Rückblick auf eine wechselvolle Chorgeschichte

Von: anna
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Das älteste Foto in der Chronik zeigt die Mitglieder des Chores im Jahr 1913. Repro: anna

Wassenberg-Orsbeck. Auf ihr 150-jähriges Bestehen blickt in diesem Jahr die Chorgemeinschaft St. Martini 1865 Orsbeck-Luchtenberg zurück. Gegründet worden war der Verein am 14. Oktober 1865 von Carl Conen, den damaligen Lehrer von Orsbeck.

Schon in seinen Anfangsjahren pflegte der Chor Kontakte zu anderen Vereinen und nahm an Sängerfesten teil. Als Vikar Johann Rütten 1875 die Chorleitung übernahm, trat der Kirchengesang in den Vordergrund. Einmal im Jahr gab es jedoch ein Konzert mit „theatralischen Einlagen“, wie es in der Chronik heißt, meist am Rosenmontag.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Chor seine Proben wieder auf und trat 1928 erstmals in gemischter Besetzung bei einem Gesang- und Musikfest in Luchtenberg auf. „Wir sind erstmalig mit gemischtem Chor an die Öffentlichkeit getreten und haben uns nicht zu schämen brauchen, das bezeugt der Beifall zu den Vorträgen“, heißt es dazu in der Chronik.

1934 beschloss der Chor, künftig nur noch als Kirchenchor aufzutreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es der ehemalige Präsident Heinrich Gillissen, der 1947 einen Neuanfang wagte und bis 1960 den Verein weiter leiten sollte. 1948 wurden die Frauen, die bereits seit 1928 mitsangen, auch als Mitglieder offiziell aufgenommen und zwei von ihnen in den Vorstand gewählt.

Nachdem dann etwa zehn Jahre lang nur ein sogenannter Choralchor zur Verschönerung von Gottesdiensten bestanden hatte, gab es 1960 einen Neuanfang in Form eines wieder reinen Männergesangvereins.

Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens wurde der Verein mit der Zelterplakette ausgezeichnet. Doch dann ging es mit dem Männerchor bergab, so dass 1975 wieder Frauen in den Verein aufgenommen wurden.

Kurz zuvor hatte Hermann-Josef Kitschen den Chor übernommen. Auf seinen Antrag hin entstand 1981 der heutige Name „Chorgemeinschaft St. Martini 1985 Orsbeck-Luchtenberg“. Seit 1993 wird der Verein zudem vom Bistum Aachen als Kirchenchor geführt. 2001 übernahm Vincent Heitzer die Chorleitung, 2010 folgte ihm Jürgen Knorr. Als der Verein 2012 ohne Dirigent dastand, verließen langjährige Mitglieder den Verein, zugleich fehlte der Nachwuchs. „Wir standen vor dem Aus“ heißt es in der von Brigitte Hahnen fortgeschriebenen Chronik.

Der Zufall wollte es, dass die Dirigentin Severine Joordens von der problematischen Situation des Chores hörte und im Februar vergangenen Jahres dessen Leitung übernahm. „Mit ihr haben wir eine Chorleiterin gefunden, die uns mit Schwung und Begeisterung motiviert, neue Stücke zu erlernen und altes Repertoire zu pflegen“, heißt es mit den letzten aktuellen Worten der Chronik für die Chorgemeinschaft, die derzeit 30 aktive Mitglieder zählt.

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