Rund 15.000 Fans feiern zwei Tage lang beim Electrisize

Von: Katharina Menne
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Fünf Lastwagenladungen Rindenmulch verhinderten eine Schlammschlacht auf dem Festival-Gelände. Für alles andere sorgten die DJs auf den Bühnen. Foto: Katharina Menne
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Lea Limburg, Eduard Färber, Lisa Nießen, Lena Gonsel und Jessica Behrens (oben rechts) aus Heinsberg haben beim Electrisize-Festival in Erkelenz Lisas Geburtstag nachgefeiert.
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Erkelenz. Wo war die Kreis Heinsberger Jugend am Wochenende? Man musste nicht lange suchen. Bei Electrisize. Einmal im Jahr werden die Wiesen und Felder rund um Haus Hohenbusch zur größten Elektroparty der Region. Während immer mehr Diskotheken im ländlichen Raum schließen müssen, erfreut sich das Festival wachsender Beliebtheit.

In diesem Jahr feierten rund 15.000 überwiegend junge Menschen ausgelassen und friedlich die Musik und das Leben – Besucherrekord.

Doch obwohl Electrisize auch überregional immer bekannter wird, kommen noch immer gut 60 Prozent der Besucher aus der unmittelbaren Umgebung, schätzt Dominik Mercks, einer der drei Gründer des Festivals. „Das sorgt für die beliebte familiäre Atmosphäre.“ Und die war deutlich zu spüren.

Was im Jahr 2009 als kleine Sommerparty unter Freunden im Lahey-Park bei Erkelenz seinen Anfang nahm, erregte vor allem in den letzten fünf Jahren immer mehr Aufsehen. Mittlerweile legen sogar DJ’s auf, die man von Tomorrowland oder Parookaville kennt: Danny Avila, Tujamo, Mike Williams und Dyro, um nur einige zu nennen. Insgesamt versetzten über 80 DJ’s an zwei Tagen auf fünf Bühnen die Tanzenden in Ekstase.

Fünf Areas

Jede der fünf Areas folgte dabei einem bestimmten Motto. Die High Voltage Area war das Energiezentrum des Festivals und bot eine beeindruckende Licht- und Feuershow. Die Hard Size Stage kam im Industriestil daher samt passendem Hardcore Techno. Die Tapuya-Bühne war passend zu ihrer Lage im Grünen im Dschungellook gestaltet und bot Deep House.

Die Fantasy Dance FM Stage versprühte etwas 90er-Jahre-Charme, und erstmals gab es auch eine kleine Bühne auf dem Campingplatz für das Warm-up und die Aftershow-Party. Und wer mal eine kleine Pause brauchte, konnte sich in zahlreichen Hängematten entspannen und das Ambiente des Geländes genießen.

Und nicht nur die Besucherzahl erreichte einen neuen Höchstwert. Auch die Zahl derer, die von Donnerstag bis Sonntag auf dem Feld vor den Toren des Festivalgeländes campten, verdoppelte sich auf 1400. Ein Verdienst der guten Organisation durch die hinter dem Event steckende Kulturgarten GmbH mit Raphael Meyersieck, Dominik Mercks und Michael Frentzen. Doch die geben sich bescheiden: „Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen. Wir schauen einfach von Jahr zu Jahr – und gerade läuft es eben gut“, sagen sie.

Es läuft nicht nur gut, es läuft fantastisch. Egal, wen der Feiernden man fragt: Alle sind begeistert. „Wir sind jetzt schon zum dritten und teilweise sogar vierten Mal hier“, sagt Lisa Nießen (23) aus dem Selfkant. „Ich feier hier immer meinen Geburtstag nach. Das passt perfekt.“

Ihre Freundinnen Jessica Behrens (26), Lena Gonsel (21) und Lea Limburg (22) sind ebenfalls Feuer und Flamme. „Uns gefällt die Musik, die Atmosphäre – und, dass man hier so viele kennt“, sagen sie unisono. Besonders freuen sie sich auf Mike Williams. Auf seinen Song „Don’t hurt“ haben sie sich sogar eine kleine Choreografie überlegt.

Zuständig fürs Wetter? Der Frosch

Doch auch wenn viele der Feiernden aus der Umgebung kommen. Mehr und mehr zieht Electrisize auch junge Leute von weiter her an. Jenny Suffel (20) und Franziska Fiechtner (19) sind mit ein paar Freunden extra aus Stuttgart angereist. „Es ist familiärer als andere Festivals, auf denen wir bislang waren. Das gefällt uns“, sagen sie. „Und natürlich gefällt uns die Musik.“ Nervig sei nur gewesen, dass sie ihre Zelte im strömenden Regen aufbauen mussten – doch dafür haftet, wie es auf der Homepage des Festivals heißt, nur der Wetterfrosch.

Es ist das Horrorszenario einer jeden Open-Air-Veranstaltung: Dauerregen. Fünf Lastwagenladungen Rindenmulch verteilten die Veranstalter deshalb noch spontan am Donnerstag auf dem Gelände, um eine Schlammschlacht zu vermeiden. „Bis Mittwoch lief alles nach Plan“, sagt Dominik Mercks. „Dann kam die Sintflut.“ Doch zumindest am Freitag blieb es wider Erwarten weitgehend trocken, am Samstag mussten die Besucher allerdings den ein oder anderen Schauer über sich ergehen lassen.

Einen großen Stellenwert für die Veranstalter hat auch das Thema Sicherheit. An den Einlassschleusen wurde ausgiebig kontrolliert, es gab ausreichend Sicherheits- und Ordnungspersonal – und für den Fall des Falles ein nochmal überarbeitetes Fluchtwegekonzept. „Das ist uns aber völlig unabhängig vom Weltgeschehen ein wichtiges Anliegen“, sagt Mercks. „Da haben wir immer schon sehr drauf geachtet.“

Wichtig ist Mercks, Meyersieck und Frentzen aber vor allem, dass die Grundatmosphäre die einer „guten, alten Sommerparty mit engen Freunden“ bleibt. „Auch wenn die Zusammensetzung der Besucher überregionaler wird: Es ist ein Festival aus der Region für die Region – und das soll es auch bleiben“, betont Mercks. In einer Zeit, in der vor allem im ländlichen Raum immer mehr Diskotheken schlössen, sei es ein wichtiges kulturelles Angebot, das den Nerv des Publikums trifft.

Und das feierte zwei Tage lang ausgelassen bis weit in die Nacht hinein. Der Weg nach Hause war schließlich für die meisten von ihnen nicht besonders weit.

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