Schulkonferenz sagt Nein zur Schließung der Sonnenscheinschule

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg-Unterbruch. Die Unterbrucher Eltern, die vehement um den Erhalt ihres Grundschulstandortes kämpfen, wird es freuen, denn sie erhalten überraschende Schützenhilfe.

Wie unsere Zeitung erfuhr, sprach sich am Donnerstagabend auch die Schulkonferenz der Sonnenscheinschule einstimmig in einer nicht-öffentlichen Sitzung gegen die Schließung ihres Unterbrucher Schulstandortes aus.

Mit einem solch eindeutigen Zeichen hatte wohl auch Bürgermeister Wolfgang Dieder nicht gerechnet. Zwar sei er nicht wirklich überrascht gewesen über die grundsätzlich ablehnende Haltung, bestätigte er auf Anfrage, aber dass sich das zwölfköpfige Gremium, das aus sechs Lehrern und sechs Eltern besteht, komplett gegen die Schließung stark machte, ließ ihn wohl doch ein wenig die Stirn runzeln.

Wie beim Informationsabend vor einigen Tagen in Unterbruch waren auch diesmal wieder der Schulamtsdirektor des Kreises, Christoph Esser, und der Heinsberger Schulamtsleiter Friedbert Görtz an Dieders Seite, als er den Mitgliedern der Schulkonferenz unter anderem die Agenda 2025 der CDU darlegte und die vermeintliche Sinnhaftigkeit der Standortschließung in Unterbruch propagierte.

Schon bei der Informationsveranstaltung vor Ort hatte Dieder ja keinen Hehl daraus gemacht, dass er selbst im Rat der Stadt für die Schließung votieren würde. Zum Inhalt der anschließenden Diskussion wollte sich Schulleiter Thomas Heinrichs mit Verweis auf die Nicht-Öffentlichkeit der Sitzung am Freitag nicht äußern.

Nach Informationen unserer Zeitung habe unter anderem die in den Augen der Gremiumsmitglieder noch nicht geklärte Transportsituation für die Kinder eine erhebliche Rolle gespielt. Der Buslinienverkehr wurde offenbar nicht als adäquate Lösung angesehen, weil die Busse schon jetzt überfüllt seien.

Ein zweiter Aspekt, der zur Ablehnung führte, habe sich auf die Turnhallen konzentriert. Ein Lehrplan gerechter Unterricht stoße schon jetzt durch die Flüchtlingsunterbringung an seine Grenzen, hieß es. Bei 90 weiteren Schülern an der Westpromenade könne der vorgeschriebene Sportunterricht wohl nicht mehr gewährleistet werden.

Auch die Schulhofgestaltung und die Schulhofnutzung spielten bei der Entscheidung offenbar eine wichtige Rolle. Ein Teil des Schulhofes sei ja bereits nicht mehr nutzbar. Weitere Kinder würden die Lage nur noch erschweren.

Bewerten wollte der Bürgermeister das Votum der Schulkonferenz am Freitag nicht. Es sei letztlich ein Baustein zur Beschlussfindung, die am Ende im Rat der Stadt stattfinde. Zunächst stehen nun noch die Schulkonferenzen in den Stadtteilen Karken und Randerath an. Danach folgen der Schul- und Kulturausschuss und letztlich die alles entscheidende Sitzung des Heinsberger Rates.

Unter dem Strich kann die klare Positionierung der Schulkonferenz an der Sonnenscheinschule nicht mehr sein als ein weiterer Fingerzeig von Eltern und Lehrern, dessen Wirkung allerdings fraglich bleibt. Schließlich hatten sich seinerzeit auch die Schulkonferenzen gegen die Schließung der beiden Heinsberger Hauptschulen ausgesprochen. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Die Hauptschule an der Westpromenade ist bereits Geschichte, die in Oberbruch wird es in wenigen Jahren sein.

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