Erkelenz - Schöne Stunden: Messdiener frühstücken mit Flüchtlingen

Schöne Stunden: Messdiener frühstücken mit Flüchtlingen

Von: Helmut Wichlatz
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Ahmet A. aus Syrien verlor seine Frau. Mit seinen beiden Kindern lebt er jetzt im Familie-Harf-Haus. Foto: Helmut Wichlatz
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Andrea Baums (2.v.l.) hatte die Idee, Norbert Büsch (rechts) die Brötchen und die Messdienergruppe um Thomas Brockers (Mitte) die Manpower für das Flüchtlingsfrühstück.

Erkelenz. „Wünsch dir was“ – unter diesem Titel hatte eine Bäckereikette aus Kamp-Lintfort zu einer Adventsaktion aufgerufen. Die Kunden wurden aufgefordert, einen Wunsch zu formulieren und jemanden zu benennen, dem der Wunsch zuteilwerden sollte.

Und so kam es zu dem großen Frühstück für Flüchtlinge im katholischen Gemeindezentrum, zu dem die Messdiener und der Hilfsverein Willkommen in Erkelenz eingeladen hatten.

Gewünscht hatte sich das Andrea Baums, die auf der Südpromenade in der Nachbarschaft des Harf-Hauses wohnt, wo Flüchtlingsfamilien untergebracht sind. „Ich wollte vor allem etwas tun für Familien mit Kindern“, berichtete Baums, die natürlich auch gekommen war.

Neben dem Frühstück gab es auch Geschenke für die über 70 Kinder und Musik von der Messdiener-Band.

Über 700 Wünsche waren abgegeben worden, berichtete Norbert Büsch. Über 400 Wünsche konnten die Mitarbeiter „auf dem kleinen Dienstweg“ erledigen. Bei anderen war der Chef gefragt. Neben dem Flüchtlingsfrühstück standen und stehen bei ihm also in diesen Tagen noch andere Aktionen auf dem Programm. Am Tag zuvor war er in einem Kinderheim in Düren, tags drauf sollte eine Obdachlosenunterkunft in Castrop-Rauxel besucht werden, im Januar geht es zum Kinderhospiz nach Essen. „Der Wunsch von Frau Baums hat uns überzeugt“, betonte Büsch. „Da waren wir natürlich gerne dabei.“

In der Messdienergruppe und dem Hilfsverein fanden sie schnell Unterstützer. Rund 80 Mitglieder hat die Messdienergruppe, darunter sind nicht nur Jugendliche. Thomas Brockers ist seit 45 Jahren als Messdiener dabei. Er deckte Tische und schleppte Geschenke herbei, die Erkelenzer Geschäftsleute gespendet hatten. Das Angebot reichte von wärmenden Socken bis hin zu Stofftieren. Die Messdiener und ehrenamtlichen Helfer hatten alle Hände voll zu tun, denn immer mehr Flüchtlinge kamen zum Gemeindezentrum. Schon bald musste eine Tischreihe angebaut werden, denn immer mehr Flüchtlinge trafen ein, um gemeinsam zu essen und sich auszutauschen.

Auch Ahmet A. aus Syrien sprach über sein Schicksal. Seine Frau wurde erschossen, ihm und seinen beiden kleinen Kindern gelang die Flucht. Mit dem Boot ging es über das Mittelmeer. Nun leben sie seit einigen Wochen im Familie-Harf-Haus und haben täglich mit anderen Problemen zu kämpfen, zum Beispiel fehlenden Betten. „Ich hoffe, dass wir bald eine Wohnung finden und selbstständig leben können“, sagt Ahmet. Die Hilfsbereitschaft der Menschen in Erkelenz freue ihn sehr.

Dagmar Thiel vom Flüchtlingshilfsverein Willkommen in Erkelenz betonte, dass die Aktion ein wichtiger Schritt sei, um die Bürger mit dem Flüchtlingsthema vertraut zu machen.

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