Selfkant-Schalbruch - Schalbruch: Biogasanlage erhitzt Gemüter

Schalbruch: Biogasanlage erhitzt Gemüter

Von: agsb
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Willi Deckers und Christian Austel (l.) von der Interessengemeinschaft „Biogas - Nein danke“ erläuterten ihre Bedenken gegen den Bau einer Biogasanlage vor den Toren Schalbruchs.

Selfkant-Schalbruch. Bis Ende Mai war die Welt in Schalbruch noch in Ordnung. Die Vorfreude auf das neue Bürgerhaus (wir berichteten) war überall spürbar. Und dann sickerte durch, dass vor den Toren Schalbruchs eine Biogasanlage gebaut werden soll, die jährlich 1,4 Millionen Kubikmeter Biogas erzeugt.

Im Januar 2013 hatte der Betreiber Franz Schlösser einen Antrag zum Betrieb einer Biogasanlage bei der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg gestellt. Anwohner des Reyweges zeigten sich verärgert, dass keine Informationen von Seiten der Betreiber sowie der Gemeinde Selfkant an die Schalbrucher gegeben worden waren.

EWV ist mit im Boot

Bei den Anwohner machte sich Sorge wegen möglicher Gefahren breit. So wurde kurzfristig eine Interessengemeinschaft „Biogas – Nein danke“ ins Leben gerufen. Diese IG führte fortan einen langen Schriftverkehr mit Kreis und Gemeinde. Martin Busch, Gemeindeverbandsvorsitzender der Christdemokraten, lud daraufhin nun zusammen mit Bürgermeister Herbert Corsten zum Bürgergespräch in die Räume des Kirchengebäudes ein und gab dem künftigen Betreibern eine Plattform, sein Projekt vor rund 100 interessierten Schalbruchern vorzustellen, ebenso konnte die Interessengemeinschaft ihre Bedenken formulieren. Franz-Josef Türck-Hövener vom Energieversorger EWV stellte die Anlage vor und stand, ebenso wie Betreiber Franz Schlösser, Rede und Antwort. Der Experte versuchte, den Bürgern ihre Ängste zu nehmen.

IG kritisiert den Standort

Die Interessengemeinschaft kritisierte vor allem den Standort der großen Anlage mit einem Abstand von 15 Metern zur Straße hin und in Reichweite zu den Häusern am Reyweg. Auch die Ankündigung, einen Wall und einen zwei Meter hohen Zaun zu errichten, war für die IG und viele Anwesende nicht optimal, zumal der Fahrradweg dann noch näher an der Anlage vorbeiführen würde. Die IG befürchtet infolge der Biogasanlage eine „Verunstaltung des Ortsbildes mit erheblichem Wertverlust für Schalbruch“.

Die Gegner zeichneten einige Schreckensszenarien, die allerdings auch in der Versammlung als übertrieben angesehen wurden. Als die Frage nach einer möglichen Erweiterung der Anlage kam, schaltete sich Bürgermeister Corsten ein. Da Christian Austel von der IG eine Petition gegen diese Anlage an den Landtag gerichtet hat, sah der Bürgermeister die Möglichkeit, dass es zu einer vorübergehenden Aussetzung des Genehmigungsverfahrens kommen könne.

Die größte Sorge der IG ist gerichtet auf die Sicherheit der Anlage. Es war die Rede von einem möglichen Brand mit Explosionsgefahr, von Geruchs- und Lärmbelästigung sowie einem erhöhten Verkehrsaufkommen, von einer Gesundheitsgefährdung durch freigesetzte giftige Gase und damit von einer Gefahr für Westzipelschule sowie Kindergarten. Selbst eine Planung der Energieversorgung durch die Anlage für Schalbruch konnte die Interessengemeinschaft nicht umstimmen.

Und eines wurde deutlich: Selbst die Interessengemeinschaft stellte sich nicht grundsätzlich gegen eine Biogasanlage, diese soll aber nicht an diesem Standort direkt vor den Toren Schalbruchs errichtet werden. „Wenn man das Dorf verlässt und wenn man hineinfährt, hat man direkt die Biogasanlage vor Augen, da Schalbruch nur eine Zufahrtsstraße hat“, sieht die IG eine erheblichen Imageverlust. Beide Parteien, die dafür und die dagegen, signalisierten ihre Gesprächsbereitschaft. Die Biogasanlage dürfte die Gemüter in Schalbruch noch weiter erhitzen.

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