte und die Wohnung nicht einmal verlassen hatte.

„Es braucht viel Zeit, sie rauszuholen aus ihrer Schale“, sagt die neue Amos-Mitarbeiterin. Und dann kann sie den Neuankömmlingen auch in vielen behördlichen Angelegenheiten gute Ratschläge geben. Weil sie in diesem Bereich viel Übersetzungsarbeit leiste, wisse sie halt auch gut Bescheid, sagt sie. Sie macht für die Menschen, die noch kein Deutsch sprechen können, Termine bei Ärzten und Behörden oder begleitet sie auch dorthin.

„Die Menschen, die hier ankommen, brauchen erst einmal jemanden, dem sie vertrauen können, um überhaupt die Wohnung mal zu verlassen“, weiß auch Amos-Vorsitzender Johannes Eschweiler. Genau diesen Menschen finden sie jetzt in Aida Pätzold.

Sie sei am Anfang etwas skeptisch gewesen, ob das auch gut funktionieren würde, gibt Geschäftsführerin Elfi Brockhoven zu. Aber auch sie ist inzwischen begeistert davon, wie gut die Arbeit von Aida Pätzold von den Flüchtlingen nachgefragt und angenommen wird und wie Aida Pätzold ihr Netzwerk der Hilfe für die Flüchtlinge zudem immer weiter ausbaut.

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