Schlange stehen, um endlich in den Knast zu kommen

Von: defi
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Beim Tag der Offenen Tür in der JVA Heinsberg konnten auch einige Zellentrakte von den Besuchern besichtigt werden. Foto: defi

Heinsberg. „Gerne wäre ich noch geblieben“, meinte lächelnd ein Besucher des „Tag der Offenen Tür“ der Justizvollzugsanstalt Heinsberg nach seinem Rundgang über das Anstaltsgelände, aber irgendwie war er dann doch froh, wieder raus zu dürfen.

Tausende strömten am sonnigen Sonntag in den Knast, um mal ein wenig den Alltag hinter Gittern kennen zu lernen oder auch, um den Arbeitsplatz eines Familienangehörigen in Augenschein zu nehmen.

Schon am Sonntagmorgen vor dem Öffnen der Gefängnistore bildeten sich lange Schlangen vor dem Haupteingang der JVA Heinsberg, die sich nach Fertigstellung der Erweiterungsbauten als größte Jugendstrafanstalt des Landes Nordrhein-Westfallen einer interessierten Öffentlichkeit vorstellte. Die JVA-Bediensteten hatten sich alle Mühe gegeben, den „Tag der Offenen Tür“ ihrer JVA ansprechend für die Besucher zu gestalten, und sie erhielten an diesem Tag von allen Seiten ungeteiltes Lob.

Das „Knastbrot ohne Feile“ war der Renner und ging weg wie die „warmen Semmeln“. Ob Anstaltsleiterin Ingrid Lambertz an diesem Tag wohl doch ausnahmsweise mal mit einem ihrer Gefangenen getauscht hätte? Die hatten nämlich die Möglichkeit, in abgelegenere Anstaltsteile umzuziehen, wenn ihre Zellen zu nahe am Besucherstrom lagen. Ingrid Lambertz, noch etwa außer Puste nach vielen, vielen Gesprächen und Fragen: „Wir freuen uns, dass dieser Tag von den Einwohnern Heinsbergs so gut angenommen wird und wir einen Einblick geben können in das, was wir hier tun.“

Sechs Jahre Bauzeit

Nach sechs Jahren Bauzeit hat sich in der 1978 in Betrieb genommenen Justizvollzugsanstalt Heinsberg viel getan. Die Erweiterung der JVA umfasst zwei zusätzliche Hafthäuser, zwei große Werkhallen sowie die neue Fahrbereitschaft. In den geräumigen Werkstätten konnten die Besucher sehen, was in den verschiedenen Ausbildungsbetrieben von den Gefangenen gefertigt wird.

Alle in der JVA Aktiven stellten sich mit ihrer Arbeit vor – von der Seelsorge bis hin zum „Knastladen“, der auch im Internet präsent ist und den „WM 4 Sterne Super-Bär Willi“ im Angebot hat. Der JVA-Bus, der die Gefangenen zu Gerichtsterminen und bei einer Verlegung transportiert, konnte ebenfalls besichtigt werden.

Für das leibliche Wohl war nicht nur mit „Knastbrot“ bestens gesorgt. Die JVA-Band, bestehend aus Bediensteten, unterhielt musikalisch.

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