Schwungvolles Bezirksschützenfest in Obspringen

Von: Anna Petra Thomas
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Viel Applaus spendete das begeisterte Publikum den Obspringener Frauen, die in Klompen auf der Bühne tanzten. Foto: Anna Petra Thomas
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Die Bezirkskönigspaare Tim und Sabrina van de Port (links) sowie Wolfgang und Manuela Lowis wurden offiziell in ihre Ämter eingeführt Foto: Anna Petra Thomas

Waldfeucht-Obspringen. „Tradition bewahren, Neues erfahren.“ So hat die Schützenbruderschaft St. Josef in Obspringen das Bezirksschützenfest überschrieben, das sie am Wochenende für den Bezirksverband Heinsberg im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ausgerichtet hat.

Schon am ersten Abend machte sie mit ihrer Starkbierwiesn diesem Motto alle Ehre. Mehr noch tat sie dies jedoch mit ihrem Heimatabend, bei dem gefühlt nicht nur jeder der rund 650 Obspringener mindestens einmal auf der Bühne gestanden hatte, sondern bei dem das Publikum von der ersten Sekunde an spürte, mit wie viel Stolz und zugleich Spaß an der Sache das kleine Dorf seine große Aufgabe meisterte. Ganz neue Ideen begeisterten die Besucher bei diesem kurzweiligen Marathon über vier Stunden, der erst kurz vor Mitternacht mit einem würdigen Großen Zapfenstreich zu Ende ging.

Eine große Überraschung gab es gleich am Anfang mit der „Liveübertragung“ eines Films auf die Bühnenleinwand. Der direkt aus Shanghai am weitesten angereiste Obspringener, Heinz-Gerd Oidtmann, fuhr da mit seinem Bruder Christian auf dem Traktor durch den Ort und kam nach 24 Stunden Anreise zusammen mit ihm pünktlich im Zelt an.

Präsident Josef Frenken schilderte in seiner Eröffnungsrede sehr eindrucksvoll seine Sichtweise des Veranstaltungsmottos. Die ältere Generation könne und dürfe sich nicht dem Wandel der Zeit entziehen und müsse Neuerungen positiv gegenüberstehen, forderte er. „Gleichzeitig ist die junge Generation aber auch dazu verpflichtet, alte Traditionen zu akzeptieren, fortzuführen und diese nicht immer als schlecht oder rückständig zu betrachten.“

Schützenfeste seien Orte der Begegnung und damit ein wichtiges Element der Traditions- und Brauchtumspflege. Und „Brauchtumspflege ist wirkliche Kultur, weil sie von uns selbst, von den Menschen vor Ort getragen wird“, betonte Frenken. Er dankte in diesem Zusammenhang allen Menschen im Dorf, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Wie ernst ihm dieses Anliegen war, sollte erst später bei der Rede des Ortsringvorsitzenden Norbert Finken deutlich werden. Die Verantwortung für ein solch großes Fest sei für das kleine Dorf erdrückend gewesen, berichtete er. „Es drohte die Absage.“ Doch dann sei mit neuen Kräfte und Ideen, gepaart mit viel Engagement, die Wende gelungen. „Obspringen wachte auf und rückte zusammen!“, freute er sich.

Schirmherr Christian Oidtmann blickte noch einmal zurück in die Geschichte der 1895 gegründeten Bruderschaft. Sie sei heute aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken, betonte er. „Ein solches Fest feiern zu dürfen, ist eine besondere Ehre und Verpflichtung zugleich.“ Weitere Grußworte sprachen im Laufe des Abends Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen, Präses Heinz-Wilhelm Vollberg und der Arzt Dr. Mathias Jansen aus Geilenkirchen als ehemaliger Obspringener.

Der Bezirksverband Heinsberg führte im Rahmen des Abends seine neuen Majestäten in ihre Ämter ein: als Bezirkskönig mit dem Kleinkalibergewehr Tim van de Port von der Bruderschaft St. Clemens und St. Aloysius Braunsrath, als Bezirkskönig mit der Armbrust Wolfgang Lowis von St. Rochus Porselen, als Bezirksprinz Carsten Rick von St. Sebastianus Dremmen, als seinen Stellvertreter Simon Knoben von St. Severini Karken, als Bezirksschülerprinz Marius Moll von St. Lambertus Hülhoven-Grebben-Eschweiler sowie als seinen Stellvertreter Nils Beckers von St. Martini Lieck.

Im Rahmenprogramm engagierten sich allen voran das Trommler- und Pfeiferkorps Braunsrath sowie der Musikverein Obspringen. Sie hatten die Majestäten, das Königspaar Berthold Stroms und Heike Vogt, Prinzessin Anna Stroms und Schülerprinz Simon Schmitz mit Gefolge und Ehrengästen ins Zelt geleitet, begeisterten mit Bühnenspielen und beim Großen Zapfenstreich. Zu gemeinsamem Singen animierte der Männergesangverein Braunsrath das Publikum.

Besonders gut kamen darüber hinaus die Vorführungen der Obspringener Männer, Frauen und Kinder an, die diese wochenlang einstudiert hatten. Den Anfang machten die Frauen mit einem „schnellen Heimatabend“, bei dem das ganze Programm in wenigen Minuten über die Bühne ging und die Lachmuskeln der Zuschauer arg strapazierte. Im weiteren Verlauf begeisterten die Frauen noch einmal mit einem Tanz auf Klompen, die „Dorfkinder“ mit einem Tanz zum Song „Ich bin a Dorfkind“ von den Dorfrockern. Und das Männerballett „Dreamboys“ kam mit seinem getanzten Feuerwehreinsatz ebenfalls ohne Zugabe nicht von der Bühne. Am Sonntag ging das Bezirksschützenfest mit einem großen Umzug zu Ende.

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