Erkelenz - Sex-Vorwürfe „entschieden” zurückgewiesen

Sex-Vorwürfe „entschieden” zurückgewiesen

Von: kl
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Sexuelle Ubergriffe in der Erkelenzer Verwaltung? Im Februar beginnt vor dem Schöffengericht ein Prozess gegen einen Beamten, der derzeit dienstunfähig ist. Sein Arbeitsplatz im Rathaus bleibt leer. Foto: Schuldei

Erkelenz. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat Anklage erhoben gegen einen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Erkelenz. Dem Mann wird in einem Fall versuchte sexuelle Nötigung und in zwei weiteren Fällen vollendete sexuelle Nötigung zum Vorwurf gemacht, und zwar in der Tatbegehung „mit Gewalt und unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert war”.

Im Februar beginnt vor dem Schöffengericht in Mönchengladbach der Prozess gegen den 1965 geborenen Mann, der als Beamter im Ordnungsamt der Stadt Erkelenz tätig ist.

Die betroffenen Frauen sind ebenfalls bei der Stadtverwaltung beschäftigt. Ins Rollen gekommen war die Sache, nachdem sich eine Betroffene im Sommer 2009 offenbart hatte und auf Anraten eine Strafanzeige gegen den Mann bei der Polizei erstattete.

Nach der Mitteilung der Pressestelle des Landgerichts Mönchengladbach bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe „entschieden”, räumt bei der angeklagten versuchten sexuellen Nötigung von 2001 lediglich einvernehmlich den Austausch von Küssen ein. Die beiden vollendeten Taten sollen sich 2009 ereignet haben.

Die Verwaltungsspitze möchte wegen des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme abgeben. Sie bestätigt allerdings, dass ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eröffnet wurde. Er ist seit Bekanntwerden der Fälle im Sommer 2009 dienstunfähig.

Wie der Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen auf Nachfrage erklärte, habe die Stadt Erkelenz den Kreis Heinsberg gebeten, die Führung bei dem Disziplinarverfahren zu übernehmen. „Es soll gar nicht erst die Vermutung aufkomen, die Stadt Erkelenz wolle etwas vertuschen”, sagte Gotzen. Immerhin seien die Beteiligten allesamt Beschäftigte der Stadt.

Das Disziplinarverfahren ist zwar eröffnet, aber vorläufig ausgesetzt, weil zunächst der Ablauf und das Ergebnis des Strafverfahrens abgewartet werden.

Die zeitliche Spanne zwischen den dem Beamten zur Last gelegten Taten wird damit begründet, dass die 2001 betroffene Frau sich erst gemeldet hatte, nachdem im Sommer 2009 eine andere Betroffene Anzeige erstattet habe.

Rechtsanwalt Henning Klein aus Erkelenz, der den Angeklagen verteidigt, teilte am Donnerstag namens und in Auftrag seines Mandanten mit, dass dieser die gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf das Schärfste zurückweist. „Die ihm zur Last gelegten Taten hat er nicht begangen.”

Der Prozess vor dem Schöffengericht beginnt am 7. Februar um 9 Uhr. Weitere Verhandlungstermine sind für den 21. Februar und den 14. März anberaumt worden.

Nach § 177 StGB beträgt die Freiheitstrafe für eine sexuelle Nötigung „nicht unter einem Jahr”.

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