Schon wieder Radmuttern an Auto gelöst

Von: Daniel Gerhards
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Schon wieder Radmuttern gelöst: Susan T. berichtet davon, dass nachts in ihrer Einfahrt Radmutter losgedreht worden sind. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Es war ein riesiger Schock für Susan T. aus Heinsberg-Lieck. Das Handy klingelte, ihr Freund war dran – mit schlechten Nachrichten. Jemand hatte die Radmuttern an seinem Auto gelöst. Passiert sei ihm nichts, es war aber knapp.

Susan T., die ihren vollen Namen nicht in diesem Zusammenhang in der Zeitung lesen möchte, wartete, bis ihr Lebensgefährte wieder zu Hause war, bevor sie in ihr eigenes Auto stieg. Die Sorge, dass man auch ihr Auto manipuliert haben könnte, war zu groß.

Ermittlungen ohne Ergebnis

Damit geht die Serie der mutwillig gelösten Radmuttern im Kreis Heinsberg weiter. Die Polizei meldete seit Ende April 15 Fälle von gelösten Radmuttern. Das ist eine auffällig hohe Zahl. Und zudem soll es weitere Fälle geben, die nicht angezeigt worden sind. Einen Täter hat die Polizei bislang noch nicht gefasst. „Wir versuchen alle Fäden zusammenzuführen und zu einem Ermittlungsergebnis zu kommen. Leider bisher ohne Erfolg“, sagt Polizeisprecherin Angela Jansen.

Die Polizei habe weiterhin keine Hinweise darauf, dass alle oder ein Teil der Fälle auf das Konto eines Serientäters gehen: Die oder der Täter schlugen über das gesamte Kreisgebiet verteilt zu völlig unterschiedlichen Uhrzeiten zu. Mal wurden nur die Muttern an der Antriebsachse gelöst, mal alle. Wenn das Auto auf der Straße stand, seien in vielen Fällen nur die Muttern auf der fahrbahnabgewandten Seite gelöst worden, sagt Jansen.

Am VW Passat, der in der Einfahrt von Susan T. parkte, hätten die Täter die Muttern an der Vorderachse losgedreht. Das muss in der Nacht zu Donnerstag passiert sein. Mittwochs seien Susan T. und ihr Freund noch mit dem Auto gefahren, da war noch alles in Ordnung. Am nächsten Morgen fuhr ihr Freund in aller Frühe los – zum Angeln.

„Er ist nicht weit gefahren, er hat gemerkt, dass etwas nicht stimmte, das Auto lies sich nicht mehr richtig lenken“, sagt sie. Als er rechts ran fuhr, bemerkte er, was los war und rief die Polizei. Zwei Muttern waren schon abgefallen, die anderen waren lose.

Der Vorfall hat Susan T. ins Grübeln gebracht: „Der erste Gedanke ist: Da will uns irgendjemand was antun“, sagt sie. Sie wisse aber beim besten Willen nicht, wer das sein könnte. Sie habe zwar davon gelesen, dass in der letzten Zeit immer wieder Radmuttern gelöst worden seien, aber dass sie und ihre engsten Angehörigen zum Ziel der Kriminellen werden könnten, daran habe sie nie gedacht.

Auffällig ist, dass die Täter offensichtlich wenig Angst hatten, erwischt zu werden. Der VW Passat parkte auf der Einfahrt, dort gab es einen Bewegungsmelder und das Haus von Susan T. liegt an einer vielbefahrenen Straße. Das Auto von Susan T. haben die Täter aber scheinbar nicht angerührt. „Bei mir sind Radkappen über den Muttern. Das war denen vielleicht zu aufwendig, die zuerst abzubauen“, sagt sie.

Polizeisprecherin Jansen sagt, dass unter den bei der Polizei angezeigten Fällen unter Umständen auch einige Einzelfälle sind, bei denen die Muttern nach dem Wechsel auf Sommerreifen nicht richtig angezogen worden seien. Bei einem anderen Fall habe vieles darauf hingedeutet, dass die Täter versucht haben, die hochwertigen Felgen eines Minis zu stehlen. Dabei sind sie wohl gestört worden und am Ende waren die Radmuttern lose. Aber solche Einzelfälle erklären eben nicht die Häufung der Vorkommnisse im Kreis Heinsberg.

„Was da alles passieren kann“

Für Susan T. hat der Fall noch einen Aspekt, der die Tat besonders perfide erscheinen lässt. Sie und ihr Freund haben zwei kleine Kinder und die Kindersitze der beiden sind auf der Rückbank des Kombis, an dem die Muttern gelöst wurden, zu sehen. Zum Glück war keins der Kinder im Auto, als ihr Freund bemerkte, dass die Muttern lose waren. „Was da alles passieren kann, wenn man die Kontrolle verliert und in den Gegenverkehr oder gegen einen Baum fährt“, sagt sie.

Um einen oder mehrere Täter zu fassen, hofft die Polizei auf Hinweise von Zeugen. Wer jemanden sieht, der sich an einen Auto zu schaffen macht, oder einen Verdächtigen mit dem nötigen Werkzeug beobachtet, möge sich bei der Polizei melden (Telefon 02452/9200).

Susan T. schaut jetzt vorsorglich immer nach ihren Autorädern, bevor sie losfährt. „Ich habe da jetzt erstmal ein Auge drauf. Ich glaube das macht man automatisch“, sagt sie. Nach so einem Schock – kein Wunder.

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