Heinsberg - Schönste Kaninchen Deutschlands kommen aus Heinsberg

Schönste Kaninchen Deutschlands kommen aus Heinsberg

Von: Anna Petra Thomas
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Strahlende Sieger: Paul Kremers (links) und Werner Winkens mit ihren Deutschen Meistern, Hasenkaninchen R355 1.4.2 (links) und der englische Schecke R38 4.2.7. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Gleich zwei deutsche Meister beim Wettbewerb auf vier Pfoten: „Das hat es nach meiner Erinnerung im ganzen Kreis Heinsberg noch nicht gegeben“, sagt Paul Kremers aus Karken, der mit einem Hasenkaninchen bei der Bundesrammlerschau in Ulm erfolgreich war.

Werner Winkens aus Porselen tat es ihm gleich mit einem englischen Schecken schwarz-weiß, für den jetzt ebenfalls ein „Vorzüglich“ auf seiner Bewertungsurkunde steht.

Und dabei gäbe es eigentlich sogar drei deutsche Meister aus Heinsberg, denn Kremers hatte noch ein zweites Hasenkaninchen „im Rennen“, das in seiner Klasse ebenfalls 97,5 Punkte erreichte. Doch letztlich entschied sich die Jury für den Hasen rotbraun R355 1.4.2.

Er steht im Zuchtbuch des Karkener Kaninchenzuchtvereins R355 als Kaninchen, das im Januar 2014 geboren und als zweites ins Buch eingetragen wurde, was die Ziffern 1.4.2 besagen. Die Vereinsnummer trägt der Hase als „Tattoo“ im rechten Ohr, seine eigene im linken. Warum die Entscheidung für 1.4.2 und nicht für 4.4.45, seinen zweiten Hasen, fiel, weiß Kremers nicht. „Ich war bei der Entscheidung nicht dabei“, sagt er.

Auch in diesem Jahr war die Konkurrenz groß, gegen die Kremers und Winkens in Ulm antraten. Rund 1600 Aussteller mit etwa 9400 Tieren aus allen zugelassenen Rassen und Farben zählte die Schau. Insgesamt wurden knapp 150 Deutsche Meister ermittelt, zu denen jetzt auch die beiden Heinsberger gehören. „Da kann jeder Züchter teilnehmen“, erklärt Winkens. „Letztlich tun dies aber nur die, die sich was ausrechnen oder die regional aktiv sind.“

Kremers und Winkens hatten sich „etwas ausgerechnet“ und konnten dann auch bei der Schau richtig punkten. Über alle Klassen gesehen, erreichten sie beide die dritthöchste Punktzahl überhaupt, denn auch der englische Schecke schwarz-weiß von Winkens aus dem Porselener Verein, R38 4.2.7, kam mit 97,5 Punkten quasi ganz nach oben aufs Siegertreppchen.

Bewertet wurden bei den Hasen von Kremers und den englischen Schecken von Winkens vor allem Gewicht, Körperform – Typ und Bau – sowie Fellhaar. Als weitere Bewertungskriterien kamen beim Hasen die Läufe, die Gleichmäßigkeit der Felldecke und die Unter- beziehungsweise Zwischenfarbe hinzu. Beim englischen Schecken fielen dagegen die Kopfzeichnung, die Rumpfzeichnung und die Intensität der Farbe ins Gewicht.

Kremers und Winkens sind seit vielen Jahren passionierte Züchter und ihre Namen nicht nur regional bekannt. So sind sie beide in ihren örtlichen Vereinen aktiv, darüber hinaus aber auch in den auf ihre Rassen spezialisierten Clubs im Rheinland, Kremers im Hasenclub und Winkens im Scheckenclub.

Kremers züchtet bereits seit 1978 Kaninchen. Neben seinem Fußball-Hobby habe er eines gesucht, das er auch zu Hause betreiben konnte, erinnert er sich an seine ersten Züchterschritte. Sein erstes Tier war ein schokobrauner Rammler der Rasse „Havanna“. Zwei Häsinnen kamen dazu, dann acht Junge, „und dann musste ich Ställe bauen“, schmunzelt er.

Drei Jahre später bekam er von seinem Bruder Leo seine ersten Hasenkaninchen. Seit 1984 ist Kremers Mitglied im Verein R355 in Karken und im Hasenclub Rheinland. Bundesweit erfolgreich ist er bereits seit zehn Jahren: auf Platz vier im Jahr 2004, Platz drei 2006 und Platz zwei 2008 folgte 2009 der erste deutsche Meistertitel, den er 2012 noch mit dem Titel des Europameisters krönte. Schon 1977 begann Winkens mit der Kaninchenzucht. „Ich hatte schon seit frühester Kindheit Kaninchen“, erklärt er seine Leidenschaft für die Fellknäuel auf vier Pfoten.

Als er sich entschieden habe, die englischen Schecken schwarz-weiß zu züchten, habe man ihm abgeraten, weil diese Rasse schwierig zu züchten sei, erinnert sich Winkens. „Aber schon bei meiner ersten Ausstellung wurde ich Landesmeister.“ Mittlerweile nennt er fünf Bundessieger-Titel sein eigen. Auch er ist nicht nur im R38 in Porselen aktiv, sondern auch im Scheckenclub Rheinland. Dort gehört er seit zwölf Jahren dem Vorstand an. Derzeit ist er Geschäftsführer und Öffentlichkeitsreferent. Zudem schreibt er regelmäßig für die Kaninchenzeitung.

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