Schulleiter Leo Lowis oft mehr als „Kumpel“ empfunden

Von: kalauz
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Mit Enkeltochter Pia auf dem Schoß lauscht Leo Lowis den vielen lobenden Worten bei seinem Abschied. Foto: kalauz

Hückelhoven. Bevor der Hückelhovener Bürgermeister zu ihrer Linken aufsteht und die wenigen Schritte hoch auf die Bühne zum Rednerpult geht, greift Gattin Monika in die Handtasche, holt ihr Taschentuch heraus, nimmt die Brille ab und wischt sich die Tränen.

Gerade war das Video „Der Chef geht“ auf die große Leinwand projiziert worden. Alle verantwortlichen Mitarbeiter der Peter-Jordan-Förderschule hatten darin in sehr persönlichen Worten und jeder einzeln für sich ihrem Mann Leo „Tschö“ gesagt. Und ihm das Beste für seinen neuen Lebensabschnitt gewünscht: Leo Lowis geht mit dem Erreichen der Altersgrenze zum 31. Januar in den Ruhestand.

Das Video war ein Programmteil der lockeren, leichten und ja: fröhlichen, 19 Programmpunkte zählenden und doch überaus kurzweiligen Abschiedsfeier für den Leiter der Förderschule In der Schlee; einer Abschiedsfeier, wie man sie an einer Schule zumindest in Hückelhoven selten erlebt hat: So viel Liebenswertes, Ungekünsteltes, von Herzen kommendes und Wohlmeinendes wird einem scheidenden Schulleiter von seinen Mitarbeitern und Schülern nur dann mit auf den weiteren Lebensweg gegeben, wenn es von innen heraus kommt und ehrlich gemeint ist.

Nein, Leo Lowis war nicht 14 lange Jahre der „Chef“ der Peter-Jordan-Förderschule: Er war, wie Bürgermeister Bernd Jansen es ausdrückte, „der Geist dieser Schule“; oder wie Hausmeister Werner Preissler es in seiner Videobotschaft bekannte: „Wir haben dich nie als Chef, immer als Kumpel gesehen“. Und ihn fast im gleichen Atemzug daran erinnerte, dass er seine Schlüssel noch abgeben müsse...

Viele Kollegen, Weggefährten, Mitstreiter, Freunde und Verwandte hatten den Weg In die Schlee gesucht, um Leo Lowis auf seinem Schritt aus dem Berufsleben heraus hinein in das Rentnerdasein zu begleiten – und ihm den mit Geschenken wenn auch nicht schmackhaft zu machen, so doch wenigstens zu versüßen. Natürlich wurden alte Geschichten aufgewärmt – „Nee wat wor dat früher ne supergeile Zick“ –, gute Ratschläge erteilt – „Enjoy your life in full trails (genieße dein Leben in vollen Zügen)“ – oder fürsorgliche Tipps gegeben – „Guck, dass du immer Pflaster in der Tasche hast, wenn du dich mal wieder am Holz stößt“ – und der fast schon ehemalige Leiter der Peter-Jordan-Schule genoss mit Enkeltochter Pia auf dem Schoß die ihm entgegengebrachten Zuwendungen mit der ihm eigenen, herzlichen Offenheit.

Er sei „als Mensch stets authentisch geblieben“ und habe „sich nicht verbiegen lassen“ attestierte Schulamtsdirektor Jürgen Rudig ihm, als er Lowis als Dank und Anerkennung die Urkunde des Landes Nordrhein-Westfalen überreichte. „Es lohnt sich, an jedes Kind zu glauben“, das sei das Credo, dem der Sonderpädagoge Leo Lowis sich verpflichtet fühlt, sagte Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen, ehe er ihm zum Abschied von seiner Schule, seinem Kollegium, seinen Mitarbeitern ein „Machen Sie et juut!“ mit auf den Weg gab.

Die Schüler werden ihren „Chef“ in einer eigenen, von ihnen selbst geplanten und gestalteten Feier verabschieden. Leo Lowis sollte sich an diesem Tag von Ehefrau Monika ein oder zwei Taschentücher mitgeben lassen. Für alle Fälle...

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