Sensationeller Coup beflügelt Heinsberg

Von: Rainer Herwartz
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Bürgermeister Wolfgang Dieder (links), Jugendmusikschulleiter Theo Krings (Mitte) und der Erste Vorsitzende der Jugendmusikschule, Jakob Gerards, präsentieren die Spendenaktion. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Er ist ein wahrer Glücksgriff, der die Stadt Heinsberg beflügelt – und das auch noch im reinen Sinne des Wortes. Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule, der es schon schaffte, mit dem Gitarrenfestival die Kreisstadt in den internationalen Fokus zu rücken, gelang jetzt ein neuer Coup, der für die musikalische Zukunft Heinsbergs ein Meilenstein werden könnte.

Gemeinsam mit den Stadtoberen präsentierte er die neueste Errungenschaft: einen Steinway Konzertflügel D-274 – der professionelle Standard in den großen Konzerthallen der Welt. „Wenn mir jemand vor zwei Monaten gesagt hätte, dass wir einen D-Flügel von Steinway nach Heinsberg kriegen, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, sagt Krings voller Begeisterung. „Der nächste Steinway D, von dem ich weiß, steht im Eurogress in Aachen.“

Euphorische Stimmung

Die euphorische Stimmung, die auch von Bürgermeister Wolfgang Dieder und dem Ersten Vorsitzenden der Jugendmusikschule, Jakob Gerards, geteilt wird, erklärt sich schnell, wenn man weiß, dass ein derartiges Instrument, der größte Steinway überhaupt, neu etwa 135.000 Euro kosten würde. Gar so kostspielig ist der 2,74 Meter tiefe, aus dem Jahr 1986 stammende Flügel, der komplett überarbeitet wurde, allerdings nicht. Und Krings legt besonderen Wert auf die Feststellung, dass der Steinway mit keinem Cent das Budget der Jugendmusikschule belastet. Finanziert wird er nämlich über eine besondere Spendenaktion, die nun vorgestellt wurde.

Jeder Förderer kann sich mit einem ganz persönlichen Anteil in Form einer oder mehrerer Tasten beteiligen. „Der großzügigen Zwischenfinanzierung eines privaten Unterstützers ist es zu verdanken, dass das Instrument schon gekauft werden konnte, obwohl die geplante Spendenaktion noch gar nicht angelaufen war“, erläutert Krings. Aus einem zweiten Tastensatz, der ihm zur Verfügung gestellt wurde, wird jeder Spender für den Gegenwert von 500 Euro seine ganz individuelle Taste erwerben können, symbolisch für eine bestimmte des Flügels. Schon vor dem offiziellen Start der Aktion sind aufgrund der Mund-zu-Mund-Propaganda die ersten 26 Tasten finanziert. „Als Erstes war der Kammerton A weg“, freut sich Krings über die gelungene Idee, die großzügig unterstützt von der Werbeagentur Team VK, vor einigen Monaten konzipiert wurde.

Schon vor etwa drei Jahren, als klar wurde, dass es in Heinsberg mit dem „Rondell“ im Klevchen einen neuen, bis zu 200 Personen fassenden Raum geben würde, der auch ideal als Proben- und Veranstaltungsraum für die Jugendmusikschule dienen konnte, reifte der Gedanke an einen geeigneten Flügel. „Wir hatten gehofft, es mit einem B-Flügel von 2,11 Metern Länge hinzubekommen“, sagt Krings. In Berlin schien sich denn auch ein passendes, bezahlbares Instrument zu finden.

Als sich der Jugendmusikschulleiter dann zum Probespiel in die Bundeshauptstadt aufmachte, hielt der kleinere Steinway jedoch nicht, was er versprach. Der daneben stehende Gigant hingegen klang und spielte sich wie ein Traum. „Und überraschenderweise befanden wir uns nach einer halben Stunde Gespräch mit dem Verkäufer in dem finanziellen Bereich, der für uns machbar war“, kann es Krings noch heute kaum fassen, was da für ein Schnäppchen gelungen war. Denn wenn alle 88 Tasten an den Mann oder die Frau gebracht sind, ist auch der edle Steinway, der ursprünglich in New York seine Zuhörer verzauberte, komplett bezahlt.

„Zur Einweihung des instrumentalen Traums und zum offiziellen Start der Spendenaktion passt perfekt, dass ohnehin für Dienstag, 24. September, der New Yorker Jazz-Pianist Walter Fischbacher und sein Trio nach Heinsberg eingeladen worden waren. Im Rahmen des Konzertes wird den ersten Unterstützern der Aktion „Ein Flügel für Heinsberg“ ihre persönliche Taste überreicht und es wird eine Grafik vorgestellt, mit der den Förderern ihre Taste zugewiesen wird, dauerhaft im Internet (www.heinsberg-befluegelt.de) und vor Ort dokumentiert.

Das Konzert mit dem im Big Apple derzeit angesagtesten Piano-Trio „Controlled Piano Trio Madness“ beginnt um 20 Uhr im „Rondell“ an der Jugendmusikschule. Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um eine Spende gebeten. Eine Platzreservierung ist unbedingt erforderlich. Diese ist per Email an das Büro der Jugendmusikschule oder telefonisch unter Telefon 02452/9243703 oder formlos-schriftlich an die Jugendmusikschule, Schafhausener Straße 41, 52525 Heinsberg, möglich.

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