Erkelenz - Seniorenbegleiter müssen nur Zeit mitbringen

Seniorenbegleiter müssen nur Zeit mitbringen

Von: hewi
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Sie können gut zuhören: die Seniorenbegleiterinnen Rosemarie Kapp und Heidi Breidt von der Gemeindediakonie. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Vor rund zwei Jahren bildete die Evangelische Gemeinde die ersten Seniorenbegleiter aus und reagierte damit auf die zunehmende Vereinsamung alter Menschen. Die Aufgabe der Seniorenbegleiter ist einfach. Sie besuchen regelmäßig einmal pro Woche einen Senior und verbringen Zeit mit ihm.

Das Angebot kommt bei den älteren Gemeindemitgliedern gut an, weiß Diakoniemitarbeiterin Heidi Breidt. Sie organisiert das Angebot und stellt auch den ersten Kontakt her.

Denn unvorbereitet sollen die beiden nicht aufeinander treffen. „Zuerst führe ich alleine ein Gespräch, um einzuschätzen, wer denn wohl passen könnte“, betont sie. Denn natürlich muss die Chemie stimmen. Wie zwischen Gerda Gabriel und Rosemarie Kapp.

Gabriel ist mit 97 Jahren das älteste Mitglied der Gemeinde. Als sie bei einer Adventsfeier im Gemeindezentrum von dem Angebot hörte, wollte sie mitmachen. „In meinem Alter kommt man nicht mehr so leicht vor die Tür“, erzählt sie bei einem Treffen im Gemeindezentrum. Zwischen ihr und der 22 Jahre jüngeren Rosemarie stimmte die Chemie auf Anhieb.

Und so treffen sie sich einmal pro Woche und reden bei Kaffee und Kuchen „über Gott und die Welt“, wie die ehemalige Textilingenieurin es beschreibt. Mehr als ein regelmäßiges Treffen soll an sich nicht aus der Begleitung entstehen, sagt Breidt. Denn die Ehrenamtler sollen nicht die Funktion der Familie oder der Betreuung übernehmen. Deshalb lernen sie in den acht vorbereitenden Kurseinheiten auch „nein“ zu sagen. Schließlich werden ja keine Haushaltshilfen vermittelt. Die hat Gerda Gabriel sowieso, denn trotz ihres Alters wohnt sie noch allein in ihrer eigenen Wohnung.

Beim ersten Kurs waren neun Seniorenbegleiter dabei, von denen einige aber ihre Arbeit eingestellt haben. Deshalb will Breidt ab dem 19. September eine neue Schulung anbieten. Auch nach dem Erhalt des Zertifikats nach den acht Unterrichtseinheiten bleiben die Begleiter nicht sich selbst überlassen. In monatlichen Treffen tauschen sie Erfahrungen aus und besprechen auch Probleme, die sich ergeben.

Dabei ist Diskretion oberstes Gebot. „Der Kreis ist zur Verschwiegenheit verpflichtet“, betont Heidi Breidt. „Wer bereit ist, ein wenig Zeit zu verschenken, der kann sich über die Tätigkeit des Seniorenbegleiters informieren.“ Einzige Voraussetzung ist ein polizeiliches Führungszeugnis.

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