Schüleraustausch: Aus Riga hinein ins Abenteuer Landleben

Von: gp
Letzte Aktualisierung:
7118489.jpg
Bei der Erledigung der täglichen Hausaufgaben ist auch Gastmutter Anke Landmesser eingebunden. Nicht nur die Arbeiten von Sohn Jan (l.) werden kontrolliert. Auch Austauschschüler Anton (2.l.) lässt sich gerne von seinen Gasteltern (r.) und dem Gastbruder helfen. Foto: Passage

Wegberg-Arsbeck. Nachdem für Anke und André Landmesser aus Arsbeck feststand, dass ihre Tochter Eva als Austauschschülerin für ein Jahr in die USA gehen würde, waren sich beide einig, während dieser Zeit ebenfalls einen Austauschschüler aufzunehmen. Seit etwa einem halben Jahr ist der 16 Jahre alte Anton Larin aus der lettischen Hauptstadt Riga nun schon zu Gast im Hause Landmesser.

„Natürlich war es zunächst eine Umstellung, aus einer großen Stadt wie Riga aufs Land zu kommen“, zieht der 16-jährige ein erstes Fazit. Doch Anton kam sehr gut mit den neuen Gegebenheiten zurecht. „Nur die ersten zwei bis drei Wochen waren ein wenig ungewohnt. Dann habe ich mich schnell eingewöhnt, zumal mir meine Gasteltern jeden Wunsch von den Lippen abgelesen haben“, erklärt Anton, der sich nicht nur deshalb pudelwohl fühlt bei seiner Gastfamilie in Arsbeck.

Erste Deutschkenntnisse erlangte der junge Litauer in der Schule. Vorbereitet hatte sich Anton Larin gemeinsam mit weiteren Austauschschülern während eines dreiwöchigen Seminars in der Nähe von Hamburg. „Leider war dieses Seminar so intensiv, dass ich keine Gelegenheit hatte, Hamburg zu erkunden und die Zeit dort zu genießen. Über Hagen, wo er eine Woche bei einer ersten Gastfamilie logierte, gelangte er nach Arsbeck.

Kurze Eingewöhnungsphase

Seither besucht der junge Gast aus Lettland die elfte Stufe des Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasiums: „Zunächst war natürlich alles ein wenig fremd. Allerdings war die Eingewöhnungsphase nur kurz. Ich bin von allen sehr herzlich aufgenommen worden. Und ich habe in der Zwischenzeit einige gute Freunde gewonnen“, bekennt der junge Mann, der in der Kürze der Zeit bereits sehr gute Deutschkenntnisse erlangte.

Viel Freizeit hat er aber oftmals nicht: Neben der Schule bleibt für Schwimmen und Basketball, das sind die liebsten Freizeitbeschäftigungen des Austauschschülers, oftmals nur wenig Zeit.

Dafür aber zeigte sich der Gast aus Lettland tief beeindruckt von einem Bundesligaspiel der Gladbacher Borussia. „Mein Gastvater André hat mich einmal zu einem Spiel der Borussen gegen Eintracht Frankfurt mitgenommen. Das volle Stadion mit mehr als 50 000 Besuchern, die wahnsinnige Atmosphäre und das mitreißende Spiel der Heimmannschaft haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Mein Gastvater hat versprochen, noch mal mit mir ins Stadion zu gehen“, freut sich Anton bereits auf den erneuten Besuch eines Bundesligaspiels.

Ebenso nachhaltig wird ihm das vergangene Weihnachtsfest in Erinnerung bleiben: „So schön hätte ich mir dieses Fest nicht vorgestellt. Die gesamte Familie war versammelt. Es herrschte eine ganz tolle Atmosphäre. Für mich war es einfach wunderschön“, bekennt der junge Mann, der in seiner Heimat als orthodoxer Christ erst am 6. Januar Weihnachten feiert.

Den Kontakt zu seiner Familie hält Anton Larin natürlich aufrecht. Zumal er eine ältere Schwester, die bereits seit einiger Zeit in Langenfeld wohnt, einmal monatlich besucht. Auch schauten Antons Eltern während eines Besuches bei der Tochter einmal in Arsbeck vorbei. Dabei mussten sie feststellen, dass es ihrem Sohn im Hause Landmesser sehr gut geht und es ihm an nichts mangelt.

Auch Anke und André Landmesser äußern sich lobend über ihren jungen Gast. „Der Junge ist sehr freundlich, pflegeleicht und hat gute Umgangsformen“, sagt André Landmesser. „Auch zu Jan, dem 14 Jahre alten Sohn meiner Gasteltern, habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Allerdings gibt es auch Momente, in denen wir uns mal richtig zoffen“, bekennt der Gast aus Lettland ein wenig schmunzelnd.

Bevor Anton Larin im Juni wieder in seine lettische Heimat zurückkehrt, wird er noch ein einwöchiges Seminar in Technik und Design in Dresden absolvieren: „Darauf freue ich mich besonders. Schließlich möchte ich so viel wie möglich von der Zeit in Deutschland mit nach Hause nehmen“, sagt Anton Larin.

Er weiß schon jetzt, dass ihm der Abschied im Juni nicht leicht fallen wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert