Wassenberg - Selbsthilfeeinrichtung für Suchtkranke und Angehörige besteht seit 40 Jahren

Selbsthilfeeinrichtung für Suchtkranke und Angehörige besteht seit 40 Jahren

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Wassenberg. Klaus Kortzitze, Sprecher der Kreuzbundgruppe Wassenberg, und sein Stellvertreter Siegfried Walter, können es kaum fassen. Die Kreuzbundgruppe Wassenberg besteht seit nunmehr 40 Jahren. „Das war uns gar nicht so bewusst“, so Kortzitze. „Wir sind sogar die zweitälteste Kreuzbundgruppe im gesamten Diözesanverband Aachen.

Deshalb soll auch das Jubiläum mit einem Grillfest, zu dem alle Mitglieder und Vertreter der Suchtberatungsstellen am Samstag, 16. September, auf Haus Wildenrath eingeladen sind, gefeiert werden.

In den Jahren gab es so manche Tiefs und Hochs. Einbrüche in der Gruppenstärke auf fünf Personen im Jahr 2000 führten damals dazu, sich Gedanken zu machen, die Kreuzbundgruppe aufzugeben. „Doch wir haben weitergemacht und nahmen Kontakt zu der Beratungsstelle für Suchtfragen in Hückelhoven auf. Durch die Zusammenarbeit nahm die Gruppenstärke wieder zu“, sagt Klaus Kortzitze. Derzeit habe die Gruppe eine Stärke von 17 Teilnehmern, von denen einige seit Jahren regelmäßig kommen, erklärt Siegfried Walter. Wünschenswert seien noch mehr Teilnehmer, besonders auch junge Leute.

Bei der Kreuzbundgruppe handelt es sich um eine Selbsthilfeeinrichtung für Suchtkranke und deren Angehörige – und damit eine Anlaufstelle für Abhängige und Ko-Abhängige, wo jeder herzlich willkommen ist. Die Gruppe trifft sich wöchentlich mittwochs für zwei Stunden. Bei den Treffen geht es darum, den Suchtkranken und Angehörigen der Süchtigen, die immer auch von der Sucht betroffen sind, mögliche Wege aus der Abhängigkeit hin zur Abstinenz aufzuzeigen.

„In vertraulicher Atmosphäre können hier alle Probleme, Sorgen und Nöte, angesprochen werden“, erklärt Klaus Kortzitze. Die Gruppe ermögliche es auch, die eigenen Erfahrungen der psychischen und körperlichen Abhängigkeit weiterzugeben. „Wir alle sind selber betroffen oder waren betroffen von der eigenen Sucht oder Sucht eines Angehörigen und wissen um die Sorgen.“ Ziel der Kreuzbundgruppe sei letztlich, die Rehabilitation und Integration des Suchtkranken in Familie, Beruf und Gesellschaft sowie eine dauerhafte zufriedene Abstinenz zu erreichen und zu erhalten. „Dies ist nach unseren Erfahrungen aber nur möglich, wenn die Gruppe auch regelmäßig besucht wird“, erklärt Siegfried Walter.

Wöchentliche Informationsveranstaltungen

Die Aufgaben der Kreuzbundgruppe sind aber nicht nur auf die Gruppentreffen beschränkt. Seit vielen Jahren werden mit anderen Kreuzbundgruppen aus dem Kreis wöchentliche Informationsveranstaltungen auf der Suchtstation in Gangelt durchgeführt. Die Leitung der Gruppe nimmt an monatlich stattfindenden Supervisionsveranstaltungen unter der Leitung einer Suchttherapeutin, die gleichzeitig Bindeglied zwischen der Suchtberatungsstelle und der Kreuzbundgruppe ist, teil. Hinzu kommen Freizeitaktivitäten wie eine Grillfeier im Sommer, eine Weihnachtsfeier und ein Karfreitagsspaziergang.

„Mit unseren Aktivitäten und der Arbeit leisten wir einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, der im Endeffekt auch für die Kommunen zu einer möglichen finanziellen Entlastung führt“, so Kortzitze. „Hervorzuheben ist, dass dies einige kreisangehörige Kommunen erkannt haben und unsere Arbeit finanziell unterstützen. Leider trifft das jedoch auf die Kommunen Wegberg, Geilenkirchen und Selfkant nicht zu, obwohl der Bürgermeister der Stadt Wassenberg im Rahmen einer Bürgermeistersitzung im Kreis auch hierfür geworben hat. Von diesen wird seit Jahren eine finanzielle Unterstützung mit Hinweis auf die Haushaltsituation abgelehnt“, betonen Klaus Kortzitze und Siegfried Walter. Doch ohne Unterstützung und Sponsoren könnten die Kreuzbundgruppen all die Arbeit nicht leisten, betonen sie.

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