Rosenmontagszug: „Schulrettern“ eine klare Absage erteilt

Von: Anna Petra Thomas
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Die Mitglieder der IG „Schulretter“ bei einer Informationsveranstaltung. Foto: Bindels

Heinsberg. Da war sie schon vorbei, bevor sie überhaupt angemeldet worden war, die Teilnahme der IG „Schulretter“ am Rosenmontagszug in Oberbruch: Mit einer eigenen Fußgruppe wollte die IG sich daran beteiligen, um auf ihr Anliegen – die Erhaltung der Grundschulstandorte Kempen, Porselen und Unterbruch für ein weiteres Schuljahr – aufmerksam zu machen.

Doch damit erklärte sich die KG Brööker Waaterratte als Organisatorin des Zuges am Donnerstagabend gar nicht einverstanden, obwohl die IG ihren Antrag auf Teilnahme noch gar nicht abgegeben hatte.

„Bis heute liegt noch gar keine offizielle Anmeldung der IG vor“, erklärte Waaterratte-Präsident Helmut Frenken, in dieser Session zugleich Stadtprinz im Komitee Heinsberger Karneval, am späten Donnerstagabend auf Anfrage unserer Zeitung. Das der IG ausgehändigte Formular sei noch nicht zurückgegeben worden.

„Nachdem wir ein Radiointerview gehört haben und so von der Zielsetzung dieser Teilnahme erfahren haben, haben wir uns beraten und entschieden, dass wir den Oberbrucher Rosenmontagszug nicht zum Podium einer politischen Stimmungsmache eines Nachbarortes im Vorfeld eines möglichen Bürgerbegehrens machen wollen“, erklärte er.

Frenken bezieht sich auf ein Radiointerview, das IG-Mitglied Elke van Hengel gegeben hatte. Sie hatte darin erklärt, dass es Plakate und Auto-Aufkleber gebe, die IG auch eine Fußgruppe für den Karnevalszug in Oberbruch angemeldet habe. Die IG hoffe, „dass wir auch da für den politischen Karneval noch mal ordentlich Werbung machen“. Es solle deutlich werden, „dass de Scholl em Dörp bleiben soll“, erklärte sie.

„Mer losse de Scholl em Dörp, denn doa jehüürt se hin“, lautet das Motto, mit dem sich die „Schulretter“ am Zug beteiligen wollten – jeder mit individuellem Kostüm als Schüler verkleidet, mit Schultasche und kleinem, mit Gas gefülltem Ballon. Und Kamelle sollte es natürlich auch geben.

Doch das fand der Vorstand der Waaterratte gar nicht lustig und sprach schon präventiv ein Teilnahmeverbot aus. „Was die da vorhaben, ist aggressive Politik, und das wollen wir nicht“, ergänzte Stefan Knoben, Chef des Rosenmontags-Komitees (RoMoKo) der Waaterratte Freitagvormittag gegenüber unserer Zeitung.

Marco Kellenter von der IG sah sich am Freitag zu einer Stellungnahme nicht in der Lage, „weil ich einfach zu sprachlos bin!“, erklärte er. „Ich wüsste nicht, was wir da Böses machen würden.“

Wenn aus Berlin jemand in Düsseldorf anrufen würde, bleibe der Wagen mit der Figur von Angela Merkel doch auch nicht in der Halle, erboste sich Elke van Hengel. „Das geht einfach zu weit. Das sind mehr als nur Knüppel, die die einem zwischen die Beine werfen.“ Der Vermutung der IG, dass die Stadt Einfluss auf die Entscheidung genommen habe, widersprach Frenken. „Diese Entscheidung haben wir eigenständig getroffen, nachdem wir von dem Radiointerview Kenntnis erlangt haben. Weder aus der Verwaltung noch aus dem politischen Raum hat sich jemand an uns gewandt.“

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