Schreibwerkstatt: Gespenster, Elfen und Kobolde erschaffen

Von: syn
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René Wagner hält einer Nachwuchs-Autorin das Mikrofon, während sie ihre Geschichte vorliest. Foto: syn

Erkelenz. Bei der Schreibwerkstatt im Rahmen der städtischen Ferienspiele drehte sich alles um das Thema Grusel. Auf der Erkelenzer Burg trafen sich die rund 20 Teilnehmer mit ihren Dozenten und Stadtjugendpfleger Markus Wilmer eine Woche lang, um das Gruseln zu erlernen und aufzuschreiben.

Dafür hatten sie gute Lehrmeister. Neben den beiden Erkelenzer Journalisten und Autoren Helmut Wichlatz und Kurt Lehmkuhl waren auch die Mönchengladbacher Jugendbuchautorin Andrea Rings und der Hörbuchsprecher, Journalist und ausgemachte Gruselfachmann René Wagner aus Keyenberg mit von der Partie. Wichlatz und Lehmkuhl kennt man in Erkelenz auch als die Macher der Veranstaltungsreihe Leseburg, in der sie immer wieder bekannte oder unbekannte Autoren vorstellen. Vielleicht ist in den nächsten Jahren auch ein Teilnehmer der Schreibwerkstatt dabei.

Denn deren Geschichten hatten es in sich. Mit viel Fantasie und Wortwitz machten sie sich an ihre Geschichten, in denen natürlich Gespenster aller Art, Elfen, Kobolde und rachsüchtige Geister eine Rolle spielten. Wie man in die Stimmung kommt, um sich solche Geschichten auszudenken, lernten die Kinder von Andrea Rings. Die hatte Taschen voll mit Spielen und anderen Kreativwerkzeugen dabei, um die Fantasie auf Touren zu bringen. Auch ein Nachmittag auf dem alten Friedhof an der Brückstraße fand in einigen Geschichten ihren Niederschlag.

Dort hatte Hubert Rütten vom Heimatverein auf die jungen Autoren gewartet und ihnen die Geheimnisse des Friedhofs anvertraut. Zum Beispiel, dass die Jesusfigur auf einem Grab sechs Finger an der rechten Hand hat. Er zeigte ihnen auch die einzige Gruft in Erkelenz und wusste eine Menge zu erzählen über die Menschen, die auf dem Friedhof beigesetzt wurden, der Besuchern heute als romantischer Park zur Verfügung steht.

Die Schreibwerkstatt auf der Burg verteilte sich auf allen Etagen. Besonders das Dach mit der neuen Bedeckung lud als Rückzugsort ein, um in Ruhe Geschichten zu verfassen. Lockere Spiele rund ums Schreiben wurden ebenso eingesetzt wie fantasievolle Verkleidungen. „Niemand kann auf Knopfdruck kreativ sein“, sagte Andrea Rings. „Doch man kann Dinge tun, die Spaß machen und die Kreativität fördern.“ Und so entstand zum Beispiel die Kurzgeschichte von dem Erkelenzer Burggespenst, das fast die nötigen Sanierungsarbeiten verhindert hätte und am Ende doch ganz froh war, ein neues Dach über dem Kopf zu haben.

Die fertigen Geschichten wurden mit René Wagner einstudiert. Denn es ist schon etwas anderes, wenn man sie vor anderen Leuten laut vorliest. Und das stand natürlich auch auf dem Programm. Zum Abschluss luden die Autoren Eltern, Verwandte und Freunde auf den alten Friedhof ein. Dort wurden zu vorgerückter Stunde die Geschichten präsentiert. Dass es dabei zu regnen begann, konnte weder die Autoren noch ihr Publikum aus der Ruhe bringen. Und so wurde bis zur Dunkelheit unter Regenschirmen weitergelesen, bis auch die letzte Gruselgeschichte ihre Hörer gefunden hatte.

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