„Schierekrütz“ erstrahlt in neuem Glanze

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Mit großem Aufwand vom Kapellenverein Heiligenhäuschen saniert: Das Schierenkreuz in Karken wurde mit Sandstrahlung, Grundierung und Lackierung erneuert.

Heinsberg-Karken. Das Schierenkreuz in Karken wurde restauriert und erstrahlt in neuem Glanz. Schon bei der Verabschiedung der Vereinssatzung des Kapellenvereins Heiligenhäuschen im März 2015 hatte der Vorsitzende Rolf Matzutt in kluger Voraussicht neben der Pflege und Instandhaltung des Heiligenhäuschens auch das Schierenkreuz in die Satzung mit einbezogen.

Wegen der erwarteten Kosten war eine komplette Restaurierung den Anwohnern nicht zuzumuten. Ein weiterer Grund für die Vereinsleistung war die Nähe des Standorts zum Heiligenhäuschen und die Tatsache, dass fast alle Anlieger der Straße Schierenkreuz Mitglieder des Kapellenvereins waren. Schon damals war abzusehen, dass es wohl bald nötig sein würde, das Schierenkreuz zu restaurieren. Jahrelang war nur noch das Nötigste getan worden. Eine Begutachtung des über 150 Jahre alten Metallkreuzes durch den Vorstand des Vereins ergab, dass gehandelt werden musste. Schnell fiel die Entscheidung, Kreuz und Corpus fachmännisch zu restaurieren.

Das Kreuz wurde abgebaut und mit Sandstrahlung, Grundierung und Lackierung durch eine Kunstschmiede bearbeitet. Der Corpus wurde lediglich gestrahlt. Seine Lackierung übernahm ein Malermeister aus der Region. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Malermeister erneuerte auch den Schriftzug im Sockel des Kreuzes, der da lautet: „Fünf Wunden bluten hier, Wanderer, zur Labung dir. Fünf Wege hier scheiden. Die Welt voll Trug und Leiden. Wanderer, Wanderer, labe dich. Und vergiss diese Quelle nicht.“

Fünf Wochen hat es gedauert, bis Kreuz und Corpus wieder am Standort montiert werden konnten. Doch vorher war es erforderlich Reparaturen am gemauerten Unterbau vorzunehmen. Diese Arbeit übernahm Vereinsmitglied Hans Limburg.

Erstaunlich schnell

Bei herbstlichem Sonnenschein hatten sich die Vorstandsmitglieder Willi Laumen und Rolf Matzutt sowie die Mitglieder Peter Pelzer und Rudi Kremers dann eingefunden, um das Kreuz zu montieren. Die Schriftführerin des Vereins, Renate Matzutt, fotografierte diesen, für den Verein wichtigen Moment.

Die Arbeiten waren ohne große Probleme und erstaunlich schnell erledigt. Das Schierenkreuz kann nun an seinem angestammten Standort wieder bewundert werden. Für interessierte Bürger und Besucher hat der Kapellenverein eine Informationstafel installiert.

Namensgebung und der ehemalige Standort werden darauf erläutert: Das Schierenkreuz, oder mundartlich „Schierekrütz“, habe demnach mehr als 100 Jahre lang rund 100 Meter südöstlich zwischen den Weilern Im Winkel und Stiegel an einer Stelle gestanden, wo fünf Feldwege zusammentrafen. Die westlich gelegenen Parzellen am Weg Richtung Winkel hatten die Bezeichnung „In der Schere“ („en de Schier“), weil sie zwischen zwei wie die Schenkel einer Schere auseinanderlaufenden Wegen lagen.

Die Ableitung des Namens „Schierekrütz“ von dem Familiennamen Schieren sei daher äußerst unwahrscheinlich, eher sei er auf die Bezeichnung der Parzellen „en de Schier“ zurückzuführen, aber auch die fünf scherenförmig in alle Richtungen auseinanderlaufenden Wege könnten Namensgeber gewesen sein. Bei der Zusammenlegung der Grundstücke fielen die Wege der Flurbereinigung (ab 1951) zum Opfer, deshalb sei das Kreuz an seinen aktuellen Standort versetzt worden.

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