Schalbruch freut sich über das Bürgerhaus

Von: dawin
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Weltliches und Kirchliches unter einem Dach: In Schalbruch ist diese Symbiose seit Samstag Realität – im neuen Bürgerhaus. Fotos (2): dawin Foto: dawin
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Bürgermeister Herbert Corsten (r.) dankte Ortsvorsteher Frank Köhnen für dessen Einsatz und überreichte ihm einen Wappenteller der Gemeinde für das Bürgerhaus.

Selfkant-Schalbruch. Das ist tatsächlich eine Symbiose der besonderen Art: Weltliches und Kirchliches unter einem Dach, hier der Platz zum Beten und Innehalten, dort das Parkett zum Feiern und Tanzen. In Schalbruch ist seit Samstag zu besichtigen, wie dies funktioniert.

Auf diesen Moment hatten die rund 1000 Einwohner des kleinen Selfkant-Ortes viele Jahre warten müssen, seit dem Wochenende haben sie nun „ihr“ Bürgerhaus. Im festlichen Rahmen und im Beisein zahlreicher Gäste wurde das Gebäude seiner doppelten Bestimmung übergeben und von Pastor Ralf Schlösser eingesegnet. Musikverein, Trommler- und Pfeiferkorps sowie Kirchenchor gaben der Feier mit ihren Darbietungen die musikalische Note.

Ortsvorsteher Frank Köhnen, treibende Kraft bei der Errichtung des Bürgerhauses, hatte allen Grund, sich an diesem Samstag, dem historischen Moment, zu freuen: „Als ich im Jahr 2013 versprochen habe, mich mit all meiner Kraft einzusetzen , wusste ich noch nicht, welch langer und beschwerlicher Weg noch vor uns lag“, konstatierte er, um im gleichen Atemzug zufrieden Bilanz zu ziehen: „Aber, wie wir heute alle sehen, ist es uns gelungen, das Vorhaben zu verwirklichen.“

Der Dank des Ortsvorstehers galt jenen 95 Männern und Frauen, die während der zweijährigen Bauphase rund 7000 Stunden an Eigenleistung in das Projekt gesteckt und folglich auf eine Menge Freizeit verzichtet hatten. Er lobte auch die große Spendenbereitschaft der Einwohner, rund 16 000 Euro wurden gesammelt, die für die Innenausstattung des Veranstaltungstraktes (wie Mobiliar, Theke, Zapfhahn oder Kühlschränke) verwendet wurden. „Es war eine schöne und aufregende Zeit mit Höhen und Tiefen. Aber wir haben nie das Grundsätzliche aus den Augen verloren, nämlich ein eigenes Zuhause für die Vereine und Dorfbevölkerung zu schaffen.“

Auch Bürgermeister Herbert Corsten fasste das Engagement aller Beteiligten zu einem positiven Fazit zusammen: „Was die Selfkänter anpacken, wird am Ende gut, auch wenn es schon mal was länger dauert. Es ist einfach vorbildlich, was hier geschafft wurde.“ Corsten erinnerte an die Anfänge der Entwicklung, die immer wieder durch Rückschläge ins Stocken geriet. Ein Bürgerhaus für Schalbruch habe sich als notwendig erwiesen, als die letzte Gaststätte im Ort geschlossen und eine wichtige Kommunikationsstätte für die Vereine verschwunden sei. Schließlich sei auch die Errichtung eines Bürgerhauses durch einen privaten Investor geplatzt.

Dann habe man, so Bürgermeister Corsten, „quasi die Gunst der Stunde“ genutzt: „Die Kirche geriet aufgrund rückläufiger Zahlen in Schwierigkeiten, was sich auch auf die Räumlichkeiten niederschlug.“ In Verhandlungen mit dem Bistum Aachen habe er erreicht, dass die Gemeinde Selfkant zu einem symbolischen Kaufpreis von einem Euro die St.-Peter-und-Paul-Kirche in 2012 erwerben konnte.

Der Weg für Planungen zu dem Gemeinschaftshaus in der aktuellen Form, das nämlich in erster Linie weltlichen Zwecken dient, war geebnet. Mit Mitteln aus dem 2013 ausgelaufenen Leader-Programm wurde die Finanzierung des Projektes gestemmt. Ein neuer Vorbau, rund 150 Quadratmeter groß, wurde errichtet, er bietet mehr Platz für Sitzgelegenheiten und zum Feiern. ­Außerdem wurden neue Sanitäranlagen installiert. Ein Teil des ehemaligen Gotteshauses, der durch bewegliche Stellwände abgetrennt werden kann, wird weiterhin für kirchliche Zwecke vorgehalten. Die Vereine – als da sind Kultur- und Förderverein, Musikverein, Trommler- und Pfeiferkorps, Schützenbruderschaft sowie Frauengemeinschaft – sind künftig bei Versammlungen und Proben nicht mehr auf den beengten Kindergartenkeller angewiesen.

Herbert Corsten dankte den anpackenden Schalbruchern und hob dabei einen, der sich durch besonderen Einsatz hervorgetan hat, hervor: Ortsvorsteher Frank Köhnen. Ihm überreichte der Bürgermeister den Wappenteller der Gemeinde Selfkant, der fortan einen Platz in dem neuen Bürgerhaus findet. Corsten formulierte abschließend nochmals seine Begeisterung für die Beispielhaftigkeit des Gottes-/Bürgerhauses, das es so nicht häufig geben dürfte: „Hier treffen sich die Einwohner zur Messe, und an gleicher Stelle wird gefeiert. Das nenne ich eine Gemeinschaft, die lebt und gelebt wird.“

So sah es auch Pastor Schlösser: „Es ist schön, dass sich hier viele Menschen zu den unterschiedlichen Zwecken treffen können.“ Auch Claus Kuckartz, der Vorsitzende des Kultur- und Fördervereins, zeigte sich glücklich, dass endlich das steingeworden ist, was sich sein Verein lange herbeigesehnt hat. Schon im Januar 2008 habe der Kultur- und Förderverein erste Gespräche mit dem Kirchenvorstand geführt. Von 2008 bis zur Einweihung sei ein langer und beschwerlicher Weg gewesen. „Das Bürgerhaus ist gelungen“, wertete er das Ergebnis als Entschädigung für die vielen Mühen. Sein Dank dafür ging an Gemeinderat und -verwaltung.

Das dörfliche (Doppel-)Leben pulsiert bereits im ehemaligen Kirchengemäuer: Am Samstag erlebte das neue Bürgerhaus seine weltliche Premiere. Am Ostermontag wird zum ersten Mal eine feierliche Messe an gleicher Stelle stattfinden.

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