Wassenberg - Selbsthilfegruppe besteht 35 Jahre: Angst verlieren und neuen Mut fassen

Selbsthilfegruppe besteht 35 Jahre: Angst verlieren und neuen Mut fassen

Von: Anna Petra Thomas
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Eva Jessen, Marianne Schotters, Maria Zumfeld und Dr. Cornelia Groschopp (von links) bei der Feier im Orsbecker Pfarrheim. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Gleich in zweifacher Hinsicht war das Treffen der Wassenberger Selbsthilfegruppe für an Krebs erkrankte Menschen im Orsbecker Pfarrheim ein besonderes: Zum einen konnte sie dabei unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Manfred Winkens auf ihr 35-jähriges Bestehen zurückblicken, zum anderen übergab die langjährige Vorsitzende Marianne Schotters aus Wassenberg den Vorsitz an Maria Zumfeld aus Orsbeck.

Sie habe bei der Caritas gearbeitet, sei dann selbst erkrankt und vor zwei Jahren zu der Gruppe gestoßen, erzählte Maria Zumfeld nach einem Wortgottesdienst, den Eva Jessen für die derzeit 35 Mitglieder der Gruppe gestaltet hatte. Marianne Schotters, die 2009 die Leitung der von Elisabeth Kutz gegründeten Gruppe übernommen hatte, will sich derweil ein wenig mehr ins Privatleben zurückziehen, der Selbsthilfe als Mitglied aber treu bleiben.

„Das Leid durch Krebs ist nicht weniger geworden“, betonte Maria Zumfeld. Doch durch die Erfahrungen und die Gespräche untereinander werde das Schicksal „erträglicher“, es werde angenommen. In der Gruppe werde versucht, den Betroffenen mit viel Freude und Frohsinn die Angst zu nehmen, damit sie wieder Mut fassen könnten.

Sicherlich habe die Gruppe in der Zwischenzeit viele Betroffene aus ihren Reihen verloren. Sie fände aber immer wieder neue, auch jüngere Mitglieder, fügte die neue Vorsitzende hinzu.

Am Anfang habe die Selbsthilfe nicht den Stellenwert gehabt, den sie heute besitze, erklärte Dr. Cornelia Groschopp vom Kreisgesundheitsamt, die ebenfalls zur Feier nach Orsbeck gekommen war. „Sie wurde auch von Ärzten kritisch gesehen.“ Aber es habe hartnäckige Mitglieder gegeben wie Elisabeth Kutz, die den Grundstein für Akzeptanz gelegt hätten, die sich im Laufe der Jahre gesteigert habe. Heute bezweifle niemand mehr ihren Sinn, habe die Selbsthilfe ihren Platz im emanzipierten Miteinander, wenn es um die psychosoziale Betreuung gehe, die vor allem bei chronischen Erkrankungen so wichtig sei.

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