Heinsberg - Saxofon-Projekt entfacht Enthusiasmus

Saxofon-Projekt entfacht Enthusiasmus

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Experiment gelungen: Christina Rall dirigierte ein Orchester mit 63 Saxofonisten aller Altersklassen mit ganz unterschiedlichen Niveaus, dem am Ende ein begeistertes Publikum applaudierte. Foto: Anna Petra Thomas
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Die angereisten Dozenten spielten in einem Abendkonzert im Rondell: Elliot Riley, Kenneth Coon, Roger Hanschel, Christine Rall, Andreas van Zoelen und Steffen Schorn (von links).

Heinsberg. Es war ein Experiment, das Projekt „Saxofon Total“ der Jugendmusikschule Heinsberg. Und es ist gelungen. So viel vorab zu einem grandiosen Fazit, das die Initiatoren, die Dozenten und die Teilnehmer nach zwei Tagen voller Musik beim Abschlusskonzert im Rondell in Heinsberg zogen.

Einzelunterricht, Workshops und zwei Konzerte mit weltbekannten Musikern ihres Genres an zwei Tagen waren der Inhalt des innovativen Pakets. Die Teilnehmer, insgesamt 63, kamen nicht nur aus der Region, sondern zum Teil weit darüber hinaus. Elf von ihnen reisten sogar aus den Niederlanden an, sodass es bei den Proben im Orchester auch immer eine Übersetzung gab. Alle Altersklassen waren vertreten, alle Niveaus, Musiker aus Musikschulen, Musikvereinen, Mitglieder aus Hobby-Ensembles und echte Saxofon-Profis.

Dazu gehörten natürlich auch die Dozenten. Neben Xavier Scheepers, Lehrer an der Jugendmusikschule und Mit-Initiator des Projekts, waren dies Steffen Schorn (Tenor- und Baritonsaxofon sowie B-Tubax), Roger Hanschel (Sopranino-, Sopran-, F-Mezzosopran- und Altsaxofon) und die Mitglieder des bekannten „Raschèr Saxophone Quartet“ mit Christine Rall (Sopransaxofon), Elliot Riley (Altsaxofon), Andreas van Zoelen (Tenor-, Basssaxofon) und Kenneth Coon (Baritonsaxofon).

Einzelunterricht und das Spiel in kleinen Gruppen schienen bei der großen Bandbreite der Teilnehmer in jedweder Hinsicht kein Problem, aber ein gemeinsames Konzert mit 63 ganz unterschiedlichen Saxofonisten? Schon am ersten Tag bewies Steffen Schorn mittags beim gemeinsamen Spiel aller Musiker auch dem letzten Zweifler, dass es geht. Ganz ohne Noten, nur mit ihrem Gehör erlernten die ersten ganz schnell den „Groove“, der einmal ein gemeinsam gespieltes Stück, den „Elephant Walk“, prägen sollte.

Schorn sang ihn mit allen zusammen, und dann spielten ihn die Profis gleich mit ihm zusammen. Nach und nach stimmten sich schließlich alle auf das gemeinsame Spiel ein. Fasziniert davon waren am Ende des Projekts nicht nur die Initiatoren, sondern auch viele Zuhörer, die zu dem Abschlusskonzert gekommen waren und in dem die Teilnehmer nach Klassik und Marsch auch diesen „Elephant Walk“ zum Besten gaben.

Wie Schorn und Hanschel spielten einige der Projektteilnehmer dabei sogar ihre eigenen Improvisationen und ernteten dafür natürlich auch einen Sonderapplaus des Publikums.

Krings hatte in seiner Begrüßung zum Abschlusskonzert noch einmal dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Rotary Club Heinsberg gedankt, die dieses Saxofon-Projekt in der Jugendmusikschule ermöglicht hatten. Auch für ihn sei es das erste Mal, dass er so viele Saxofone auf einmal höre, erklärte er begeistert.

Christine Rall sprach für die Dozenten und dankte zuerst Theo Krings und Xavier Scheepers für die Organisation des Projekts. „Wir haben so viel Schönes gehört“, sagte sie. Es habe so viele interessante Fragen gegeben, so viel enthusiastisches Engagement, fügte sie hinzu, nicht ohne zu betonten: „Ich hoffe, dass dies hier nur der Anfang einer langen Tradition ist.“

Was die angereisten Dozenten, das Raschèr-Quartet, zusammen mit Schorn und Hantschel in ihrem Spiel auf dem Saxofon zu bieten haben, davon konnte sich das Publikum dank einer weiteren Unterstützung durch die Volksbank Heinsberg am ersten Abend im Rahmen eines gut besuchten Konzerts im Rondell überzeugen. Hier spielten die sechs Musiker genau das Programm kontemporärer Kompositionen, das sie in Kürze für den Bayrischen Rundfunk aufzeichnen werden.

Alle Variationen des Saxofons waren dabei im Einsatz, vom Sopranino-Saxofon Hanschels, gerade mal so groß wie eine Blockflöte, bis hin zum fast mannshohen Tubax von Schorn, das nur wenige Musiker in der Welt spielen. Schon zweimal sei er mit einer norwegischen Gruppe im Rondell zu Gast gewesen, erklärte Schorn zu Beginn während des Konzerts. „Die Crew, die Location, das Publikum in Heinsberg waren immer ein Highlight unserer Tour.“

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