Samira Meurer ist die erste Integrationskoordinatorin der Stadt Erkelenz

Von: Helmut Wichlatz
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Sie spricht nicht nur Arabisch, sie ist als gelernte Rechtsanwaltsgehilfin auch juristisch bewandert: die erste Integrationskoordinatorin in Flüchtlingsfragen der Stadt Erkelenz, Samira Meurer. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Im Dezember gab der Stadtrat grünes Licht für die Schaffung der Stelle eines Integrationskoordinators. Bereits Anfang Februar konnte sie mit Samira Meurer besetzt werden. Als „höchst erfreulich“ bezeichnete der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen die Tatsache, dass mit Meurer die passende Kandidatin so schnell gefunden werden konnte.

Meurer ist in Flüchtlingsfragen keine Unbekannte in Erkelenz. „Sie hat schon eng mit der Verwaltung zusammengearbeitet und war uns deshalb bestens bekannt“, betonte er. Die neue Koordinatorin stammt aus Eschweiler, ist zweifache Mutter und spricht Arabisch.

Zur Flüchtlingshilfe sei sie aus Zufall gekommen, berichtete sie nun bei der Vorstellung im Rathaus. Im November 2015 sollte sie „nur einmal“ für ein paar in Granterath untergebrachte Flüchtlinge übersetzen. Seitdem ist sie dabei, und zwar mit Leib und Seele. „Viele freuen sich, wenn man ihnen erst einmal zuhört und in einer Sprache antworten kann, die sie verstehen“, berichtete Meurer.

Fahrt nahm das Thema für sie auf, als Samira Meurer Franz Thiel kennenlernte. Der Vorsitzende des Flüchtlingshilfsvereins „Willkommen in Erkelenz“ vermittelte ihr eine Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes in der Geschäftsstelle des Vereins. Auch für die Diakonie und die Polizei war sie schon als Übersetzerin im Einsatz, bevor der Erste Beigeordnete Gotzen sie wegen der Stelle der Koordinatorin in der Verwaltung ansprach.

Eine wichtige Aufgabe ist das Übersetzen im Umgang mit Ärzten oder die Unterstützung bei der Wohnungssuche und Behördengängen. Dabei kommt es ihr entgegen, dass sie ausgebildete Rechtsanwaltsgehilfin ist. „Die Strukturen und Zuständigkeiten in Behörden sind oft nicht leicht zu durchschauen“, weiß Gotzen. „Da ist es gut, dass sie juristisch bewandert ist.“

Ein weiterer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlern. „Die Stelle hat auch eine Brückenfunktion für die Zusammenarbeit mit den Bürgern, die vor Ort helfen und sich einbringen“, erklärte Gotzen. Denn viele, die sich zu Beginn für die Integration der Flüchtlinge engagierten, hätten zwischenzeitlich die Flinte ins Korn geworfen, weil die Arbeit zu wenig koordiniert war. „Einiges hat nicht geklappt oder wurde nicht angenommen“, betonte Gotzen. „Aber das gehört auch dazu. Es war ein Lernprozess für alle.“ Meurers Aufgabe sei daher auch, ein Netzwerk zu schaffen und zu pflegen, das sowohl den Flüchtlingen als auch den Helfern zugutekommt.

Die Stelle ist dem Amt für Kinder, Jugend und Familie zugeordnet. „Der Betreuungsaspekt steht klar im Vordergrund“, erklärte Gotzen. „Die Arbeit der Koordinatorin ist losgelöst von den anderen kommunalen Aufgaben zu sehen.“ Eine abschließende Aufgabenstellung gebe es noch nicht, fügte er hinzu. Denn die derzeitige Situation habe sich erst vor zwei Jahren ergeben. Vieles sei noch in der Erprobung und bedürfe der Optimierung. Eine klare Aufgabe Meurers sei es, Probleme zu lösen.

Derzeit leben 670 Flüchtlinge in Erkelenz. Seit Dezember ist die Zahl stabil. An der Politik der dezentralen Unterbringung im Stadtgebiet werde festgehalten, betonte Gotzen. Dies gelte auch für die Betreuung der Kinder, fügte Jugendamtsleiter Claus Bürgers hinzu. Im kommenden Kindergartenjahr würden 41 Kinder aus Flüchtlingsfamilien in den städtischen Kindergarteneinrichtungen betreut.

Samira Meurer ist wochentags von acht bis zwölf Uhr in der Stadtverwaltung anzutreffen. Nachmittags, abends und oft auch an den Wochenenden ist sie vor Ort bei denen, um die es geht.

Darüber hinaus wird sie den städtischen Arbeitskreis Flüchtlingshilfe leiten und die Zusammenarbeit mit den Helfern intensivieren.

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