Schuhabdruck überführt Täter

Von: hewi
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Spannend war es für die Nachwuchsdetektive, als Alexander Schrumpf, ein echter Detektiv aus Wiesbaden, siein die Detektivarbeit einweihte. So durfte Raphael Malig einen Fußabdruck in Gips festhalten. Foto: Sommer

Erkelenz. Kriminalistisch ging es am Freitagabend in der Stadtbücherei zu. 25 Kinder absolvierten ein Seminar, um Detektive zu werden. Ihr Lehrer weiß genau, wovon er spricht. Denn der Wiesbadener Alexander Schrumpf ist Chef der Detektei Adler und seit Jahren in diesem aufregenden Berufsfeld tätig.

Gleich zum Auftakt gab es einen Riesenschreck, denn irgendjemand hatte die Detektivausweise, die es am Ende des Abends geben sollte, gestohlen. Der Tatort war schon professionell mit Absperrband abgesichert, und schon konnten die Nachwuchsermittler zur Tat schreiten. Schrumpf hatte sein Handwerkszeug natürlich dabei. Alles, was man braucht, um einen Fußabdruck in Gips zu gießen oder Fingerabdrücke an Scheiben zu nehmen, hatte er in einem Metallkoffer. Und er zeigte den Kindern gerne, wie man vorgeht, um Beweise zu sichern und so den Tätern auf die Spur zu kommen.

Neben den Unterrichtseinheiten gab es auch immer wieder Berichte von berühmten Detektiven, wie zum Beispiel dem Amerikaner Allen Pinkerton, der im 19. Jahrhundert die gleichnamige Agentur gegründet hatte, die man heute weltweit kennt. Doch auch von seiner eigenen Arbeit wusste der 39-Jährige viel zu erzählen. Von großen und kleinen, aufregenden und weniger spektakulären Fällen war da die Rede. Ganz nebenbei lernten die Kinder, wie man eine richtige Täterbeschreibung macht und dass ein Detektiv eigentlich nicht viel mehr darf als jeder andere auch. Verfolgungsjagden durch die Stadt und über rote Ampeln? Fehlanzeige. Waffen? Auch nicht nötig. Umso wichtiger ist also, dass man genau beobachtet und dann die richtigen Schlüsse zieht.

Mehrfach ausgezeichnet

Schrumpf kam 1993 nach dem Abitur zum Schnüffelberuf. „Eigentlich sollte es nur vorübergehend sein, bis ich weiß, was ich werden will“, erinnerte er sich am Rande des Seminars. Aus dem „vorübergehend“ wurde eine Leidenschaft und ein Beruf fürs Leben. Er machte eine richtige Ausbildung und ist heute Mitglied im Bundesverband deutscher Detektive. Neben der Ermittlungsarbeit entdeckte er aber auch bald, dass die Arbeit mit Kindern Spaß macht und bietet deshalb schon seit einigen Jahren seine Seminare an, bei denen bundesweit junge Spürnasen zu „Adler-Junior-Detektiven“ ausgebildet werden. Neben diesen spaßorientierten Seminaren widmet er sich aber auch ernsten Themen und bietet Sicherheitsseminare für Kinder und auch gelegentlich Hausaufgabenbetreuung an. Die Arbeit mit den Kindern bezeichnete er als „guten Ausgleich“, denn beruflich habe er es ja meist mit den Schattenseiten der Gesellschaft und eher negativen Thematiken zu tun. Für sein Engagement wurde der Wiesbadener schon dreimal von seiner Heimatstadt ausgezeichnet. Bei der Täterbeschreibung stand er selbst Pate und freute sich über die teilweise haarsträubenden Beschreibungen der Kinder. Seine Größe wurde als „zwischen 1,68 und zwei Metern“, seine Figur als „leichtbauchig“ und sein Dreitagebart als „Halbzentimeterbart“ beschrieben. Spätestens bei der „langen Knubbelnase“ wurde es etwas verwirrend, aber Übung macht bekanntlich den Meister.

Der Täter wurde am Ende durch Entschlüsselung einer Geheimbotschaft überführt – und siehe da: Es war die Bibliothekarin Karin Rademacher, bei der alle Indizien übereinstimmten. Von der Schuhgröße bis hin zum passenden Schuhabdruck stimmte alles. Als sie überführt war, rückte sie auch die gestohlenen Ausweise für die Nachwuchsermittler raus und kam so mit einem blauen Auge und viel Spaß, den auch sie hatte, ungeschoren davon.

Bei den Kindern kam das Seminar auf jeden Fall gut an. „Mir gefiel das mit dem Gipsabdruck am besten“, erklärte der siebenjährige Justus. Auch seinem neunjährigen Kollegen Raphael hatte es gut gefallen. „Detektiv will ich aber trotzdem nicht werden“, sagte er. „Wenn es geht, will ich doch lieber Fußballprofi werden.“

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