Sammelband: Anekdoten und Geschichten festgehalten

Von: Johannes Bindels
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Anekdoten und Geschichten: Agnes Winkens und ihr Buch „E Möngke voll von Myhler Platt“. Foto: Bindels

Wassenberg. „E Möngke voll von Myhler Platt“ heißt das neue Lyrikbuch der 89-jährigen Agnes Winkens. Gemeinsam mit dem Heimatverein Wassenberg hat die bekannte Autorin mundartsprachlicher Stücke nun ihr Werk als Sammelband vorgestellt.

Mit 46 in Mundart verfassten Anekdoten und Geschichten schildert die Schriftstellerin Erlebnisse und Erinnerungen an die Heimat.

„Ich habe nie Prosa verfasst, wohl mein Leben lang immer in Versform geschrieben“, beschreibt Agnes Winkens die bevorzugte Textform ihrer Werke. Sie wurde 1926 in Myhl als Kind von Bauern geboren. „Bis zum Schulbeginn wurde nur Platt gesprochen“, lässt sie den Blick zurückgehen. Nach der Dorfschule besuchte sie die Höhere Töchterschule der Franziskanerinnen in Heinsberg. Ihr Abitur absolvierte sie 1947 in Mönchengladbach. Leider sei ihr das Studium der Pharmazie mit dem Ziel, Apothekerin zu werden, verwehrt worden. Die Studienplätze waren damals den aus dem Krieg zurückkehrenden Männern vorbehalten. Zunächst habe sie beim Amtsbürgermeister in Wildenrath als Dolmetscherin gearbeitet, später dann als Sekretärin in einem bekannten ortsansässigen Unternehmen in Wassenberg.

Mit ihrem 2008 verstorbenen Mann Jakob Winkens, den sie im eigenen Unternehmen unterstützte, hat sie drei Kinder. Zeitlebens habe sie mit ihrem Mann Platt gesprochen. Ab Mitte der 1980er Jahre habe sie erste selbstverfasste Mundart-Gedichte in der damaligen halbjährlich erscheinenden „Oss Platt“-Zeitschrift in Heinsberg veröffentlicht. Erste Vorträge vor Publikum, zunächst 1997 gemeinsam mit Karl Lieck, führten dann 1998 zur regelmäßigen Teilnahme an den Plattdeutsch-Abenden des Heimatverein Wassenberg.

Ihre Verbundenheit zur Heimat und zum Plattdeutschen begründet sie so: „Ich liebe den Kontakt zu den Menschen und den Austausch in meiner Muttersprache.“ Ersteres habe sie bis heute hin in ihrer ehrenamtlichen Mitarbeit im Pfarrgemeinderat von St. Maria Himmelfahrt in der Oberstadt in Wassenberg, bei der Caritas und als Vorsitzende des Kirchenchors gelebt, das Zweite setze sie im Alltag und mit der Herausgabe des Gedichtbandes um.

In dem Vorabdruck ihres Sammelwerkes beantwortet Agnes Winkens die oft gestellte Frage, warum sie im vorgerückten Alter zum Dichten gekommen sei, mit einem Zitat von Maria Ebner-Eschenbach: „Späte Freuden sind die schönsten. Sie stehen zwischen schwindender Sehnsucht und kommenden Freuden.“

Zur Förderung der Mundart habe sie den Preis des Buches mit sechs Euro niedrig gehalten, wobei die Erlöse als Spende an den Heimatverein gehen werden. Das Buch wird Mitte Oktober ausgeliefert. Bestellungen können schon jetzt unter Telefon 0171/2288758 bei der Tochter Margit Wolf oder über den Heimatverein unter walter.bienen@gmail.com vorgenommen werden.

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