Schlaganfall: Bessere Versorgung in Sicht

Von: Alexander Barth
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Jede Sekunde zählt: Im Falle eines Schlaganfalls ist die schnelle Versorgung des Patienten extrem wichtig. Foto: Stock/Imagebroker

Erkelenz. Wenn jede Sekunde zählt, kann jeder Kilometer zu viel sein. Nach einem Schlaganfall muss es schnell gehen, wenn Patienten die Hilfe von Spezialisten benötigen. Bislang müssen Betroffene im Erkelenzer Land aber immer in weit entfernte Krankenhäuser gebracht werden.

Der Grund: Das Hermann-Josef-Krankenhaus verfügt nicht über eine sogenannte Stroke Unit (dt. Schlaganfall-Einheit), eine der Neurologie angeschlossene Spezialeinrichtung für die schnelle Behandlung von Schlaganfall-Patienten. Jetzt gibt es Aussicht, dass der Missstand endlich behoben werden könnte.

„Die Schaffung einer Stroke Unit ist dringend nötig“, sagt Dr. Christian Isensee, Leiter der geriatrischen Abteilung. Zwar gebe es eine Spezialeinheit für Schlaganfallbehandlung, so der Altersmediziner, „aber wir können lediglich drei Plätze anbieten. Und das auch nur, weil wir Betten bei anderen Fachbereichen freihalten.“

Die Deutsche Schlaganfallgesellschaft hat eine Deutschland-Landkarte erstellt, auf der alle Krankenhäuser mit Stroke Units verzeichnet sind. Einträge im Kreis Heinsberg: Fehlanzeige. Damit die Region kein weißer Fleck auf der Landkarte in Sachen Schlaganfallversorgung bleibt, hat das Hermann-Josef-Krankenhaus vor einiger Zeit einen Antrag beim Regierungspräsidium für die Einrichtung einer Stroke Unit eingereicht.

„Wir brauchen eine entsprechend große Fachabteilung, um Patienten aus dem Kreis Heinsberg versorgen zu können“, wirbt Isensee. „Im Kreis leben rund 250.000 Menschen. Allein das Erkelenzer Krankenhaus hat einen Einzugsbereich von 120.000 Menschen“, zählt der Mediziner auf.

Bis jetzt führten die Fahrwege der Rettungssanitäter im Notfall immer wieder gezwungenermaßen nach Mönchengladbach, Aachen, Bardenberg, oder Düren. Den alarmierenden Zustand des Fehlens einer solchen Versorgungseinrichtung macht auch die Statistik deutlich: „Die Sterblichkeitsrate bei Schlaganfall-Patienten ist im Kreis Heinsberg höher als in umliegenden Regionen“, sagt Isensee. Der Chef der Erkelenzer Geriatrie hofft, dass in den kommenden Monaten ein positives Echo vom Regierungspräsidium kommt: „Wir sind guter Dinge, dass es bald grünes Licht gibt. Es geht um eine komplett neue Abteilung mit 44 Betten und entsprechender Ausstattung.“ Dafür würde es einen Neubau geben, sagt Mediziner Isensee.

„Wir setzen dabei schon bei der Planung im Vorfeld auf ganzheitliche und perspektivische Behandlung“, erklärt Christian Isensee. Kräfte aus verschiedenen Fachbereichen sollen mitwirken, von der Sofortbehandlung bis zur zeitnahen Rehabilitation.

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