Segelclub Wassenberg-Roermond: „Existenzgrundlage“ gesichert

Von: Daniel Gerhards
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Im Einklang mit der Natur: Wenn der Wind mitspielt, können die Segler auf dem Effelder Waldsee in der Saison von März bis Oktober ordentlich Tempo machen. Foto: Verein (1), Daniel Gerhards (1)
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Auf dem Wasser fühlt er sich frei: Manfred Peggen ist Vorsitzender des Segelclubs Wassenberg-Roermond.

Wassenberg-Effeld. Wenn Manfred Peggen über das Segeln spricht, dann gerät er ins Schwärmen. „Das ist wie Motorrad fahren – nur ohne Risiko“, sagt er. Er genieße es, sich in seinem Boot mit den Naturgewalten zu messen, richtig flott zu fahren und dabei immer wieder gefordert zu werden. „Man muss aufmerksam sein, sonst geht man Baden“, sagt der Vorsitzende des Segelclubs Wassenberg-Roermond.

Dafür braucht er nicht bis zur Küste zu fahren. Das Revier des Clubs ist der Effelder Waldsee.

Die Tradition des Segelns ist lang: Menschen bewegen sich schon seit mehr als 6000 Jahren mit Segelbooten fort. Damals setzte man die Segel allerdings nicht aus sportlichen Gründen. Das begann viel Später. Morgen jährt sich die Gründung des ersten Segelclubs in Deutschland zum 160. Mal.

Damals hatte der 16-jährige Ernst Buhrow im ostpreußischen Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, den SC RHE gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg zog der Verein nach Hamburg-Blankenese um. Das heutige deutsche Segelführerscheinsystem geht auf die Gepflogenheiten dieses Vereins zurück.

Gegründet im Jahr 1967

Ganz so lang ist die Historie des Segelclubs Wassenberg-Roermond nicht. 1967 fanden sich Segelsportbegeisterte aus Wassenberg und Umgebung zusammen, um einen Club zu gründen. Schon damals war der Effelder Waldsee das Revier des Clubs. Nur Segler mit größeren Schiffen fuhren in Roermond.

In den vergangenen Jahren musste der Verein allerdings mit einigen Schwierigkeiten leben. Bis vor drei Jahren konnten die Segler in der Saison von März bis Oktober die „überwiegende Fläche“ des Sees nutzen. Dann ging es plötzlich um die Existenzgrundlage des Vereins. „Ende 2012 sollte es vorbei sein mit der Segelei“, sagt Peggen.

Der Grund: Auf dem Waldsee soll am Amici Beach eine Wasserskibahn entstehen. Zusätzlich soll ein großer Teil des Sees Naturschutzgebiet werden. Peggen und seine Vereinskameraden konnten das Aus allerdings noch einmal abwenden. „Nach Verhandlungen mit verschiedenen Behörden und Absprachen mit den neuen Pächtern durften wir weitersegeln“, sagt er. Allerdings auf einer Fläche, die nun 25 Prozent kleiner ist, und mit Einschränkungen durch die Wasserskibahn. „Uns passt das gar nicht. Das nimmt uns ein Stück mit sehr gutem Wind weg“, sagt Peggen.

Eine weitere Schwierigkeit für die Segler: Weil der Campingplatz am Waldsee neu angelegt wurde, verlor der Verein sein Clubzelt und viele Mitglieder, die nun nicht mehr mit ihren Wohnwagen nach Effeld kommen. Aber man ließ sich trotz aller Schwierigkeiten nicht entmutigen. Ein neues Clubhaus wurde im Mai des vergangenen Jahres eröffnet.

Außerdem sorgten die Segler für einen neuen Trockenplatz und überarbeiteten ihre Steganlage. Mit dem neuen Standort des Clubhauses ist Peggen so richtig zufrieden: „Das ist einer der schönsten Plätze am ganzen See.“ Das Haus steht wenige Meter vom Campingplatz entfernt, direkt am Ufer. „Ich komme im Sommer oft abends mit meiner Frau hierher, dann genießen wir die Aussicht auf den See“, sagt er.

Sehr engagiert ist der Segelclub in der Jugendarbeit. Unter den insgesamt 47 Vereinsmitgliedern sind 27 Jugendliche. Der Club organisiert ihre Segelausbildung, Trainingswochenenden, Jugendlager und fährt zu Regatten auf anderen Gewässern.

Um noch mehr junge Leute für ihren Sport zu begeistern, veranstaltet der Club mit dem Kreissportbund einmal im Jahr die Aktion „Segeln für Kids“. In einer Woche lernen die Kinder dabei die Theorie und Praxis des Segelsports kennen. Am Ende der Woche bekommen sie den sogenannten „Jüngstenschein“.

Für seine Ausbildungsarbeit ist der Club bereits vom Deutschen Segler-Verband ausgezeichnet worden. Im Vergangenen Jahr machten beim Segelclub Wassenberg-Roermond 21 Kinder den „Jüngstenschein“ und neun Segler haben ihre Ausbildung zu einem anderen Bootsführerschein abgeschlossen.

Neben den Teilnahmen an Wettfahrten biete der Club seinen Mitgliedern auch weitere Aktivitäten an: Es gibt Segelfahrten an den Küsten Deutschlands, der Niederlande und auf dem Mittelmeer. Außerdem unternehmen die Clubmitglieder Motorbootfahrten in ganz Europa. Wenn man an das offene Meer, lange Kanäle und breite Flüsse denke, dann komme einem der Effelder Waldsee plötzlich ganz klein vor.

Beengt fühlten sich die Segler dort aber nicht. „Wir sind mit unserem Revier zufrieden“, sagt Peggen. Der See sei groß genug, um richtig Tempo zu machen.

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