„Rucksack“-Integrationsprojekt startet nun auch in Doveren

Von: Ingo Kalauz
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Sie unterschrieben den Kooperationsvertrag (sitzend v.l.): Ulrike Deußen für das Kommunale Integrationszentrum des Kreises, Frank Heinen als Leiter des Schulverwaltungs- und Sportamtes der Stadt Hückelhoven und Alexandra Hensel als Rektorin für die Johann-Holzapfel-Schule. Über die Schulter blickten ihnen dabei (v.l.) Gülcan Ilgin, Wolfgang Klein, Michaela Sybertz und Schulamtsdirektorin Dr. Hildegard Hosterbach. Foto: Kalauz

Hückelhoven-Doveren. Die Unterschriften sind gesetzt, der Vertrag gilt: Jetzt startet an der Johann-Holzapfel-Gemeinschaftsgrundschule in Doveren das „Rucksack“-Projekt.

Sie ist zusammen mit der Grundschule in Hilfarth und der Gemeinschaftsgrundschule An der Burg in Hückelhoven die dritte Grundschule im Stadtgebiet Hückelhoven, an der die Mütter der Schulkinder mit Migrationshintergrund einmal in der Woche selbst die Schule besuchen, um ganz konkret und anschaulich vorgeführt zu bekommen, was, womit und wie ihre Kinder im Unterricht täglich zu tun haben.

24 Mütter, deren Kinder in zwei Klassen täglich am Unterricht teilnehmen, werden beim „Rucksack“-Projekt mitmachen. „Im Kreis Heinsberg ist die Stadt Hückelhoven mit diesem Projekt – was die Integrationsarbeit angeht – vorbildlich“, so Wolfgang Klein vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg bei der Vertragsunterschrift. „Als wir von dem ,Rucksackprojekt‘ hörten, haben wir sofort gesagt, dass wir das als Stadt finanzieren werden“, betont Frank Heinen, der Leiter des Schulverwaltungs- und Sportamtes der Stadt Hückelhoven. Neben den drei Grundschulen sind seit Jahren schon zehn Gruppen in verschiedenen Kindertagesstätten im Stadtgebiet an dem Projekt beteiligt.

Das aus den Niederlanden stammende Programm wurde 1999 von der Koordinierungsstelle des Kommunalen Integrationszentrums NRW übersetzt und überarbeitet. Rucksack unterstützt Eltern und Kinder mit Zuwanderungsgeschichte im Prozess der sprachlichen Bildung anhand von Themen wie beispielsweise „Körper“, und „Familie“.

Muttersprache und Deutsch

Die Kinder werden von den Eltern in der Muttersprache (Herkunftssprache) und von den Pädagogen in der deutschen Sprache gefördert. Zudem erfahren die Mütter im Projekt, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen Entwicklung optimal fördern können.

Die Förderung der Mehrsprachigkeit und die Schlüsselqualifikationen der Kinder werden gefördert, und es gilt die Beherrschung der Erstsprache als eine entscheidende Voraussetzung für den Erwerb der Zweitsprache. In dem handlungsorientiert angelegten Programm wird sprachliches Lernen mit Inhalten aus der Lebenswelt der Kinder und ihrer Familien verknüpft. Das Rucksackprogramm zielt also sowohl auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz als auch auf die Förderung des Deutschen sowie auf die Förderung der allgemeinen kindlichen Entwicklung ab.

„Wir legen an unserer Schule großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Eltern“, sagt Alexandra Hensel, die Rektorin der Johann-Holzapfel-Schule. Als Elternbegleiterin wird Gülcan Ilgin das Projekt betreuen: „Ich kenne die Abläufe hier gut, denn ich habe eine Tochter in der vierten und jetzt auch eine Tochter in er ersten Klasse an der Schule“, sagt Gülcan Ilgin. Als Verbindungslehrerin wird Michaela Sybertz als Klassenlehrerin einer der beiden der ersten Klassen das Projekt begleiten und den Stoff wöchentlich mit Gülcan Ilgin besprechen.

Mütter werden einbezogen

Die Mütter der 24 Erstklässler mit Migrationshintergrund – von insgesamt 39 I-Dötzchen – treffen sich künftig mittwochmorgens, um zwei Stunden lang gemeinsam in einem eigens in der Schule dafür hergerichteten Raum die jeweiligen Unterrichtsthemen der Woche durchzusprechen. Ergänzend zum regulären Unterrichtsstoff gibt es Arbeitsaufträge, die die Mütter dann mit ihren Kindern regelmäßig Zuhause in der jeweiligen Muttersprache bearbeiten.

Unterstützt werden sie dabei durch Arbeitsblätter, Spiel- und Bastelideen vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises, das in zwölf verschiedenen Sprachen vorliegt. Und abgerundet wird der „Unterricht“ für die Mütter mit einem gemeinsamen Frühstück, um das soziale Miteinander zu fördern. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Alexandra Hensel.

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