Waldfeucht - Schlange stehen bei der „Nacht der Mühle“ in Waldfeucht

Schlange stehen bei der „Nacht der Mühle“ in Waldfeucht

Von: Anna Petra Thomas
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In einem ganz neuen Licht konnten Besucher ... Foto: Anna Petra Thomas
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... die Waldfeuchter Kornmühle bestaunen. Foto: Anna Petra Thomas
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Michael Vondenhoff (li.) und Edwin Mönius übergeben Heinrich Tholen den goldenen und den diamantenen Meisterbrief.
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Heinrich Tholen hat in der vierten Generation die Kornmühle bis 2003 betrieben. Das Bild zeigt ihn bei der Arbeit an der Mühle in luftiger Höhe. Im Jahr 1957 hatte er die Prüfung zum Müllermeister abgelegt, allerdings in Trier, weshalb er bisher keinen goldenen Meisterbrief bekam.
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Der Verein Historische Mühlen im Selfkant machte den 120. Geburtstag der Mühle zum Ereignis. Foto: Anna Petra Thomas
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Der Besucherandrang bei der „Nacht der Mühle“ war groß. Wer das Innere besichtigen wollte, musste zeitweise sogar Schlange stehen. Foto: Anna Petra Thomas

Waldfeucht. Hinter seiner roten Klinkerfassade verriet der schlanke Turm mit Haube und Flügeln inmitten der Waldfeuchter Felder nichts von dem, was er am Samstagabend in seinem Inneren beherbergte. Nur über den kleinen Hintereingang gewährte die alte Windmühle den Besuchern Zutritt. Was diese dort erwartete, sprengte dann all ihre Erwartungen.

„Nacht der Mühle“ hatten die Mitglieder des Vereins Historische Mühlen im Selfkant das Ereignis genannt, das für viele Besucher zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Auf vier Ebenen präsentierten die Mühlenfans ein wahres Licht-, Ton- und Bildspektakel, das jeden, der es genießen konnte, restlos begeisterte. Gerne standen die Menschen sogar Schlange, um über enge, steile Holztreppen ein Geschoss nach dem anderen in ganz neuem Licht zu betrachten.

Die gesamte Mechanik der Mühle war von unten bis oben auf allen vier Ebenen in weiches Licht getaucht, dessen Farbtöne sanft von einem in den anderen übergingen und den Blick des Betrachters regelrecht an jedes historische Holz- oder Steinobjekt fesselte. Wer das dritte Obergeschoss erklommen hatte, wurde schließlich mit einem Blick in die Dachhaube belohnt, die mit vielen leuchtenden Punkten einem farbigen Sternenhimmel glich.

Fürs Ohr gab es dazu passend eine Toninstallation mit ruhiger Musik aus aller Welt oder mit der Stimme von Geschäftsführer Josef Vraetz, der eine Mühlenordnung aus dem Jahr 1603 verlas. Die weiß getünchte Innenwand hatten die Vereinsmitglieder zudem auf jeder Ebene der Mühle zu einer Videowand gemacht, auf der sie historische Fotos oder Filmsequenzen präsentierten. Und natürlich standen sie auch selbst vor Ort bereit, um die vielen Fragen der Besucher zu beantworten. „Super“, „herrlich“ oder „wunderbar“ lauteten nur drei der überaus positiven Kommentare, die denen, die es gesehen und gehört hatten, nach ihrer ganz ungewöhnlichen Mühlentour zu entlocken waren.

Die „Nacht der Mühle“ war der Auftakt zu einem zweitägigen Mühlenfest, zu dem der Verein anlässlich seines zehnjährigen Bestehens, aber auch zur Feier des 120-jährigen Bestehens der Waldfeuchter Mühle eingeladen hatte. Dass es noch mehr zu feiern geben sollte, verrieten Vorsitzender Karl-Heinz Tholen und Geschäftsführer Josef Vraetz dann erst in ihrer Begrüßung draußen vor der Mühle.

Beim diesjährigen Mühlentag am Pfingstmontag war nämlich aufgefallen, dass Müller Heinrich Tholen, der die Mühle bis 2003 in vierter Generation als die letzte noch gewerblich genutzte Kornmühle im Rheinland noch aktiv betrieb, weder einen goldenen noch einen diamantenen Meisterbrief erhalten hatte für seine Meisterprüfung, die er 1957 in Trier abgelegt hatte.

Ein paar Anrufe später war es geschafft und die Überraschung war groß, denn neben dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Michael Vondenhoff, war auch mit Edwin Mönius auch der Obermeister der Bäckerinnung gekommen, um den alten Müller zu ehren.

„So völl Lü!“ staunte der 83-Jährige ob der vielen Menschen, die ihm plötzlich applaudierten. Den goldenen Meisterbrief hatte die Handwerkskammer Trier der Kreishandwerkerschaft zugeschickt. Und da es dort keinen diamantenen Meisterbrief gibt, hatten Vondenhoff und sein Team für den alten Müller schlicht einen eigenen kreiert, der sogar die alte Mühle zeigte.

Der alte Müller konnte sein Glück kaum fassen, nachdem er vom Verein und von Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen auch noch mit je einem großen Blumenstrauß bedacht worden war.

Geschäftsführer Vraetz verlas auch zur Eröffnung des Festes noch einmal Interessantes aus einer Mühlenordnung von 1603, bevor er selbst zu Gitarre, Saxophon und Blockflöte griff, um in der Formation „Glenrock und Jupp“ für den musikalischen Teil des Abends mit Livemusik zu sorgen.

Bei strahlendem Sonnenschein ging das Fest gestern weiter mit einem Frühschoppen an der Mühle, den der Musikverein Cäcilia Waldfeucht musikalisch begleitete. Und natürlich konnten die Besucher auch die Licht- und Klangeffekte in der Mühle weiter bewundern.

Am Nachmittag kamen die zahlreichen Besucher in den Genuss eines weiteren Konzerts: Das neue Waldfeuchter Vokal-Ensemble „Die Montagsfrauen“ trat auf.

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