Wegberg - Schwiegermutter-Alarm im Forum Wegberg

Schwiegermutter-Alarm im Forum Wegberg

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Herzlich: Walli Hoppenstett (Helga Rögels) und der vermeintliche Schwiegersohn Gernötchen (Stefan Schlebusch). Foto: Monika Baltes

Wegberg. Es war das reinste Vergnügen, dieser Schwiegermutter-Alarm der Schwalmbühne Harbeck. Mit allem, was so dazugehört an Klischees rund um diese besondere Spezies Mensch: Die Schüssel Kartoffelsalat und das zartlilafarbene Spitzenkleid, beherztes Zupacken und vornehme Distanziertheit.

„Immer diese Schwiegermütter oder Schwiegermütter all in“, eine Komödie von Beate Irmisch, spielte genüsslich mit Verwechslungen und Vorurteilen, mit Überzeichnungen und dem berühmten Körnchen Wahrheit.

Neben den fünf ausverkauften Aufführungen der Schwalmbühne Harbeck im Forum Wegberg gab es – nach dem großen Erfolg im vergangen Jahr – auch diesmal wieder eine Benefizveranstaltung für die Bewohner von Alten- und Behindertenheimen. Über 222 Besucher freute sich Vorsitzender Karlheinz Bonitz, „im vergangenen Jahr waren es noch 150 Zuschauer“. Einen Urlaubstag müssen die meisten der rund 35 Beteiligten vor und hinter der Bühne nehmen, um den Termin am späten Nachmittag möglich zu machen. „Selbstverständlich“ sei das, meinte Walter Kotlowski, der zweite Vorsitzende des Theatervereins.

Anlässlich der Verlobungsfeier laufen die Schwiegermütter zu Hochform auf, die resolute Walli Hoppenstedt (Helga Rögels), die ihre Tochter endlich in wohlhabenden und sicheren Händen wähnt, und die vornehme Marliese von Zitzewitz (Karin Bonitz), die sich sowohl für eine zweite Ehe ihres Sohnes als auch für die anzuheiratende Verwandtschaft nur mäßig begeistern kann. 25 Jahre Altersunterschied trennen das Verlobungspaar und weil das weder Walli noch Marliese wissen, sind Vermutungen und Spekulationen, Verwechslungen und Verdächtigungen Tür und Tor geöffnet.

Mittendrin in diesen herrlichen Chippendale Möbeln mit den breiten, gut gepolsterten Sitzflächen, auf denen das Leben so gediegen gemütlich sein könnte, entwickelt sich mit Rasanz ein schier unglaubliches Chaos. Da fällt Onkel Blasius (Matthias Kosak) wortwörtlich ins Haus und macht sich über den teuren Rotwein her, da hat Tante Käthe (Ulrike Kotlowski) in ihrem einzigartigen Strickensemble sowohl ein wachsames Auge als auch ein klares Kommando. Der Bräutigam Gernot (Delk Wanger), seines Zeichens selbstverliebter Opernsänger knödelt vor sich hin, aus dem neapolitanischen Volkslied „Funiculi Funicula“ wird sehr zur Begeisterung des Publikums „Borussia“. Schäkert da etwa die Braut Emma (Birgit Röttinger) mit Gernötchen (Stefan Schlebusch), dem Sohn ihres Verlobten herum? Der hat doch der exzentrischen Hutträgerin Marrika Rück (Haldis Schotten) die Ehe versprochen! Das Hausmädchen Frieda (Michaela Nöthlichs) wird auf dem Schoss des stotternden Hausmeisters Emil (Roger Honisch) erwischt – den Schwiegermüttern bleibt wirklich nichts erspart.

Ein Bühnenbild von opulent anmutender Eleganz, ausgefallene Requisiten, originelle Kostüme und perfekte Technik setzten die Akteure ins rechte Licht. Auch wenn die Begeisterungsstürme des Publikums vorrangig dem spielfreudigen Ensemble galten, es ist das Gesamtpaket, das die Schwalmbühne zum Vergnügen macht.

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