Selbst das neue Heinsberg-Lied kann nicht besänftigen

Von: Anna Petra Thomas
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Das Stadtprinzenpaar, Holger I. und Claudia (Herling) von der KG Ongerbröker Kohmule, nahmen Bürgermeister Wolfgang Dieder nach ihrer Machtübernahme in ihre Mitte. Foto: Anna Petra Thomas
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Marc Mevissen und Tamara Peters (von links) mit der Band der Jugendmusikschule bei der Uraufführung des Heinsberg-Liedes.
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Die Oberbrucher Rattengarde demonstrierte für den Erhalt der Festhalle.

Heinsberg. Während sich die Narren am Samstagvormittag auf den Weg Richtung Rathaus machten, um die Macht an sich zu reißen, scharte Bürgermeister Wolfgang Dieder jede Menge Unterstützer in der Begegnungsstätte um sich. Doch weniger Reden und Orden standen dabei in diesem Jahr im Mittelpunkt.

Vielmehr war es die Uraufführung des Heinsberg-Liedes, getextet von Helmut Hawinkels und mit ihm zusammen komponiert von Theo Krings, dem Leiter der Jugendmusikschule. Dieser griff dann in der eigens für die Premiere zusammengestellten Band auch selbst zum Akkordeon, um die Sänger Tamara Peters und Marc Mevissen zu begleiten.

Mit viel Applaus bedacht

„Heinsberg, Du bist wunderbar. Das ist mir schon lange klar“, sangen sie in vier Strophen, zwischendrin auch in Platt, und wurden dafür mit viel Applaus bedacht.

„Im Kampf gegen die Jecken ich euch brauch, sie kommen mit Pulverdampf und Rauch, um das Rathaus zu erstürmen, doch mit eurer Hilf geh ich nicht türmen!“, bat Dieder die Jecken aus Wirtschaft und Politik um Unterstützung gegen den Sturm der Narren. „Jetzt die Karnevalisten Richtung Rathaus ziehen, noch ist es Zeit, noch könnt Ihr fliehen“, rief jedoch Frank Backhaus als Vertreter des Komitee Heinsberger Karneval (KHK) den Anwesenden zu. Und hatte auch schon Dieders Wahlplakat vor Augen: „Vom Prinzen geschlagen, dass es so kracht, bitte gebt sie mir zurück, meine Macht.“

Weiter ging der Schlagabtausch dann unten vor dem Rathaus, bei strahlendem Sonnenschein und vor einer bunten Kulisse mit den Repräsentanten aller zwölf Gesellschaften des KHK und vielen bunt kostümierten Jecken. Dieses Mal stand dabei dem stellvertretenden Bürgermeister Albert Heitzer der Präsident der Stadtprinzen-Gesellschaft Ongerbröker Kohmule, Herbert Thebrath, gegenüber.

„Ich sag, wir fegen euch jetzt von den Rathaustreppen, dann steht ihr da so wie die Deppen“, ging Thebrath gleich zum Angriff über. „Drum hört jetzt auf mit eurer Laberei. Und macht den Weg für unsere Narren frei“, forderte er und brüstete sich mit starker Unterstützung: „Der SKV, die Gröne, Jecke und die Hahne, Rabaue, Waaterratte, HKV, sie alle stehen treu zu meiner Fahne. Der Wooder Wend und ooch die Blaue, ein Prinz mit Edelmann, auf den ich baue. Prinz Berthold, auch das sag ich noch, bereitet ein Menü für uns als Sternekoch.“

Nicht überzeugend

Mit all dem konnte er jedoch nicht überzeugen. Nein, Heitzer ließ kein gutes Haar am Prinzen: „Stellt euch Prinz Holger auf ‘ner Gala vor, das wär so etwas wie ein Eigentor. Er fegt durch das Buffet wie eine Fräse, egal ob Wurst, ob Fleisch, ob Käse.“ Und doch lenkte er dann schließlich ein: „Okay, ich hatte vor, mich heut mal nicht zu strecken, doch gegen diese Übermacht von Jecken, ist es wohl besser aufzugeben, sonst fürcht‘ ich tatsächlich um unser Leben.“

Bürgermeister Wolfgang Dieder schwenkte die weiße Fahne und übergab unter großem Jubel auf dem Platz den Schlüssel an den Prinzen. Die Machtübernahme wurde in der Begegnungsstätte noch lange weiter gefeiert mit einem Programm auf der Bühne, zu dem alle Gesellschaften einen Beitrag leisteten.

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