Schüler nehmen an „Theater gegen Rechsextremismus“ teil

Von: kalauz
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Hückelhoven. In Kooperation mit der Bildungsoffensive „Theater gegen den Rechtsextremismus“ bietet das Jugendamt Hückelhoven seit 2010 einmal im Jahr den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet verschiedene thematische Theaterinszenierungen an.

Je nach Konzept des Theaterstückes sind die Zielgruppen Kinder und Jugendliche ab elf Jahren bis hin zu Schülern der elften Klasse; 100 bis 180 Schüler können pro Vorstellung teilnehmen. Die Stücke dauern in der Regel eine Stunde, den Schülern wird ein etwa halbstündiges Nachgespräch angeboten.

Im Laufe der Jahre sind zwei Ensembles, das Kinder- und Jugendtheater „Traumbaum“ aus Bochum sowie „Theaterspiel“ aus Witten mit verschiedenen Theaterstücken an unterschiedlichen Orten (Hauptschule Hückelhoven, Aula Hückelhoven, Haus der Begegnung Ratheim) im Stadtgebiet aufgetreten.

Mechanismen offenlegen

Die Theaterstücke sollen weder anklagen noch stigmatisieren, sondern plastisch vor allzu simplen Lösungen warnen; sie sollen Mechanismen offenlegen und dazu anregen, neue Perspektiven zu entwickeln. Den Schulen wird zur Vorbereitung auf die Stücke und zur Nachbereitung des Erlebten umfangreiches Material zur Verfügung gestellt.

Im Oktober wurde in der Aula in Hückelhoven zum wiederholten Male das Theaterstück „Über das Leben oder meine Geburtstage mit dem Führer“ in zwei Vorstellungen aufgeführt. Das Stück stellt eindrucksvoll den Alltagswiderstand und die Gräuel in der NS-Zeit dar und beschreibt in diesem Zusammenhang die Ängste und Wünsche der Kinder und Jugendlichen.

Auf Grundlage von Zeugenberichten erzählt „Über das Leben oder meine Geburtstage mit dem Führer“ vom Unrechtssystem des NS-Staates. Gegen Gleichschaltung, Unfreiheit und Ungerechtigkeit gab es Widerstand in unterschiedlichsten Formen.

So aktuell wie heute

Ein Thema damals so aktuell wie heute: Man braucht den Blick beispielsweise nur auf die Türkei, auf Polen oder auf Russland zu richten – es ist ein Thema, das Jugendliche, die Orientierung im Mainstream suchen, bewegt. Mit Live-Musik, Schauspiel und Tanz taucht das Stück ein in diese bewegende Zeit, erzählt von Schicksalen, Freundschaft und Feindschaft und verdeutlicht, dass es nötig ist, jeden Tag für Demokratie und Menschlichkeit einzutreten – auch und vielleicht gerade heute.

In diesem Jahr nahmen die Hauptschule Hückelhoven mit den achten und neunten Jahrgängen und insgesamt 170 Schülern sowie die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Ratheim mit ihrem achten Jahrgang und 120 Schülern teil. Das Jugendamt Hückelhoven förderte die Aufführungen in diesem Jahr mit 1098 Euro aus Mitteln des Erzieherischen Jugendschutzes.

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