Seltenes Hobby: Mit Schlittenhunden auf den Feldwegen unterwegs

Von: Helmut Wichlatz
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Elisabeth Kühl betreibt mit ihren wunderschönen Huskys ein wahrhaft seltenes Hobby. Foto: Wichlatz
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Zumeist sind die sechs Huskys vor einen Wagen mit Ballonreifen gespannt, denn ausreichend Schnee ist in der Region nicht zu erwarten. Foto: Wichlatz

Erkelenz-Katzem. Wer auf den Feldwegen rund um Katzem unterwegs ist, hat sie sicher schon gesehen: denn Elisabeth Kühl betreibt mit ihrem Hundegespann ein wahrhaft seltenes Hobby. Zumeist sind die sechs Huskys vor einen Wagen mit Ballonreifen gespannt. „Schnee ist hier ja eine Seltenheit“, betont Kühl.

„Und wenn Schnee liegt, dann ist er nicht zum Ankern geeignet.“ Und das sollte man können, um das Gespann anhalten zu können. Die Steuerung des Schlittens oder Wagens erfolgt auf Zuruf. Gebremst wird mit dem besagten Anker, der sich fest in den Schnee oder Grund hinter dem Gefährt bohren muss. Sonst bleibt das Gespann nicht stehen. Elisabeth Kühl und ihr Mann Werner haben insgesamt acht Hunde.

Neben den sechs Huskys, die sie vor ihre Gefährte spannt, gibt es da noch die Mischlingshündin Lara. Rund 30 Prozent Husky stecken aber auch in ihr. Der Chef des Rudels ist ein inzwischen schon sehr betagter Alaskan Malamute. „Er ist ein gemütlicher Typ“, erklärt seine Halterin. Im Gespann mit den Huskys könne er aber nicht mithalten, dafür ist er zu langsam. Alle Hunde schlafen abends im Wohnzimmer der Kühls, jeder in seiner eigenen „Kiste“.

Auf das ausgefallene Hobby kam Elisabeth Kühl auch aus pragmatischen Gründen. Da sie schon vor der Hochzeit mit Werner mehrere Huskys besaß, die bewegt werden wollten, schwang sie sich oft aufs Fahrrad. Wer die Übung „Hund am Rad“ kennt, weiß um die Probleme, die sich ergeben können, wenn ein Kaninchen den Weg kreuzt oder dem treuen Begleiter ein interessanter Duft in die Nase weht. Da auch Werner ein paar Hunde mit in die Ehe brachte, hatte das Rudel bald die Größe für ein Gespann.

Im Gegensatz zu seiner Frau steigt Werner nicht auf den Wagen oder Schlitten, um sich von seinen Hunden durch die Lande ziehen zu lassen. „Das ist mir zu unsicher“, sagt er. Außerdem braucht man in jedem Sport das geeignete „Bodenpersonal“. Zum Beispiel auch, wenn die Kühls nach Schweden fahren, um drei Wochen lang wirklich mal Hundeschlitten zu fahren. Das tun sie jedes Jahr für mindestens drei Wochen. Oft ist neben der vierbeinigen Crew auch die 95-jährige Mutter von Elisabeth dabei. Gereist wird unter anderem in einem umgebauten DHL-Transporter, der Platz bietet für alle Hunde und Fahrzeuge.

Da beim Hundeschlitten auf Zuruf gesteuert wird, ist es wichtig, dass die Führungshunde ganz vorne „fest im Kopf“ sind, sagt Elisabeth Kühl. Sie müssen die Kommandos zum Richtungswechsel verstehen und auch umsetzen. Da haben es die hinteren Hunde leichter, denn sie müssen nur mitlaufen. „Mit der Stellung im Rudel hat das nichts zu tun“, weiß die Hundehalterin. „Die Führungsrolle des Lead-Dogs beschränkt sich zumeist auf das Gespann.“

Wenn sie unterwegs Spaziergängern begegnet, kann es heikel werden, weil die Passanten zumeist die Tiere streicheln wollen. Das ist jedoch schwierig bei sechs Hunden, die alle mal drankommen wollen, aber in einer bestimmten Reihenfolge eingeschirrt sind. „Einmal entstand ein solches Knäuel, dass ich meinen Mann anrufen musste“, erinnert sie sich. Gemeinsam hatten sie noch ihre liebe Mühe, die Hunde zu entwirren. „Es sind Freizeithunde“, sagen beide. „Die wollen eben auch mal geknuddelt werden.“

Darüber hinaus brauchen sie aber auch Bewegung. Rund 30 Kilometer am Tag sollten schon drin sein, vor allem in der Trainingszeit vor dem Besuch in Schweden. Mit Hunden zu reisen, ist zeitraubend und kostspielig. Für die Ein- und Ausreise brauchen die Kühls jeweils aktuelle Belege über eine Entwurmung und Untersuchung durch einen Tierarzt. Wenn sie mal ohne Hunde unterwegs sind, springt Elisabeths Sohn ein und kümmert sich darum, dass jeder abends in seine „Kiste“ kommt.

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