Schüler kennen sich mit Obst und Gemüse bestens aus

Von: Sonja Essers
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Die Schüler der katholischen Grundschule Straeten zeigten, dass sie sich in Sachen Obst und Gemüse bestens auskennen. Zu unserer Auswahl zählten auch Fenchel, Paprika, Mango und Ingwer. Foto: Sonja Essers

Heinsberg-Straeten. Beim Anblick des Rotkohls machen die Schüler der katholischen Grundschule Straeten große Augen. „Das sieht aus wie eine Bowlingkugel oder ein Fußball“, meinen sie. Nur wenige kennen den Namen des Gemüses mit den matt glänzenden und festen Blättern.

„Meine Oma kocht das immer, aber ich mag das nicht“, sagt eine Erstklässlerin und verzieht leicht angeekelt das Gesicht. Anlässlich des Tags der gesunden Ernährung, der nun stattfand, haben wir getestet, ob die Grundschüler verschiedene Obst- und Gemüsesorten kennen und ihnen die entsprechenden Namen zuordnen können.

Das Ergebnis war teilweise überraschend. Die meisten Sorten konnten die Kleinen zuordnen. Mindestens ein Drittel der Antworten war bei jedem Kind richtig. Das beste Ergebnis: Zwei Schüler lagen bei 15 von insgesamt 21 Sorten richtig.

Das liegt wohl auch daran, dass die Grundschule seit diesem Schuljahr am Schulobstprogramm der EU teilnimmt (siehe Box). Drei Mal in der Woche bekommt die Schule Obst und Gemüse aus der Region geliefert. An diesem Morgen gibt es in der Frühstückspause klein geschnittene Möhren.

„Viele Kinder lernen erst in der Schule die verschiedenen Obst- und Gemüsesorten kennen“, sagt Direktorin Rita Reiners. Was schmeckt den Schülern besonders und womit können sie gar nichts anfangen? Hier ein Überblick über die 21 Sorten, die wir den Kindern vorgelegt haben.

Wussten Sie, dass man das Gemüse Blumenkohl auch Karfiol, Käsekohl oder auch Blütenkohl nennen kann? Bei den Viertklässlern ist das Gemüse definitiv bekannt. 19 von 23 Schülern notierten den richtigen Namen. Ähnlich war es bei der Mango. Die Frucht, die ursprünglich aus dem tropischen Regenwald stammt, kannten 13 Kinder. Null Punkte gab es jedoch für den Rettich. Nicht nur das Aussehen des Wurzelgemüses wirkte auf die Schüler befremdlich. „Das riecht komisch“, sagte ein Viertklässler.

Zu den Abräumern an diesem Vormittag zählte allerdings die Paprika. Volle Punktzahl gab es für das Gemüse. „Die kennt doch jeder“, sagte ein Kind. Doch nicht nur jeder kennt das Gemüse, sondern auch (fast) jeder findet sie lecker. Vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) wurden Paprika und Chili sogar zum Gemüse des Jahres 2015/2016 in Deutschland gewählt.

Nicht weniger beliebt sind bei den Kleinen die Himbeeren. Aufgrund des hohen Vitamingehalts zählt die Himbeere sogar zu den gesundesten Früchten. Der Lohn: 21 Kinder nannten den richtigen Namen. Fast genauso gut schnitt die Orange ab, die in China und Südostasien entstanden ist. Dort wurden Mandarinen und Pampelmusen miteinander gekreuzt. Dafür gab es 19 richtige Antworten.

Geschmack überzeugt nicht

Beim Brokkoli gingen die Meinungen auseinander. Zwar gab es in der vierten Klasse 18 richtige Antworten und auch die Erstklässler konnten das Gemüse richtig identifizieren. Der Geschmack überzeugt jedoch nicht jedes Kind. „Ich mag das nicht, das sieht aus wie ein Baum“, sagte ein Viertklässler. Schade: Schließlich ist dieses Gemüse besonders reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Ganz anders hingegen die Aubergine. Sie besteht zu 93 Prozent aus Wasser. Bei den Kleinen ist das Gemüse unbekannt. Es gab nur zwei richtige Antworten.

Alle 23 Viertklässler lagen bei der Zitrone richtig. Auch die I-Dötzchen kannten diese Frucht. Beim Ingwer sah das allerdings etwas anders aus. Drei Viertklässler notierten die richtige Antwort. Bei den Erstklässlern war die Wurzel, die als Gewürz weder zu Obst noch zu Gemüse zählt, auch kaum bekannt.

Erstaunlich hingegen: 21 Kinder kannten das Gemüse Kohlrabi. In Deutschland gibt es davon etliche Sorten. Genauer gesagt, werden in der Bundesrepublik 30 weiße und 14 blaue Sorten angepflanzt. Es kommt jedoch auf die richtige Zubereitung an. „Meine Oma kocht den immer viel zu weich“, sagte eine Erstklässlerin.

Kaum bekannt sind bei den Kleinen Rosenkohl und Fenchel. Bei beiden Sorten wurde jeweils nur ein Mal die richtige Antwort notiert. „Ist das Baby-Grünkohl?“, notierte ein Viertklässler bei Rosenkohl. Und Fenchel? Den schrieb ein Kind auf, dafür bei dessen Anblick aber Zwiebel gleich mehrere.

Sieht ja auch in etwa so aus. „Den muss ich trinken, wenn ich Halsschmerzen habe. Den gibt es als Tee oder Saft“, zeigte sich ein I-Dötzchen als Expertin. Eine Viertklässlerin hatte sogar einen weiteren Vorschlag: „Den bekommen meine Meerschweinchen immer“, sagte sie.

Kiwi und Apfel beliebt

Zur Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse gehört die Zucchini. Bei den Kindern ist das Gemüse durchaus bekannt. Es gab 15 richtige Antworten. Beliebt bei den Kleinen sind auch Kiwi und Apfel. Der richtige Name der Kiwi lautet Kiwifrucht. Was die wenigsten wissen: Kiwis sind flugunfähige Vögel, die in den Wäldern Neuseelands leben. Alle Viertklässler kannten die richtigen Antworten allerdings nicht. Für Kiwi und Apfel gab es jeweils 22 richtige Lösungen.

Besonders interessant wurde es beim Rotkohl. Bei den Kindern ist er kaum bekannt. Es gab lediglich fünf richtige Antworten. Bei Erwachsenen ist das Gemüse sehr beliebt, da es fast das ganze Jahr über frisch im Angebot ist. Auch die Avocado ist den meisten Kleinen kein Begriff. Hier lagen zwei Viertklässler richtig. Möhren hingegen kennt fast jedes Kind in der KGS Straeten. Es gab 21 richtige Antworten. Allerdings sind sie gar nicht so leicht zu essen, erklärten die Erstklässler: „Wenn man Wackelzähne hat, muss man aufpassen, weil sie so hart sind.“

Anders war dies allerdings beim Sellerie. Viele Kinder konnten seine Verwendungsart zuordnen. „Das kommt bei meiner Mama immer in die Suppe“, sagte eine Viertklässlerin – die richtige Antwort hatte jedoch kein Kind parat. Beim Porree war es etwas besser. Achtmal tauchte die korrekte Antwort auf. Den Kindern war das Gemüse jedoch nicht ganz geheuer. Die Antworten auf ihren zetteln variierten zwischen Schnittlauch und Grünkohl.

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