Seit 25 Jahren: Kleiderkammer hilft bedürftigen Menschen

Von: hewi
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Engagiert: Die Kleiderkammer in Lövenich, gegründet von Edith Schaaf (l.) besteht seit 25 Jahren. Foto: Passage

Erkelenz-Lövenich. Seit 25 Jahren gibt es die Kleiderkammer in Lövenich. Einmal in der Woche öffnet sie ihre Türen und lädt Menschen in Not ein, sich neu einzukleiden oder den Grundbestand für einen neuen Hausstand in Empfang zu nehmen.

„Die Kleiderkammer steht für schnelle und unbürokratische Hilfe in Sonderfällen des Lebens“, brachte Bürgermeister Peter Jansen bei seinem Jubiläumsbesuch in der Kleiderkammer das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen auf den Punkt.

„Einen kürzeren Weg von denen, die etwas abzugeben haben, zu denen, die es benötigen, gibt es nicht.“ Das System basiere natürlich auf Vertrauen und Ehrlichkeit“, betonte er. Die Spender vertrauten darauf, dass mit ihrer Spende kein Profit gemacht werde, während die Klienten auf die schnelle Hilfe und Qualität der Sachen vertrauen könnten.

Aus der Haft entlassen

Kontrollen bei den Klienten werden nicht gemacht, da jeder kommen und sich Kleidung aussuchen kann. Trotzdem berichteten die Mitarbeiterinnen schon von „Tourismus“ und Besuchern aus weiter entfernten Gemeinden, die mit der Bitte um Kleidung vorstellig werden. Oft seien es auch Haftentlassene, die mit nichts als dem, was sie am Leib tragen, zur Kleiderkammer kommen. „Die bekommen dann eine komplette Grundausstattung“, erklärte Edith Schaaf.

Sie gründete die Kleiderkammer vor 25 Jahren und betrieb sie zuerst von ihrer Garage aus, bevor sie in die Räume der Stadt an der Hauptstraße umziehen konnten. Zuerst ging es in den ersten Stock, wo die Kleiderkammer die sogenannte Partnerschaftswohnung bezog. Die wird normalerweise den Vereinen zur Verfügung gestellt, wenn diese Besuch von Partnervereinen oder Besuchsgruppen haben.

Auch die regelmäßigen Gäste aus der französischen Partnerstadt St. James waren früher regelmäßig an der Hauptstraße in Lövenich einquartiert. Seit einiger Zeit haben Schaaf und ihre elf Mitstreiterinnen nun auch die Räume des ehemaligen Jugendtreffs im Erdgeschoss für ihre Kleiderausstellung. Die Kleidung hängt ordentlich und dicht gedrängt an professionellen Kleiderständern, nebenan liegen T-Shirts und Unterwäsche fein gestapelt in Regalen. Jeden Donnerstag ist nachmittags Ausgabe und Annahme der gebrauchten Kleidung.

Wenn die Ernte beginnt

Wenn die Erntesaison beginnt, kommen mit den Erntearbeitern aus Osteuropa auch neue Kunden der Kleiderkammer nach Lövenich. „Ab und zu warten dann schon bis zu 50 Menschen vor der Tür, wenn wir öffnen“, erinnerte sich die stellvertretende Leiterin Bärbel Stukenberg. Die Kleidung der Kammer ist in gutem Zustand und oftmals sogar noch modern. Denn die Menschen kaufen und entsorgen ihre Kleidung immer schneller. Das sei natürlich für die Kleiderkammer ein großer Vorteil, betonte Stukenberg. Auch komplette Erstausstattungen für Säuglinge gehören zum Angebot der Kleiderkammer.

Arbeit gibt es in der Kleiderkammer nicht nur donnerstags. In der übrigen Zeit werden Spenden sortiert oder auch bei den Spendern abgeholt. In den Räumen muss darüber hinaus trotz der Enge Ordnung herrschen, damit man sich in dem vielseitigen Angebot auch noch zurecht findet.

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