Schüler des Cusanus-Gymnasiums ergattern Landespreis

Von: Helmut Wichlatz
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Ausgezeichnete Geschichtsforscher: Die Teilnehmer des Wahlkurses „Geschichte plus“ und ihre Leiterin Anna Kapell sind stolz auf ihren Erfolg beim NRW-Geschichtswettbewerb. Foto: hewi

Erkelenz. Wie hat sich das Verhältnis der Schwanenberger zu ihren Nachbarn in den letzten 70 Jahren entwickelt? Gibt es noch spürbare Grenzen? Dieser Frage ging ein Geschichtskurs des Cusanus-Gymnasiums nach. Mit Erfolg, denn in Bonn wurde das Projekt im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit einem Landespreis ausgezeichnet.

In NRW wurden 453 Beiträge eingereicht, die sich mit dem Thema „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ mit Fokus auf den regionalen Kontext beschäftigt hatten. 73 Beiträge wurden auf Landesebene ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feierstunde im Bonner Haus der Geschichte wurden die Preisträger ausgezeichnet. Aus Erkelenz reiste Anna Kapell mit den beiden Schülern Pia und Christian an.

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten besteht seit 40 Jahren und legt den Fokus auf die regionalgeschichtliche Umsetzung eines umfassenden Themas. In diesem Jahr waren es Außenseiter. Zum Beispiel der erste evangelische Schützenkönig oder die Migration, aber auch aktuelle Themen wie die Flüchtlingsproblematik und ihre Auswirkungen vor Ort.

Die Siebtklässler hatten im Februar ihren rund 18-minütigen Audiobeitrag eingereicht, in dem sie die Entwicklung der evangelischen Gemeinde Schwanenberg in ihrem rein katholischen Umfeld beleuchtet hatten. Zuerst ging es aber um Grundsätzliches. Was ist ein „Außenseiter“? Was macht jemanden zu einem Außenseiter? Kapell und ihre Schüler entschieden sich für die jüngere Geschichte der Gemeinde Schwanenberg. Wie hat sich das Verhältnis zu den Nachbarn seit den 40er Jahren entwickelt?

Um das zu erforschen trafen sich die Schüler einmal pro Woche im Wahlkurs „Geschichte-Plus“. Von anfangs 27 hielten acht durch, was vor allem daran lag, dass jedes Halbjahr neu gewählt werden kann, erklärte Kapell bei der Vorstellung des Projektes im Cusanus.

Ein grundsätzliches Interesse an Geschichte habe er sowieso, erklärte der 13-jährige Christian. Die Aussicht auf die Teilnahme an einem bundesweiten Wettbewerb beflügelte ihn und seine Forscherkolleginnen zusätzlich. „Ich habe das Fach früher total gehasst“, räumte Elisa (13) ein. Das habe sich mittlerweile geändert, denn „Geschichte kann richtig Spaß machen“.

Vor Ort in Schwanenberg führten die Schüler Interviews mit Zeitzeugen und Pfarrer Robin Banerjee, recherchierten im Internet und Archiven. Einige Geschichten fanden sie auch in den eigenen Familien, zum Beispiel der von Anni und Hans aus Hilfarth. Anni war evangelisch und aus Sachsen, Hans katholischer Rheinländer. Nach der Hochzeit wurde er aus der katholischen Gemeinde ausgeschlossen.

Bei der Beschäftigung mit der Schwanenberger Geschichte stießen sie auch auf Sagen und Legenden. Dabei ging es unter anderem um Hostien und Monstranzen, die während einer Prozession in die Hecke geworfen wurden.

Ab den 60er Jahren wurde dann das Klima der Toleranz spürbarer und die Unterschiede verwischten zunehmend. Das Ergebnis kann man nun auf der Homepage der Schule oder dem Blog der Gruppe hören. Und es ist ermutigend, denn heute spiele die Religion keine Rolle mehr, so das Fazit der Geschichtsforscher. Das Preisgeld in Höhe von 250 Euro spenden sie zu gleichen Teilen an die Kinderkrebshilfe und den Spendenlauf ihrer Schule zugunsten von Projekten in Brasilien und Indien.

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